Laktoseintoleranz Laktose

Laktoseintoleranz: In welchen Lebensmitteln versteckt sich Laktose?

Laktoseintoleranz: Wo versteckt sich Laktose? - Laktose in Milchprodukten: Wieviel ist drin in Käse, Joghurt, Quark und Co.?

Laktose in Milchprodukten: Wieviel ist drin in Käse, Joghurt, Quark und Co.?

Nicht alle Milchprodukte enthalten gleich viel Laktose. Dementsprechend müssen Patienten mit Laktoseintoleranz auch nicht strikt alle Milchprodukte aus dem Speiseplan streichen. Der Verarbeitungsgrad der Milch kann den Laktosegehalt verringern oder erhöhen. Eine gute Orientierungshilfe für den Essalltag ist die Faustregel: Je fester das Produkt, desto besser ist die Bekömmlichkeit des Lebensmittels. Je weicher und je flüssiger das Produkt ist, desto schneller kann es den Magen-Darm-Trakt passieren, im Dickdarm ankommen und Symptome verursachen.

Laktosegehalt in ausgewählten Lebensmitteln in Gramm pro 100 Gramm:

  • Butter, je nach Sorte: 0,1-0,7 Gramm
  • Buttermilch: 4,0 Gramm
  • Emmentaler Hartkäse mindestens 45 Prozent Fett in Trockenmenge: 0,0 Gramm
  • Frischkäse: 2,6 Gramm
  • Kaffeeweißer: 55,0 Gramm
  • Kondensmilch 10 Prozent: 12,5 Gramm
  • Kondensmilch 4 Prozent: 2,2 Gramm
  • Kuhmilch Trinkmilch 3,5 Prozent Fett: 4,7 Gramm
  • Molkenpulver: 65,9 Gramm
  • Mozzarella: 0,0 Gramm
  • Joghurt 3,5 Prozent Fett: 3,2 Gramm
  • Quark unter 10 Prozent Fett in Trockenmasse: 3,2 Gramm
  • Saure Sahne Prozent Fett: 3,5 Gramm

Zu berücksichtigen sind die angepassten Portionsgrößen beim Verzehr des jeweiligen Lebensmittels innerhalb der Mahlzeit, da diese nicht immer 100 Gramm entsprechen. Beispielsweise sind es für Erwachsene bei Butter 20 Gramm pro Portion, so dass die geringe Menge an Laktose vernachlässigt werden kann.

Laktoseintoleranz: Wann ist es zu viel Laktose und was passiert im Körper?

Isst man viele Milchprodukte oder Fertigprodukte, die reichlich Laktose enthalten, kann es passieren, dass eine Laktosemenge in den Dünndarm gelangt, die dieser in dem dafür vorgesehenen physiologischen Zeitfenster nicht verarbeiten kann. Um besser zu verstehen, warum das so ist, hilft ein Blick auf die Prozesse, die bei der Verarbeitung von Laktose im Körper stattfinden. Laktose ist ein Disaccharid, bestehend aus den zwei Einfachzuckern Glucose und Galaktose. Im Dünndarm wird die Laktose durch das körpereigene Enzym Laktase gespalten. Ist die Enzymaktivität eingeschränkt oder kaum vorhanden, wird die Laktose weiter in den Dickdarm transportiert und von den dort lebenden Darmbakterien zersetzt. Dadurch entstehen Gase wie Buttersäure und kurzkettige Fettsäuren, die Symptome wie zum Beispiel Übelkeit, Blähungen, Völlegefühl bis hin zu Durchfall verursachen können. Die Beschwerden treten in der Regel 30 Minuten bis vier Stunden nach Laktoseverzehr auf. Sie können individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Laktose in Lebensmitteln: Wie sieht die Kennzeichnung aus?

In der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) sind Kennzeichnung und Nährwertinformation von industriell gefertigten Lebensmitteln europaweit geregelt. Laut LMIV Nr.1169/ 2011 ist die Allergenkennzeichnung von den 14 häufigsten Auslöser von Lebensmittelallergien und Lebensmittelintoleranzen für die Hersteller verpflichtend. Hierzu zählen Milch und Milcherzeugnisse, einschließlich Laktose, sprich Milchzucker. Der entsprechende Bestandteil muss in der Zutatenliste deutlich hervorgehoben werden und gut lesbar sein. Die Allergenkennzeichnung gilt seit dem 14. Dezember 2014 ebenfalls für unverpackte Ware, beispielsweise an der Wursttheke oder im Restaurant. Während die LMIV bei verpackten Lebensmitteln umgesetzt wird, ist dies bei unverpackten Lebensmitteln nicht immer der Fall. Oft liegen beim Bäcker oder Metzger Listen aus, oder der Kunde muss explizit nachfragen. Nicht immer ist die Auskunft dann verlässlich.

Laktosegehalt in Lebensmitteln: Wie liest man die Kennzeichnung richtig?

Aktuell gibt es keine klare Regelung für die Kennzeichnung ‚laktosefrei‘, was für die Verbraucher irreführend sein kann. Enthält ein Produkt den Zusatz „laktosefrei“ bedeutet dies nicht, dass das entsprechende Produkt keinerlei Laktose enthält. Vielmehr können in einem verzehrfertigen Lebensmittel immer noch geringe Mengen Laktose – bis zu 0,1 Gramm pro 100 Gramm oder 100 Milliliter - enthalten sein.

Außerdem dürfen als „laktosearm“ alle Lebensmittel gekennzeichnet werden, die nicht zur Kategorie der Milchprodukte gehören. Das gilt beispielsweise auch für Nüsse, Getreideflocken oder Lebensmittel für medizinische Zwecke. Der Laktosegehalt des verzehrfertigen Lebensmittels darf dann zwischen 0,1 und 1,0 Gramm pro 100 Gramm oder 100 Milliliter liegen.

Diese Regelung führt zu einigen „Merkwürdigkeiten“. So ist es zum Beispiel den Herstellern erlaubt, Pflanzenöle, die von Natur aus keine Laktose enthalten, mit dem Zusatz „laktosefrei“ zu versehen, wenn aus Werbezwecken die Eigenschaften des Produkts klar abgegrenzt und hervorgehoben werden sollen.

Ein weiteres Beispiel: Aus Marketinggründen kann bei Käse, ein Produkt wie Edamer, ein Schnittkäse, oder Camembert, ein Weichkäse, als laktosefrei ausgewiesen sein, obwohl diese Käsesorten von Natur aus laktosefrei sind. Des Öfteren sind die vermeintlich speziell laktosefrei hergestellten Produkte nicht nur teurer als das Originalprodukt, sondern sie werden auch in deutlich kleineren Packungsgrößen verkauft. Gesetzliche Regelungen gibt es hierfür nicht.

Auch der Satz „Kann Spuren von … enthalten“ sorgt bei Verbrauchern mit Laktoseintoleranz immer wieder für Verwirrung. Wichtig zu wissen ist, dass es sich seitens des Herstellers um eine freiwillige Angabe handelt. Das bedeutet, wenn Produkte diesen Hinweis nicht enthalten, sind sie nicht automatisch spurenfrei. Umgekehrt nutzen viele Hersteller diese Angabe auch aus Absicherungsgründen. In der Lebensmittelproduktion werden oft viele Rezepturen parallel verarbeitet, und der Hersteller kann deshalb oft nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob Spuren von Laktose in den Produkten vorhanden sein könnten. Aber: Menschen mit einer Laktoseintoleranz können Produkte, die Spuren von Laktose enthalten, in der Regel verzehren. Die Spuren sind zu gering, um Symptome zu verursachen.

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