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Mastozytose Patienten Waldbaden

Waltraud Schinhofen erklärt, wie Waldbaden Mastozytose-Patienten helfen könnte!

Mastozytose-Patienten: Könnte Waldbaden helfen?

Die Rolle der Psyche rückt bei chronischen Erkrankungen zunehmend in den Fokus. So scheint die Wirksamkeit von therapeutischen Maßnahmen auch davon abzuhängen, ob der Patient gestresst oder ausgeglichen ist. Eine Möglichkeit, Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu fördern, ist der Aufenthalt in der Natur, zum Beispiel mit dem gerade vieldiskutierten „Waldbaden“. Zwar gibt es bislang keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die eine spezifische Wirkung bei Mastozytose belegen würden, aber möglicherweise könnte das Waldbaden ja tatsächlich für einige Patienten eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens herbeiführen, was insgesamt zuträglich erachtet werden kann. MeinAllergiePortal sprach mit Waltraud Schinhofen, 1. Vorsitzende beim Selbsthilfe-Verein Mastozytose e.V., wie Waldbaden Mastozytose-Patienten helfen könnte.

Frau Schinhofen, wie kamen Sie auf das Waldbaden?

Im letzten Jahr ging es mir über lange Zeit gesundheitlich sehr schlecht. Abgesehen von der Mastozytose hatte ich eine Infektion nach der anderen. Die wirklich schlechte Zeit hatte bereits schon im Jahr davor angefangen und es wurde trotz aller Bemühungen immer schlechter, bis es schließlich darin gipfelte, dass ich im Frühjahr 2018 so krank wurde, dass gar nichts mehr ging. Ich war körperlich und seelisch in einem sehr desolaten Zustand. Ich habe keine Medikamente mehr vertragen und massiv auf Nahrungsmittel reagiert. Zudem hatte meine körperliche Leistungsfähigkeit erheblich nachgelassen, sodass ich nicht mehr in der Lage war, meinen Alltag zu bewältigen und dadurch stand ich unter einem enormen Stress. Sämtliche Behandlungskonzepte führten leider nicht zur Besserung meiner Beschwerden, aber damit wollte und konnte ich mich nicht abfinden. Ich habe daher bewusst nach Möglichkeiten gesucht, aktiv zu werden und habe mich gefragt, was ich selbst zu meinem Wohlbefinden und meiner Gesundheit beitragen könnte. Ich habe mir dann einiges an Literatur besorgt und als ich angefangen habe zu lesen, bin ich auf Themen gestoßen, mit denen ich mich bisher noch nicht näher beschäftigt hatte. Unter anderem bin ich auf das Thema Waldbaden und Achtsamkeit gestoßen.

 

Was genau ist mit Waldbaden gemeint?

Es gibt keine strenge Regel, die man beim Waldbaden befolgen muss. Jeder muss seinen Weg finden, der ihm gut tut. Es geht darum, den Wald mit allen Sinnen zu erleben. Hierfür ist es wichtig, sich ausreichend Zeit für das Waldbaden zu nehmen und dafür zu sorgen, dass man nicht abgelenkt wird, damit die positive Energie des Waldes zum Tragen kommt. Bereits 20 Minuten haben meines Erachtens einen positiven Effekt auf den Organismus. Je länger man sich im Wald aufhält, desto stärker sind die Effekte.

Wie „badet“ man denn im Wald?

Ich persönlich mache beim Waldbaden immer wieder Atem- und Achtsamkeitsübungen. Das bedeutet, ich bleibe oft stehen, schaue mich ganz bewusst im Wald um. Anleitungen hierfür findet man überall und es ist einfach zu lernen. Gerne setze ich mich beim Waldbaden auch auf eine Bank und betrachte die Umgebung und höre auf die verschiedenen Geräusche des Waldes und der Tiere und nehme die verschiedenen Gerüche des Waldes in mich auf. Auch die wechselnden Farben und Strukturen des Waldes nehme ich bewusst wahr. Es geht also in erster Linie um Achtsamkeit und Bewusstheit. Sollte kein Wald in der Nähe sein, funktioniert das im Prinzip auch in einem Park oder Garten.

Wie unterscheidet sich Waldbaden vom Wandern?

Wandern zählt zu den gemäßigten Sportarten. Beim Wandern geht es darum, bewusst etwas aktiv für die Gesundheit zu tun. Meist wandert man über weitere Strecken und über einen langen Zeitraum. Beim Waldbaden dagegen ist weder die zurückgelegte Strecke noch eine lange „Badezeit“ auschlaggebend. Wie gesagt reichen mir beim Waldbaden bereits 20 Minuten, um einen positiven Effekt zu erzielen. Um zu wandern, benötigt man eine bestimmte körperliche Fitness, Waldbaden dagegen kann jeder unabhängig von seiner körperlichen Verfassung.