Kreuzallergie Nahrungsmittel durch Frühblüher

Dr. Ute Lepp, Fachärztin für Lungenheilkunde und Allergologie in Buxtehude zu Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel Frühblüher-Allergien!

Allergiesymptome durch Nahrungsmittel? Kreuzallergie auf Frühblüher?

Zu welchen Beschwerden kann es durch die Kreuzallergie auf Frühblüher wie Hasel, Erle oder Birke kommen?

Die meisten Patienten haben sofort beim Essen des relevanten Nahrungsmittels „nur“ ein Kribbeln in Mund und Rachen, ein orales Allergiesyndrom. Bei manchen schwillt auch mal das Zäpfchen an oder der Rachen wird eng. Das ist sehr unangenehm, aber meist nicht lebensbedrohlich. Stärkere allergische Kreislaufbeschwerden können vorkommen, treten aber selten auf. Grundsätzlich gibt es jedoch bei der Kreuzallergie auf Nahrungsmittel unterschiedliche Schweregrade, die von der Allergenmenge und der Stärke der Allergie beim Betroffenen beeinflusst werden. Es kommt also auf der Seite des Nahrungsmittels darauf an, wie viel Allergen es enthält. Das kann zum Beispiel bei verschiedenen Apfelsorten unterschiedlich sein.  

Bei Haselnuss und bei Soja kann es aber durchaus zu lebensbedrohlichen Situationen kommen, wie gesagt, insbesondere durch sojahaltige Abnehmprodukte, da diese eine hohe Menge des auslösenden Allergens enthalten können. Deshalb sollten Patienten mit einer Frühblüherallergie diese Nahrungsmittel, sowie Produkte, die diese Zutaten enthalten, meiden.

 

Welchen Einfluss hat die unterschiedliche Allergenität verschiedener Apfelsorten auf die Symptome bei einer Kreuzallergie auf Frühblüher?

Ein sehr empfindlicher Allergiker mit einer Frühblüherallergie kann auf eine sehr allergenhaltige Apfelsorte mit starken Symptomen reagieren und auf verschiedene Apfelsorten auch unterschiedlich stark. Zu den wenig allergenen Apfelsorten gehört z.B. die Sorte Santana. Allerdings ist der Santana nur wenige Wochen haltbar und deshalb hat sich diese Apfelsorte im Handel nicht durchgesetzt.

Häufig wird vermutet, dass alte Apfelsorten besonders allergenarm seien. Das lässt sich allerdings nicht bestätigen, denn eine ganze Reihe der im Handel erhältlichen Äpfel sind alte Sorten, z.B. der Golden Delicious, und dennoch sind sie manchmal stark allergen. Alte Apfelsorten werden deshalb nicht mehr angebaut, weil sie sich in Bezug auf ihre Widerstandsfähigkeit oder die Erntemenge, weniger gut profitabel anbauen lassen. Das heißt aber nicht, dass sie gesünder sind oder weniger Allergene haben.

Man bemüht sich, gerade hier in der Region im Estebau Obstbauzentrum Jork darum, neue, allergenärmere Apfelsorten zu züchten.

Generelle Aussagen zur Verträglichkeit einzelner Apfelsorten für Apfelallergiker kann man nicht treffen, da nicht vorhersehbar ist, wie schwer ein Allergiker reagieren wird.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Stärke der allergischen Reaktionen bei Kreuzreaktionen auf Frühblüher von der Empfindlichkeit des Patienten, der Dosis und der Jahreszeit abhängt. Deshalb empfehlen wir den Patienten, in der Pollenflugzeit grundsätzlich keine möglicherweise kreuzreaktiven Obstsorten zu verzehren, es sei denn, sie sind ausreichend stark erhitzt worden.

Welchen Einfluss hat das Erhitzen von Nahrungsmitteln auf mögliche Kreuzrektionen bei Frühblüher-Allergikern?

Das Allergen im Obst ist extrem hitzeempfindlich. Durch Erhitzen und Dämpfen wird es zerstört. Manchmal reduziert sich die Allergenität sogar durch Oxidation. Es gibt Patienten, die berichten, dass sie z.B. Äpfel besser vertragen, wenn sie nach dem Schälen braun werden.

Bei den Baum- und Erdnüssen ist dies allerdings nicht so, weil man sie nicht ausreichend erhitzen kann, Nüsse bleiben immer gefährlich. Das gilt auch für den Nusskuchen, der bei 200 ° C gebacken wird, denn man kann nicht sicher sein, dass der Kuchen in der Mitte auch diese hohe Temperatur erreicht.

Ein ähnliches Problem besteht bei Karotten und Sellerie. Bissfest gekocht kann beides noch allergen sein, erst ganz durchgekocht ist die Allergenität nicht mehr vorhanden. Bei Kartoffeln, die normalerweise nicht roh oder bissfest zubereitet werden, können die Patienten ein orales Allergiesyndrom bekommen, wenn die Speisen nicht richtig gegart wurden, z.B. beim Rösti, wenn es innen noch nicht ganz „durch“ ist.

Interessanterweise berichten manche Patienten, dass sie bei Kartoffeln und bei Karotten durch das Schälen allergische Symptome bekommen. Beim Schälen entstehen kleine Tröpfchen, die wie Pollen in die Nase gelangen und an der Nasenschleimhaut heuschnupfenartige Symptome auslösen können.

Kann es denn generell bei kreuzallergischen Frühblüher-Allergikern auch zu anaphylaktischen Reaktionen kommen?

Das ist sehr selten, aber möglich ist es. Zu Anaphylaxien kommt es bei den Kreuzallergikern dann vor allem durch Sojaprodukte und Nüsse.

Insbesondere manche Diätprodukte mit Sojabestandteilen können eine Gefahr für Baumpollenallergiker darstellen. Soja steht dort zwar auf den Zutatenlisten, aber oft ist es den Patienten, die auf Frühblüher allergisch sind, nicht bewusst, dass Soja für sie ein Risiko darstellen könnte.

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