Kreuzallergie Nahrungsmittel durch Frühblüher

Dr. Ute Lepp, Fachärztin für Lungenheilkunde und Allergologie in Buxtehude zu Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel Frühblüher-Allergien!

Allergiesymptome durch Nahrungsmittel? Kreuzallergie auf Frühblüher?

Wie erfolgt die Diagnose und mit Hilfe welcher Tests wird sie erstellt?

Die Diagnose wird gestellt, indem der Patient zunächst genau befragt wird, d.h. durch eine ausführliche Anamnese. Dann können sich Hauttest, Bluttest und, in Ausnahmefällen, Provokationstests anschließen. Beim Provokationstest verzehrt der Patient das verdächtige Nahrungsmittel unter ärztlicher Aufsicht. Wenn es sich um eine Frühblüherallergie handelt und die unverträglichen Nahrungsmittel den kreuzallergenen Nahrungsmitteln entsprechen, ist die Diagnose gestellt. Dabei gibt es, wie erwähnt, unterschiedliche Konstellationen. Manche Patienten sind auf mehrere Obstsorten, Nüsse oder Gemüsesorten allergisch, andere auf ein oder mehrere einzelne Nahrungsmittel.

Sie betonen die ausführliche Anamnese?

Die Anamnese ist für eine korrekte Diagnose sehr wichtig. Dabei sollte der Arzt genau erfragen, welche Nahrungsmittel die allergischen Reaktionen ausgelöst haben bzw. welche Zutaten die betreffenden Speisen hatten und wie sie zubereitet wurden. Im Zweifelsfall müssen die Patienten versuchen, dies im jeweiligen Restaurant oder in der Kantine in Erfahrung zu bringen bzw. anhand der Zutatenliste auf der Lebensmittelverpackung ermitteln.

Außerdem sind die genauen Symptome, der zeitliche Ablauf und die Schwere der Reaktion von Bedeutung. Weitere wichtige Faktoren sind z.B., ob es bereits zu einem früheren Zeitpunkt zu allergischen Reaktionen beim Essen kam, ob Allergien bestehen oder ob weitere Erkrankungen vorliegen. In diesem Zusammenhang kann es auch angeraten sein, dass der Patient ein spezielles Beschwerde-Ernährungstagebuch führt.

Wenn die Ergebnisse aus Anamnese und Standardallergietest nicht zusammen passen, gibt es die Möglichkeit, die Einzelallergene mit Hilfe der molekularen Allergiediagnostik zu untersuchen. Mit diesem speziellen Bluttest lässt genau bestimmen, ob und wogegen eine Allergie besteht.

 

Wie sollten Patienten mit Frühblüherallergien mit Kreuzreaktionen umgehen?

Das Meiden des Allergens ist die wichtigste Therapiemaßnahme. Ich empfehle Patienten mit einer Kreuzallergie auf Frühblüher grundsätzlich eine gute Beratung durch eine speziell allergologisch geschulte Ernährungsfachkraft. Die Adressen dazu findet man z.B. auf der Seite des Deutschen Allergie und Asthmabundes (www.daab.de).

Weiter ist es möglich, eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntehrapie) gegen die Frühblüher-Baumpollen vorzunehmen. Dies ist empfehlenswert, wenn die Patienten aufgrund ihrer Frühblüherallergie starke Heuschnupfenbeschwerden haben, die von Jahr zu Jahr schlimmer werden und die mit Antiallergika und kortisonhaltigen Nasensprays nicht ausreichend beherrschbar sind. Auch bronchiale Beschwerden, wie Husten oder ein drohendes Asthma wären ein Grund dafür, eine spezifische Immuntherapie zu empfehlen. Dies ist der eigentliche Therapiegrund, denn allein aufgrund der Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel würde man diese Therapie nicht durchführen.

Einige Patienten können durch die spezifische Immuntherapie die zuvor unverträglichen Nahrungsmittel wieder essen. Allerdings ist dies nur bei einem Drittel der Patienten, die eine spezifische Immuntherapie durchführen, der Fall.

Empfehlen Sie für die spezifische Immuntherapie gegen Frühblüherpollen eher die subcutane Immuntherapie (SCIT) oder die sublinguale Immuntherapie (SLIT)?  

Eine ausreichend hochdosierte sublinguale Immuntherapie steht aktuell nicht zur Verfügung. Unabhängig davon sollte man bedenken, dass Patienten mit Allergie auf Frühblüher, die auch unter Kreuzreaktionen leiden, ja gerade mit allergischen Symptomen im Mund- und Rachenraum zu kämpfen haben. Bei der SLIT würden mögliche Nebenwirkungen aber genau dort auftreten. Für die Patienten wäre das kein motivierender Faktor für eine Therapie. Deshalb ist für die meisten Frühblüher-Allergiker die subcutane Immuntherapie die bessere Wahl. Bei 80 bis 90 Prozent der Patienten verbessern sich dadurch die Symptome oder verschwinden ganz.  

Frau Dr. Lepp, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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