Nahrungsmittelallergie Erdnussallergie Allergiewelle

PD Dr. Katharina Blümchen beim Frankfurter Pädiatrietag 2017!

Nahrungsmittelallergie, Erdnussallergie: Die Welle rollt

Auf eine „Epidemie der allergologischen Erkrankungen“ wies Privatdozentin Katharina Blümchen in ihrem Vortrag beim Frankfurter Pädiatrietag hin. Die Oberärztin in der allergologischen Ambulanz/Nahrungsmittelallergie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt ging auf das Phänomen Nahrungsmittelallergie und u.a. auch Allergie auf Erdnuss, auch im internationalen Vergleich, ein und stellte aktuelle Studienergebnisse vor. Die etablierte und stets hochkarätig besetzte Veranstaltung fand unter der Leitung von Prof. Thomas Klingebiel und Prof. Stefan Zielen bereits zum 5. Mal statt.

Heuschnupfen, Asthma, Nahrungsmittelallergien: Die Allergiewellen rollen

Dass Allergien Epidemie-artig auftreten scheint eine Erfahrung der letzten Jahrzehnte zu sein. Angefangen mit dem sprunghaften Anstieg der Patientenzahlen bei der allergischen Rhinitis in den 60er Jahren und gefolgt von der Asthma-Epidemie der 90er Jahre, verfestigt sich bei vielen Experten der Eindruck, das nun das Zeitalter der Nahrungsmittelallergien angebrochen ist, zumindest im Hinblick auf die Erdnussallergie.

 

Nahrungsmittelallergie: Vermutung oder Diagnose?

Allerdings ist die tatsächliche Prävalenz von Nahrungsmittelallergien nicht immer eindeutig. „Es besteht eine erheblich Diskrepanz zwischen vermuteten und tatsächlich diagnostizierten Nahrungsmittelallergien“ betonte PD Blümchen. Dies wurde anhand einer Studie1) zur Lebenszeitprävalenz von Nahrungsmittelallergien - Zeitraum 2000 bis 2012 – deutlich. So gaben 6 Prozent der Studienteilnehmer an, an einer „Kuhmilchallergie“ zu leiden, diagnostisch nachweisen ließ sich dies jedoch nur bei 0,6 Prozent.

Kuhmilchallergie: Es gibt regionale Unterschiede!

Zudem scheint die Aussage, dass Nahrungsmittelallergien zunehmen, nicht für alle Länder gleichermaßen zu gelten, das machte die EuroPrevall-Studie2), ebenfalls anhand der Prävalenz der Kuhmilchallergie, deutlich. So zeigte ein Vergleich zwischen Deutschland und England eine etwa gleich hohe Anzahl von Patienten mit einer IgE-vermittelten Kuhmilchallergie, während die Anzahl der von nicht IgE-vermittelter Kuhmilchallergie Betroffenen in UK doppelt so hoch lag. Dahingegen war die Kuhmilchallergie in Griechenland quasi nicht existent.

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