Lebensmittelbetrug

Dr. Andreas Kliemant, Koordinator der deutschen OPSON-Operation beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin zu Lebensmittelbetrug! (Foto: BVL)

Lebensmittelbetrug – denn sie wissen nicht, was sie essen! - Wie werden die OPSON-Operationen geplant?

Wie werden die OPSON-Operationen geplant?

Die OPSON-Operationen sind zielgerichtete Aktionen zur Bekämpfung von Lebensmittelbetrug. Aufgrund ihrer Zielgerichtetheit erfordern die OPSON-Operationen ein hohes Maß an Planungstiefe und Abstimmungsarbeit zwischen den Beteiligten. Unsere deutsche Operation OPSON VI diente neben der Sicherstellung gefälschter Lebensmittel auch dem Aufbau und der Stärkung der zwischenbehördlichen Zusammenarbeit der für Lebensmittelüberwachung und Verbraucherschutz zuständigen Behörden mit den Polizeibehörden und dem Zoll sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene. Beide Ziele wurden erreicht.

Wie groß ist die Erfolgsquote bei den OPSON-Operationen?

Die Erfolgsquote auf Zahlen der sichergestellten Lebensmittel zu bemessen, wäre unzureichend. Die Ergebnisse und Erfahrungen der zeitlich und thematisch fokussiert stattfindenden OPSON-Operationen sind Grundlage für die tagtägliche Arbeit der beteiligten Behörden bei der Bekämpfung von Lebensmittelbetrug. Das ist neben der Sicherstellung von 1.800 kg manipulierten Haselnusserzeugnissen, welche als Rohware für die Weiterverarbeitung in Lebensmitteln vorgesehen waren, der eigentliche Erfolg von OPSON.

Den beteiligten Mitgliedstaaten wird überlassen, auf welche Lebensmittel die jeweilige nationale Operation ausgerichtet werden soll. Dieses Jahr wurden in Deutschland bei der Opson-Operation 545.000 kg Haselnuss-Erzeugnisse aus Georgien, aus der Türkei und aus Italien untersucht. Wie kam es zu diesem speziellen Schwerpunkt „Haselnuss“ in Deutschland?

Die Beteiligten der deutschen OPSON-Operation entschieden sich für Haselnusserzeugnisse als Schwerpunkt der OPSON-Operation, da konkrete Hinweise auf Manipulationen bei diesen Erzeugnissen über die globalen Behördennetzwerke vorlagen. Außerdem wurde die Entwicklung der Weltmarktpreise über die letzten Jahre analysiert und festgestellt, dass aufgrund des Preisniveaus für Haselnüsse und der Verarbeitungsformen (gehackt, gemahlen) das Potenzial für betrügerische Manipulationen durch Verwendung von Erdnüssen oder Schalenfrüchten an Stelle von Haselnüssen vorhanden ist.

Es gibt auf europäischer und nationaler Ebene diverse Instanzen der Lebensmittelkontrolle. Wie kann es dann überhaupt zu  derartigen Verstößen kommen?

Tatsächlich geht der Untersuchungsschwerpunkt „Haselnussprodukte“ auf eine Meldung im Europäischen-Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) vom Anfang des Jahres 2016 zurück, die im Schnellwarnsystem aufgrund der akuten Gesundheitsgefahr für Allergiker gemeldet worden ist.

Zu vielen weiteren Fällen von Lebensmittelbetrug werden im täglichen Routinegeschäft über das System für Amtshilfe und Zusammenarbeit (AAC-System) europaweit Informationen zwischen den nationalen Kontaktstellen für Lebensmittelbetrug ausgetauscht. Je nach Dimension der Fälle schaltet sich die Europäische Kommission koordinierend ein und übernimmt im Fall von Drittstaaten auch die diplomatische Kommunikation. Im Unterschied zu OPSON-Operationen, die großes mediales Interesse genießen, erfolgt somit im Tagesgeschäft weitestgehend von der Öffentlichkeit unbemerkt europaweit die Bekämpfung von Lebensmittelbetrug.

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