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Durchfall, Erbrechen, Spucken, Kuhmilch, Allergie

Durchfall, Erbrechen, Spucken: Ist es eine Allergie auf Kuhmilch? Ursula Knorrek von Nutricia Milupa klärt auf!

Durchfall, Erbrechen, Spucken: Ist es eine Allergie auf Kuhmilch?

Etwa 2 bis 3 Prozent aller Säuglinge entwickeln eine Kuhmilchallergie, aber nicht immer wird dies auch gleich entdeckt. Ein Grund dafür ist auch, dass die Symptome einer Allergie auf Kuhmilch sehr unterschiedlich sein können. Hinzu kommt, dass die Beschwerden bei Kindern mit Kuhmilchallergie häufig identisch mit den Symptomen weniger gravierender Erkrankungen sind, denn bei fast jedem Säugling kommt es irgendwann einmal zu Blähungen, Bauchweh, Durchfall, Spucken oder Erbrechen. Besteht aber tatsächlich eine Kuhmilchallergie, ist schnelles Handeln wichtig. Deshalb sollten Eltern wissen, welche Symptome auf eine Allergie auf Kuhmilch hinweisen könnten. Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Ursula Knorrek, Senior Medical Manager bei Nutricia Milupa.

Frau Knorrek, wie sehen bei einer Allergie auf Kuhmilch die typischen Symptome aus?

Die typischen Symptome einer Allergie auf Kuhmilch sind vielfältig. Eine Kuhmilchallergie kann zu Beschwerden an der Haut führen, zum Beispiel Urtikaria, Hautrötungen/Ausschlag, Juckreiz oder Ekzemen.

An den Schleimhäuten der Atemwege kann sich eine Allergie auf Kuhmilch auch durch Atembeschwerden, Kehlkopfschwellungen oder eine allergische Entzündung an Nase und Augen bemerkbar machen.

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Am Magen-Darm-Trakt gehören Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfälle, Übelkeit und Erbrechen zu den typischen Beschwerden einer Allergie auf Kuhmilch. Gerade diese Bauchbeschwerden sind oft unspezifisch und werden häufiger mit den typischen Anpassungsproblemen des jungen Säuglings verwechselt.

Aber: Im schlimmsten Fall kann es bei einer Allergie auf Kuhmilch auch zu extrem starken Reaktionen am Herz-Kreislauf-System kommen, bis hin zum anaphylaktischen Schock.

All diese typischen Symptome zeigen sich bei einer IgE-vermittelten Allergie auf Kuhmilch in der Regel innerhalb von zwei bis drei Stunden nach der Aufnahme von Kuhmilch oder Säuglingsmilch. Was viele aber nicht wissen: Auch durch das Stillen kann es bei kuhmilchallergischen Säuglingen durch Kuhmilchbestandteile in der Muttermilch, also aus der mütterlichen Ernährung, zu allergischen Reaktionen kommen.

Was bedeutet „IgE-vermittelt“ im Zusammenhang mit einer Allergie auf Kuhmilch?

Eine IgE-vermittelte Allergie auf Kuhmilch ist in der Regel im Blut nachweisbar. Im Gegensatz dazu ist eine „nicht IgE-vermittelte Allergie auf Kuhmilch“ weder durch Blut- noch durch Hauttests nachweisbar. Nicht IgE-vermittelte Reaktionen treten auch nicht unmittelbar nach dem Verzehr der Kuhmilch auf, sondern erst bis zu 48 Stunden später. Das Problem bei dieser Art der Allergie auf Kuhmilch liegt auf der Hand: Bei der nicht IgE-vermittelten Kuhmilchallergie kann man die Symptome nicht so eindeutig mit dem Verzehr der Kuhmilch in Zusammenhang bringen, so dass der Verdacht nicht so schnell auf die Kuhmilch als auslösendes Allergen fällt.


Wie sehen denn bei der nicht IgE-vermittelten Allergie auf Kuhmilch die Symptome aus?

Auch bei der nicht IgE-vermittelten Allergie auf Kuhmilch kann es beim Säugling beispielsweise zu Beschwerden am Magen-Darm-Trakt kommen und auch hier sind diese oft unspezifisch. Dazu gehören Schwellungen im Bereich des Mundes, chronische Durchfälle mit Nährstoffaufnahme- und Gedeihstörungen, allergische Erkrankungen der Magen-Darm-Schleimhaut, allergische Entzündungen der Darmschleimhaut, Verstopfung, Nahrungsverweigerung, Erbrechen und schweren Koliken.

