Beikost Allergieprävention

Mandy Ziegert, Medizinische Ernährungsberaterin an den DRK Kliniken in Berlin zu Beikost und Allergieprävention!

Beikost und Allergieprävention: Wie sieht die richtige Mischung aus?

Warum ist Honig für die Beikost nicht zu empfehlen?

Nicht ausreichend erhitzter Honig kann das Bakterium Clostridium botulinum enthalten, was bei Säuglingen zu Säuglings-Botulismus führen kann. Erst nach dem ersten Lebensjahr ist das Immunsystem des Säuglings so ausgereift, dass es dazu in der Lage ist, mit diesen Bakterien fertig zu werden.

Ebenso sollten Säuglinge mit der Einführung der Beikost keine schwer verdaulichen, blähenden Nahrungsmittel bekommen. Beispiele für schwer verdauliche Speisen sind z.B. alle Kohlarten wie Weißkohl, Rotkohl und Rosenkohl.

Auch die Hülsenfrüchte gehören sicher nicht zu den allerersten Nahrungsmitteln, die man Säuglingen mit der Beikost anbieten sollte. Hier kann man zum Ende des ersten Lebensjahres mit kleinen Mengen beginnen, diese Nahrungsmittel in die Beikost einzuführen.

Sojanahrung wird im 1. Lebensjahr nicht empfohlen, da Soja Phytoöstrogene enthält, welche Einfluss auf den menschlichen Stoffwechsel haben könnten.

Dagegen sollte man leicht verdauliche Gemüsesorten, wie z.B. Karotten, Zucchini oder Kürbis wählen.

 

Sind für die Beikost-Einführung frisch zubereitete Nahrungsmittel besser oder Fertigprodukte für Säuglinge?

Säuglingsnahrung ist wohl im Hinblick auf bestimmte Inhaltsstoffe, wie z.B. Nitrat, recht gut kontrolliert. Im Hinblick auf Vitamine und Mineralstoffe sind sich gut frisch zubereitete Breie und Breie aus dem Gläschen tatsächlich sehr ähnlich.

Allerdings: Selbst zubereitetes Gemüse schmeckt zum einen anders als die Fertigprodukte und der Geschmack variiert zudem bei jeder Zubereitung, auch bei der gleichen Rezeptur. Bei Gläschenkost ist der Geschmack jedoch immer der gleiche. Um eine einseitige Prägung des Geschmacks beim Säugling zu vermeiden, könnte deshalb eine Mischung aus Gläschenkost und Frischkost empfehlenswert sein. Auch auf eine bestimmte Marke bei der Gläschenkost sollte man sich aus diesem Grund nicht festlegen.

Gibt es Fehleinschätzungen in Bezug auf die Beikost-Einführung, die man unbedingt vermeiden sollte?

Ein Thema, das viele Eltern bewegt, ist der richtige Umgang mit der Kuhmilch. Viele Eltern, aber auch Ärzte, gehen davon aus, dass ein Säugling nicht vor dem ersten Lebensjahr mit Kuhmilch gefüttert werden darf.

Dabei handelt es sich jedoch um ein Missverständnis. Die Ursache dafür könnte darin liegen, dass Kinder, die nicht gestillt werden, als Ersatz für die Muttermilch bis zum ersten Lebensjahr eine Säuglingsnahrung erhalten und keine Kuhmilch. Kuhmilch ist als Muttermilch-Ersatz nicht geeignet, weil ihr Nährstoffgehalt nicht säuglingsgerecht ist – sie enthält zu viel Eiweiß und zu viele Mineralstoffe. Man müsste die Kuhmilch deshalb einerseits verdünnen und andererseits bestimmte Stoffe hinzufügen, damit sie der Muttermilch annähernd gleichkommt.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass man bei der Einführung der Beikost keine Milch für den Milch-Getreidebrei verwenden darf, allerdings limitiert auf 200 ml pro Tag.

Es gibt jedoch noch einen weiteren wichtigen Punkt beim Thema Säuglingsnahrung. Es werden Säuglingsnahrungen unterteilt nach Altersstufe angeboten. Es gibt Prä-Nahrung, die der Muttermilch am ähnlichsten ist. Weiter gibt es eine 1er-Nahrung, die zusätzlich ein Kohlenhydrat enthält. Die Folgenahrungen, 2-er und 3-er, können - laut Herstellerempfehlung - ab dem 6. Monat gegeben werden, enthalten aber zusätzlich Stärke und andere Kohlenhydrate, sowie Aromen.

Hier ist es für die Eltern wichtig zu wissen, dass die Prä- oder auch 1er-Nahrung für das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden kann. Eine Notwendigkeit für Folgenahrungen besteht nicht, weil ab dem 5. Lebensmonat bereits die Beikost beginnen sollte, die den wachsenden Nährstoffbedarf des Säuglings sehr gut abdeckt.

Frau Ziegert, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.