Allergie auf Kuhmilcheiweiß oder Hühnereiweiß: Mit der „Leiter“ werden kleine Kinder schneller tolerant!
Bei einer Allergie auf Kuhmilcheiweiß oder Hühnereiweiß ist die Prognose für Kinder gut. 80 Prozent der Betroffenen verlieren diese Nahrungsmittelallergien bis zum Alter von etwa sechs Jahren. Die Zeit bis dahin kann aber stressig sein, denn wenn Milch und Ei strikt gemieden werden müssen, bedeutet dies einen erheblichen Aufwand für die Kinder, die Familie und das Umfeld. Eine Möglichkeit, den Weg zur Allergentoleranz abzukürzen, bietet das Leiter-Konzept. Darüber sprach Dr. med. Sunhild Gernert, Oberärztin und Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in der Kinderpneumologie und Allergologie der GFO Kliniken Bonn beim DAIT 2025 mit MeinAllergiePortal.

Autor: Sabine Jossé
Interviewpartner: Dr. med. Sunhild Gernert
Zwar bringt die absolute Allergenkarenz ein hohes Maß an Sicherheit vor anaphylaktischen Reaktionen, es gibt aber auch Nachteile. So leben die Familien oft in der ständigen Angst vor einem versehentlichen Allergenkontakt und bei Kindern mit nicht IgE-vermittelten Allergien besteht die Gefahr, dass es durch eine langjährige Allergenkarenz zu einer zusätzlichen Allergie vom Soforttyp kommt. Mit einem sogenannten „Leiter“-Konzept ist es in bestimmten Fällen möglich, die Zeit der Allergenkarenz bis zum Erreichen der Toleranz zu überbrücken oder gar zu verkürzen. „Geeignet sind aus meiner Sicht unter anderem Kinder unter 3 Jahren, die nur milde auf eine größere Menge Milch oder Ei reagiert haben, zum Beispiel mit einer Nesselsucht oder mildem Erbrechen“, erklärt Dr. med. Sunhild Gernert, Oberärztin und Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in der Kinderpneumologie und Allergologie der GFO Kliniken Bonn, „ebenso geeignet sind Kinder, die schon gebackene Milch oder gebackenes Ei vertragen“. Im Prinzip besteht das Konzept der Leiter in der stufenweisen Einführung des Allergens, welches in bestimmten Speisen verarbeitet ist. Durch den regelmäßigen Kontakt gewöhnt sich das Immunsystem daran und es findet eine langsame Toleranzinduktion statt. Dabei wird die Allergenmenge und die Form der Zubereitung in jeder etwa dreimonatigen Stufe der Leiter von „verbacken oder stark erhitzt“ bis zu „fast roh“ gesteigert, das ganze läuft über ein bis zwei Jahre. „Der Vorteil ist, dass das Leben der Familien erleichtert wird, da die Kinder auf weniger Speisen verzichten müssen und dass die Toleranz bestenfalls schneller entwickelt wird“, betont Dr. Gernert, „allerdings erfordert die „Leiter“ ein hohes Maß an Mitarbeit der Familien und es kann auch zu meist milden Nebenwirkungen bis hin zur schweren allergischen Reaktion kommen“. Daher muss eine Notfallapotheke vorhanden sein und die Eltern sollten geschult sein im Erkennen und behandeln von allergischen Reaktionen. Die „Leiter“ muss deshalb unter Aufsicht eines Kinderarztes oder Allergologen und begleitet durch eine spezialisiert Ernährungsfachkraft durchgeführt werden und sollte Kleinkindern ohne Risiko für schwere allergische Reaktionen vorbehalten sein.
Allergie auf Kuhmilch und Hühnerei: Mit der Leiter werden Kinder schneller tolerant!
Wie kann man #Kinder mit #Allergien schneller #tolerant machen? Was ist eine #Hühnereileiter oder #Milchleiter? Das erklärt Dr. med. Sunhild Gernert, Oberärztin und Fachärztin für Kinder- und Jugendme...Wichtiger Hinweis
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