Mastzellaktivierungserkrankungen MCAD

Neue Website zu systemischen Mastzellaktivierungserkrankungen (MCAD)

Neue Website zu systemischen Mastzellaktivierungs­erkrankungen (MCAD)

Zu welchen konkreten Krankheitsbildern findet man bei http://www.mastzellaktivierung.info Informationen?

Das ist genau das grosse Problem: Es gibt kein einheitliches Krankheitsbild, anhand dessen man ein MCAS erkennen könnte.

Mastzellen sind die „Wächterzellen“ des Immunsystems. Sie dienen dazu, Körperfremdes, Schädliches zu entdecken und die umliegenden Zellen, vor allem die Zellen des Immunsystems, mittels Ausschüttung chemischer Botenstoffe zu alarmieren. Die im Knochenmark gebildeten Mastzellen wandern durch die Gewebe in sämtliche Organe, um dort ihre Funktion zu erfüllen.

Die Erkrankung entsteht, indem in einer einzelnen Stammzelle irgendwo im Knochenmark eine Mutation auftritt, die sich mastzellaktivierend auswirkt. Diese Stammzelle produziert fortan Mastzellen mit diesem aktivierenden Gendefekt. Solche krankhaft veränderten Mastzellen sind entweder daueraktiviert, reagieren zu empfindlich auf äussere Reize oder nehmen zahlenmässig überhand. Dies sorgt häufig oder ständig für „Fehlalarme“.

Welche Symptome auftreten, hängt jedoch davon ab, welchen mastzellaktivierenden Reizen man ausgesetzt ist, und welche Organe und Gewebe mit mutierten Mastzellen infiltriert sind. Eine besonders hohe Mastzelldichte findet sich in den Schleimhäuten (insbesondere im Darm), in der Haut und entlang von Nervenzellen und Blutgefässen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Organsysteme mit betroffen sind. Ansonsten hängt es aber vom Zufall ab, in welchen Organen oder Körperstellen im Einzelfall Beschwerden auftreten. Möglich ist eine riesige Palette an unspezifischen Symptomen, aber jeder Betroffene zeigt wieder ein etwas anderes Krankheitsbild oder wechselnde Symptome.

Die im Übermass ausgeschütteten Botenstoffe vermögen auch gesunde Mastzellen sekundär zu aktivieren, bis sich je nach Schweregrad und Trigger-Exposition schliesslich systemisch der ganze Körper grundlos im „Kriegszustand“ befindet. Der Körper reagiert auf normalerweise harmlose Umwelteinflüsse mit „Kranksein“, obwohl gar kein Krankheitserreger da ist.

Ob man betroffen ist, kann man daher nicht anhand von Symptomen oder einem Krankheitsbild feststellen. Eine aussagekräftige laboranalytische Diagnosemöglichkeit existiert ebenfalls noch nicht. Am zuverlässigsten lässt sich der Verdacht erhärten, indem man die Therapie ausprobiert: Mittels Meiden der Auslöser und mastzellspezifischer Medikation lassen sich aktivierte Mastzellen wieder beruhigen (zumindest die sekundär aktivierten gesunden Mastzellen).

Was bietet www.mastzellaktivierung.info im Vergleich zu Ihrer SIGHI-Website www.histaminintoleranz.ch und wie werden die Websites „zusammenarbeiten“?

Beide Sites sind ähnlich aufgebaut. Wir versuchen, möglichst umfassend über das Thema zu informieren. Man findet sowohl wissenschaftliche Hintergründe über den Krankheitsmechanismus, die Diagnose und die Therapie, wie auch Ratschläge für Betroffene, wie man mit der Krankheit umgehen und möglichst viel Lebensqualität zurückgewinnen kann. Über eine gut strukturierte Seitennavigation, Querverweise und Zusammenfassungen soll in der Informationsflut das Gesuchte trotzdem auffindbar und übersichtlich dargestellt sein.

Eine Zusammenarbeit gibt es bezüglich Mitgliedschaft: Wer sich bei einer der beiden SIGHI-Sites als Mitglied anmeldet, erhält vollen Zugriff auf beide Websites. Für Betroffene hat dies den Vorteil, dass man schon beim ersten Verdacht eine Mitgliedschaft beantragen und Zugriff auf alle Hilfsmittel zu beiden Themen erhalten kann, ohne zweimal bezahlen zu müssen. So trifft man sicher nicht die falsche Entscheidung, auch wenn im Laufe der ärztlichen Abklärungen längere Zeit nicht feststeht, welche der beiden Erkrankungen vorliegt.

Einzelne Inhalte kostenpflichtig zu machen, ist leider unumgänglich, um dieses Projekt finanzieren zu können. Trotzdem haben wir uns auch hier wieder dazu entschieden, dass fast alle Informationen kostenlos abrufbar sein sollen, um möglichst viele Betroffene und Fachpersonen erreichen zu können.

Am meisten können Sie jedoch zum Erfolg dieses Projektes beitragen, indem Sie Ihren Bekanntenkreis und alle Patienten mit Symptomen unklarer Ursache auf das Thema MCAD aufmerksam machen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen viele Aha-Erlebnisse beim Stöbern in unseren umfangreichen Inhalten.

Herr Lamprecht, herzlichen Dank für dieses Interview!

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