Mastzellen-Aktivierungssyndrom Ernährung

Dipl. Ernährungswissenschaftlerin Ute Tischler-David zum Mastzellen-Aktivierungssyndrom (MCAS)!

Mastzellen-Aktivierungssyndrom: Spielt Ernährung eine Rolle?

Gibt es Nahrungsmittel, die ein MCAS dämpfen können?

Bis jetzt ist nicht bekannt, dass es Lebensmittel gibt, die ein MCAS dämpfen.

Einen positiven Einfluss hat wahrscheinlich eine Ernährungsweise, die gute Darmbakterien fördert und somit die Schleimschicht stärkt und die Darmschleimhaut festigt. Eine solche Ernährungsweise beinhaltet ausreichend Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Sauermilchprodukte.

Auch entblähende Kräuter wie Kümmel, Fenchel, Pfefferminze können positiv wirken.

Spielen auch andere Faktoren, wie Zubereitung, Zusammensetzung des Speiseplans etc. eine Rolle?

Wahrscheinlich ja. So reagieren manche Personen auf scharfe Gewürze wie Chili, Pfeffer, Ingwer oder blähende Nahrungsmittel. Auch zu heiße oder zu kalte Speisen, oder Getränke, Hunger oder Vollsein können Mastzellen reizen.

Was empfehlen Sie Ihren MCAS-Patienten und wie gehen sie vor?

Ich empfehle als erstes auf das Ernährungsverhalten zu achten, d.h. regelmäßig essen, mit 3 bis 6 Mahlzeiten pro Tag; die Mahlzeitenmenge lieber kleiner lassen, dafür öfter essen. Aufhören wenn man satt ist, auch wenn nur noch 1 oder 2 Löffelchen auf dem Teller liegen. Langsam essen und sehr gut kauen, das Essen genießen. Das Essen sollte nicht zu heiß und nicht zu kalt und mild gewürzt sein. Zum Essen nicht trinken. Durch dieses Ernährungsverhalten können die Reize Hunger, voll, heiß, kalt, scharf minimiert werden.

Die Mahlzeiten sollten immer aus einer Kohlenhydrat-Komponente, einem eiweißhaltigen Lebensmittel, Gemüse oder Obst und etwas Pflanzenöl bestehen. So wird eine Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen gesichert, genügend Futter für die guten Darmbakterien geliefert und eventuell kritische Lebensmittelbestandteile werden „verdünnt“.

Weiter sollten MCAS-Patienten die Mahlzeiten selber zubereiten, aus frischen oder tiefgekühlten Nahrungsmitteln und mild würzen und selten Fertiggerichte oder Teilfertiggerichte verwenden. So können Lebensmittelzusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Farbstoffe, Aromastoffe und Verdickungsmittel als Auslöser vermieden werden. Weiter sollten sie Alkohol auf ein Minimum reduzieren.

Mit dieser Ernährungsweise und mit Hilfe von Ernährungs-Symptom-Protokollen schaue ich dann, welches die kritischen Lebensmittel sind. Während einer Karenzphase von ca. 4 Wochen, werden diese Lebensmittel vom Speiseplan genommen. Danach wird ausgetestet, in welcher Menge diese Nahrungsmittel noch verträglich sind. So ergibt sich für Betroffene eine ganz individuelle Nahrungsmittelauswahl.

Frau Tischler David, herzlichen Dank für dieses Interview!

 

Einen Vortrag zum Thema MCAS hält Frau Tischler-David am 18.5.2018 hier!

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