In den letzten Jahren wurden zwei weitere Erkrankungen als nicht IgE-vermittelte Reaktionen identifiziert: Die eosinophile Ösophagitis (EoE) und das „Food Protein-Induced Enterocolitis Syndrome“ (FPIES). Letzteres ist eine durch Nahrungsmittelproteine ausgelöste Entzündung des Darms. Es handelt sich hierbei um ein schweres Krankheitsbild mit schockähnlichen Symptomen auf eine ganze Reihe von Nahrungsmitteln, am häufigsten jedoch auf Kuhmilch. Ein Wechsel auf eine IgE-vermittelte Allergie ist möglich. Eine EoE wiederum ist eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut in Folge der Allergie und macht sich beim Säugling meist durch Nahrungsverweigerung und chronischen Husten bemerkbar und wird häufig nicht erkannt.

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Wie wird die Diagnose bei der IgE-vermittelten und der nicht-IgE-vermittelten Allergie auf Kuhmilch gestellt?

Neben Haut- und Bluttests kommt, insbesondere bei der nicht IgE-vermittelten Kuhmilchallergie, der milchfreien Eliminationsdiät eine besondere Bedeutung zu. Nur so ist eine sichere Diagnose gewährleistet. Abhängig von der zugrundeliegenden Symptomatik, werden dabei nicht gestillte Säuglinge und Kleinkinder mit Verdacht auf eine Kuhmilchallergie über ein bis vier Wochen milchfrei ernährt. Anstelle von Milch oder Säuglingsmilch bekommen sie eine milchfreie Spezialnahrung. Bessern sich unter der Eliminationsdiät die Symptome, wird anschließend eine orale Provokation durchgeführt, um die Diagnose zu bestätigen. Kommt es durch den Verzehr von Milch erneut zu Symptomen, schließt sich eine therapeutische Eliminationsdiät für weitere sechs bis achtzehn Monate an.

Und wie erfolgt die Diagnose einer Allergie auf Kuhmilch bei gestillten Kindern?

Auch gestillte Kinder können eine Kuhmilchallergie entwickeln. Sie sensibilisieren sich auf Kuhmilchprotein, welches aus der mütterlichen Ernährung in die Muttermilch gelangt. Stillen ist die beste Ernährung für Säuglinge, auch wenn eine Kuhmilchallergie vorliegt. Gestillte Kinder mit Verdacht auf Kuhmilchallergie können häufig über eine milchfreie Eliminationsdiät der Mutter diagnostiziert werden. Dabei verzichtet die Mutter für bis zu 14 Tage auf Milch und Milchprodukte in ihrer Ernährung. Bessern sich in dieser Zeit die Symptome des Kindes und treten sie wieder auf, sobald die Mutter wieder Milchprodukte zu sich nimmt, ist die Diagnose gesichert.


Wie sieht die Therapie aus, wenn die Diagnose „Allergie auf Kuhmilch“ gestellt ist?

Als Ersatz für die Milch in der Ernährung des Säuglings stehen Spezialnahrungen zur Verfügung; zum einen die extensiv hydrolysierten Nahrungen (eHF) und zum anderen die Aminosäurenformula (AAF). Insbesondere die Aminosäurenformula (AAF) sind sehr sicher, da nur sie eine vollständige Allergenelimination gewährleisten. Deshalb werden sie sowohl zur Diagnose im Rahmen der Eliminationsdiät als auch bei der Therapie in Deutschland am häufigsten eingesetzt.

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Was macht die Spezialnahrungen auf Basis von Aminosäurenformula (AAF) so sicher?

Extensiv hydrolysierten Nahrungen (eHF) enthalten Restpeptide aus der aufgespaltenen Milch, die bei Kindern mit komplexeren Formen der Kuhmilchallergie weiterhin Symptome auslösen können. Aminosäurenformula (AAF) werden aus einzelnen Aminosäuren zusammengesetzt, so dass keine Allergene aus der Milch enthalten sind. Deshalb können sie bei allen Formen und Schweregraden der Kuhmilchallergie sicher eingesetzt werden. Zudem bieten non-allergene Spezialnahrungen auf Aminosäurenbasis (AAF) mit Prä- und Probiotika (Synbiotika) einen neuen diätetischen Ansatz, der über die rasche Eliminierung der Allergiesymptome hinausgeht. Probiotika sind nützliche Bakterien, die sich im Darm ansiedeln. Im Darm übernehmen sie dann gesundheitsfördernde Aufgaben. Präbiotika nennt man die unverdaulichen Nahrungsmittelbestandteile, die der Ernährung der Probiotika dienen. Probiotika und Präbiotika zusammen bezeichnet man als Synbiotika.

