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Kuhmilchallergie Kind

Dr. med. Carsten Posovszky zum Thema: Kuhmilchallergie beim Kind - was tun, wenn sie bleibt?

Kuhmilchallergie beim Kind: Was tun, wenn sie bleibt?

Die Kuhmilchallergie ist eine der häufigsten Allergien im Kindesalter. Die betroffenen Kinder müssen sich deshalb streng milchfrei ernähren und werden im ersten Lebensjahr mit einer Spezialnahrung versorgt. Glücklicherweise verliert sich die Kuhmilchallergie in den überwiegenden Fällen, allerdings bleibt sie bei vielen Kindern auch bestehen, zumindest über die ersten 12 Lebensmonate hinaus. Was müssen Eltern dann grundsätzlich und auch bei der Ernährung ihres Kindes beachten? MeinAllergiePortal sprach mit PD Dr. med. Carsten Posovszky, Leitender Oberarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsklinikum Ulm und 2. Vorsitzender der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) über die Kuhmilchallergie beim Kind und was zu tun ist, wenn sie bleibt.

Herr Privatdozent Posovszky, was sollten Eltern eines Kindes mit Kuhmilchallergie veranlassen, wenn das Kind ein Jahr alt ist?

Zunächst sollten die Eltern erneut ärztlichen Rat suchen und überprüfen lassen, ob die Kuhmilchallergie beim Kind noch besteht.

Auch wenn die Kuhmilchallergie zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien im Kindesalter zählt, ist die Prognose gut. Etwa ¾ der Kinder tolerieren Kuhmilch bereits im Alter von zwei Jahren und 80 Prozent bis zum fünften Lebensjahr. Damit die Kinder nicht unnötig lange auf Milch verzichten müssen, sollte im Verlauf regelmäßig geprüft werden, ob die Allergie noch besteht. Pragmatisch empfiehlt sich eine Provokation auf jeden Fall vor dem Besuch des Kindergartens. Möglicherweise hat sich die Kuhmilchallergie bereits verloren und die doch sehr aufwändige Instruktion des Kindergartens hat sich dann erübrigt.

Wie wird überprüft, ob das Kind noch eine Kuhmilchallergie hat?

Man überprüft, ob die Diagnose Kuhmilchallergie noch besteht, indem man eine orale Provokation mit Kuhmilcheiweiß durchführt. Dabei beginnt man mit sehr kleinen Mengen. So wird zunächst nur ein kleiner Tropfen Milch auf die Wange des Kindes gestrichen, dann bekommt es einen Tropfen in den Mund und dann wird die Dosis langsam gesteigert.

Wichtig ist: Eine Provokation mit Kuhmilcheiweiß sollte unbedingt unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden, da es dabei zu schweren allergischen Reaktionen kommen kann. Sollten im Rahmen der Provokation schwere Sofortreaktionen auftreten, wird der Arzt ein Notfallset mit entsprechenden Medikamenten verordnen, das stets mitzuführen ist.

Ergibt sich aus der Provokationstestung, dass die Kuhmilchallergie noch besteht, müssen Milch und Milchprodukte auch weiterhin strikt gemieden werden. Außerdem würde ich empfehlen, dass sich die Eltern erneut zur altersentsprechenden kuhmilchfreien Ernährung beraten lassen.

Warum sollten die Eltern erneut eine Ernährungsberatung wahrnehmen, diese wurde doch in der Regel bereits bei der Erstdiagnose der Kuhmilchallergie durchgeführt?

Eine erneute Ernährungsberatung ist dringend nötig, weil man auch bei 1-jährigen Kindern auf Kuhmilch nicht ersatzlos verzichten kann. In diesem Alter ist Milch weiterhin die Hauptquelle für viele wichtige Nährstoffe , vor allem auch von Kalzium. Nur eine gute Kalziumversorgung kann wiederum eine gute Mineralisierung der Knochen und Zähne gewährleisten. Außerdem liefert Milch hochwertiges Eiweiß, Jod und die Vitamine B und D. Es sollte daher in diesem Alter eine erneute individuelle Ernährungsberatung erfolgen. Neben Maßnahmen zur Karenz ist das Aufzeigen von Nährstoffquellen, die Kuhmilch ersetzen können, wichtiger Bestandteil der Beratung. Außerdem geben die Ernährungsfachkräfte wichtige Tipps zu versteckten Allergenfallen.

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Welche Milchprodukte sollten Eltern eines Kindes mit Kuhmilchallergie auch nach dem ersten Lebensjahr aus dem Speiseplan des Kindes streichen?

Eine Milchallergie wird weiterhin am effektivsten gelindert, indem Milch und Milchprodukte wie beispielsweise Butter, Käse, Sahne, Joghurt, Quark vermieden werden. Aber: Oft finden sich Milchbestandteile auch als Zusatz in industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Wurst oder Fertiggerichten. Nach europäischem Lebensmittelrecht müssen diese Zusätze allerdings hervorgehoben gekennzeichnet werden, ein Blick auf die Zutatenliste schafft hier Klarheit und wie man die Zutatenliste richtig versteht, wird auch in der Ernährungsberatung vermittelt.

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