Allergenkennzeichnung

Ernährungsreport 2018: Die Mehrheit der Deutschen wünscht Allergenkennzeichnung auf Lebensmitteln!

Ernährungsreport: Mehrheit wünscht Allergenkennzeichnung

67 Prozent der Deutschen finden es wichtig, auf Lebensmittelverpackungen über möglicherweise allergieauslösende Inhaltsstoffe informiert zu werden. Das ist ein Ergebnis des Ernährungsreports 2018 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Aber: Eine eindeutige gesetzliche Regelung zur Kennzeichnung von Allergenspuren fehlt.

Die Mehrheit der Deutschen wünscht Allergenkennzeichnung auf Lebensmitteln

Für die Untersuchung wurden rund 1.000 Personen in Deutschland zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt. Der Report zeigt auch, dass der Informationsbedarf steigt: Im Jahr 2015 wünschten etwa 52 Prozent der Befragten eine entsprechende Kennzeichnung.

 

Eindeutige gesetzliche Regelung zur Kennzeichnung von Allergenspuren fehlt

In Deutschland sind rund 4 Prozent der Bevölkerung von Nahrungsmittelallergien betroffen. Bei manchen Menschen lösen bereits kleinste Mengen eines Allergens lebensbedrohliche Reaktionen aus. Laut Lebensmittelverordnung müssen Allergene zwar gekennzeichnet werden. Diese Kennzeichnungspflicht gilt jedoch nicht für Allergenspuren. Die Spuren können unbeabsichtigt in ein Produkt gelangen, wenn in einer Produktionsanlage allergene Nahrungsmittel parallel verarbeitet werden. Viele Hersteller geben an, dass ein Lebensmittel „Spuren von x enthalten kann“. Andere Hersteller verzichten auf den Spurenhinweise. In beiden Fällen gilt: Allergene können enthalten sein oder eben auch nicht. Für den Verbraucher ist die Kennzeichnung also nicht hilfreich.

Betroffenenverbände fordern daher den vollständigen Verzicht auf den Begriff „Spur“ und setzen sich für konsequente Allergenangaben ein. Viele Lebensmittelhersteller lehnen dies mit dem Verweis auf unsichere Allergenanalytik ab. Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) fordert die Politik daher auf, aktiv zu werden und in die Verbesserung der Allergenanalytik zu investieren, sowie eindeutige gesetzliche Regelungen für die Spurenkennzeichnung zu schaffen. Zudem sollte ein effizientes System zur Risikobewertung von Kontaminationen etabliert werden.

EUROPÄISCHE STIFTUNG FÜR ALLERGIEFORSCHUNG (ECARF)

Die gemeinnützige Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) will erreichen, dass Menschen mit Allergien bei Alltagsfragen und Therapieoptionen die bestmögliche Aufklärung und Versorgung erhalten. ECARF setzt sich ein für die Integration von Menschen mit schweren Allergien und den verantwortungsbewussten Umgang mit Allergien und Allergenen. Auf bundes- und landespolitischer Ebene engagiert sich die Stiftung dafür, dass das nötige Bewusstsein für Allergien entsteht und längst überfällige Verbesserungen in Angriff genommen werden.

www.ecarf.org

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