Welchen Zusatznutzen hat es, den Spezialnahrungen auf Aminosäurenbasis für kuhmilchallergische Säuglinge Prä- und Probiotika (Synbiotika) zuzufügen?

Die Darm-Mikrobiota, früher meist Darmflora genannt, spielt eine entscheidende Rolle in der frühen Entwicklung des kindlichen Immunsystems und hat somit einen langfristigen Einfluss auf die Gesundheit. Studien zeigen, dass Säuglinge mit einer Allergie auf Kuhmilch häufig eine „Dysbiose“ der Darm-Mikrobiota aufweisen; es kommt bei ihnen zu einem Ungleichgewicht zwischen den „guten“ Bifidobakterien, die bei gesunden Kindern dominieren, und den eher erwachsenentypischen Bakterien. So stört eine Dysbiose die Entwicklung des Immunsystems, und es besteht ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Allergien.


Welche Vorteile haben Spezialnahrungen auf Aminosäurenbasis (AAF) mit Prä- und Probiotika (Synbiotika)?

Neue Wege in der Therapie der Allergie auf Kuhmilch haben das Ziel, durch Unterstützung der Darm-Mikrobiota positive Effekte auf das Immunsystem zu erzielen. Klinische Studien haben gezeigt, dass die in den Spezialnahrungen auf Aminosäurenbasis (AAF) enthaltenen Synbiotika die Darm-Mikrobiota auch längerfristig wieder näher an die Mikrobiota gesunder gestillter Kinder heranbringen.

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Darüber hinaus konnte in den Studien der Einsatz von Medikamenten, z.B. Dermatologika, bei Säuglingen mit einer Allergie auf Kuhmilch gesenkt werden. Auch waren weniger Behandlungen gastrointestinaler Beschwerden, z.B. Durchfall, erforderlich. Nahrungen auf Basis von non-allergenen Aminosäuren mit Synbiotika können darüber hinaus das Auftreten von Infektionen, z.B. Ohrinfektionen im Säuglingsalter senken und den Einsatz von Antibiotika, Arzneimitteln zur Behandlung von Infektionskrankheiten und Hautpflegeprodukten reduzieren.

Zudem haben diese klinischen Studien auch die Sicherheit und Verträglichkeit von Spezialnahrungen mit einer spezifischen synbiotischen Mischung bestätigt.

Wie lange müssen Kinder mit einer Allergie auf Kuhmilch mit Spezialnahrungen auf Aminosäurenbasis (AAF) ernährt werden?

Die Prognose der Allergie auf Kuhmilch ist gut und die meisten Kinder vertragen die Milch bis ins Schulalter wieder. Allerdings endet sie nicht immer mit dem ersten Lebensjahr, sondern bleibt bei einem Teil betroffener Kinder über das erste Lebensjahr hinaus bestehen. Nun unterscheiden sich zwar die Ernährungsbedürfnisse älterer Kinder von denen jüngerer Kinder, doch die Milch spielt auch weiterhin eine wichtige Rolle für die Nährstoffversorgung. Kinder mit einer Allergie auf Kuhmilch sollten deshalb auch über das erste Lebensjahr hinaus einen vollwertigen Ersatz für die Milch erhalten. Dabei muss gewährleistet sein, dass dieser Ersatz die Kinder sicher vor allergischen Reaktionen schützt und sie mit allen Nährstoffen, die sie ansonsten über Milch und Milchprodukte bekommen würden, versorgt. Dafür stehen altersgerechte Spezialnahrungen zur Verfügung, die an die Bedürfnisse älterer Kinder angepasst sind. Diese sollten in den gleichen Mengen verzehrt werden, wie dies für Milch und Milchprodukte empfohlen wird.

Bei ärztlich gesicherter Diagnose werden die Kosten für Spezialnahrungen von den gesetzlichen Krankenkassen bis ins Kleinkindalter erstattet.

Frau Knorrek, herzlichen Dank für dieses Interview!