Mastozytose – Osteopenie – Osteoporose

Dr. Frank Siebenhaar, Leiter der Mastozytose-Sprechstunde des Mastozytose-Centrums der Charité in Berlin

Mastozytose – Osteopenie – Osteoporose: Risiken für die Knochen?

Wann im Verlauf der Mastozytose kommt es üblicherweise zu einer Osteoporose oder anderen Knochenproblemen? Kann man sagen, wie hoch das prozentuale Risiko ist?

Im Mittel sehen wir die Osteoporose bei Patienten mit Mastozytose gehäuft im Alter ab dem 50. Lebensjahr. Diese Beobachtung ist allerdings nicht auf den Verlauf der Erkrankung zurückzuführen und man kann nicht sagen, dass das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, für Mastozytose-Patienten mit zunehmendem Alter steigt.

Zum einen besteht die Mastozytose bei den von uns beobachteten Patienten über 50 Jahren unterschiedlich lang. Dann gibt es noch andere Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Z.B. steigt das Risiko für eine Osteoporose im höheren Lebensalter unabhängig von der Mastozytose, insbesondere bei Frauen auf Grund der abnehmenden Östrogenaktivität.

Wichtig zu erwähnen ist allerdings, dass die mastozytoseerkrankten Männer statistisch geringfügig gefährdeter sind, eine Osteoporose mit erhöhtem Frakturrisiko zu erwerben, als Frauen mit Mastozytose. Das heißt, dass das Osteoporose-Risiko für Männer mit Mastozytose insgesamt deutlich steigt, denn "normalerweise" sind es die Frauen, die ein höheres Osteoporoserisiko haben.

Tritt eine begleitende Knochenerkrankung nur bei Erwachsenen auf oder ist sie auch bei Kindern möglich?

Bei Kindern mit Mastozytose haben wir Osteoporose noch nicht beobachtet, denn bei Kindern sehen wir meist die isolierten Formen der Hautmastozytose.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind auch die Formen der idiopathischen Osteoporose. Mit idiopathischer Osteoporose bezeichnet man jene Formen der Osteoporose, bei denen man die Ursache nicht ermitteln kann. Bei nicht wenigen unserer Patienten hat sich gezeigt, dass ihre Osteoporose auf eine Mastozytose als Grunderkrankung zurückgeführt werden konnte. Bei diesen Patienten war die Mastozytose zunächst nicht bekannt, denn die Symptomatik der Osteoporose stand im Vordergrund. Deshalb ist es bei Patienten mit einer idiopathischen Osteoporose sinnvoll, auch an eine zu Grunde liegende Mastozytose zu denken.

Wird bei einer systemischen Mastozytose routinemäßig die Knochendichte überprüft?

Zumindest in Deutschland gibt es die Empfehlung, die Knochendichte bei allen erwachsenen Patienten mit einer Mastozytose zu bestimmen, um einen Basiswert zu bekommen. Ergibt sich aus dieser Untersuchung ein auffälliger Befund, wird man eine entsprechende Behandlung beginnen und regelmäßige Kontrollen durchführen. Der Abstand der Kontrollen zur Überprüfung der Therapie ergibt sich aus dem Schweregrad der Osteoporose und der Art der Therapie. Sind die Werte normal oder besteht eine Osteopenie, die als solche nicht behandelt werden muss, wird man diesen Befund alle zwei Jahre überprüfen.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.