Kuhmilch Allergie Einkaufen Zutatenliste

Dipl. Oec.troph. Heike Meier, Praxis für Ernährungstherapie in Tönisvorst zur Kuhmilchallergie und was beim Einkaufen zu beachten ist!

Kuhmilchallergie: Was ist beim Einkaufen zu beachten? - Darf man bei Kuhmilchallergie laktosearme Produkte essen?

Darf man bei Kuhmilchallergie laktosearme Produkte essen?

Bei laktosearmen Produkten ist nur der Milchzucker reduziert bzw. wurde aufgespalten, so dass Menschen mit Laktoseintoleranz sie vertragen. Die Eiweißbestandteile der Milch sind in diesen Produkten weiterhin vorhanden, so dass sie für Kuhmilchallergiker nicht verträglich sind.
Dahingegen ist Laktose für Kuhmilchallergiker verträglich.

Eingelegte Produkte sind manchmal durch Milchsäuregärung konserviert, sind sie dann für Kuhmilchallergiker verträglich?

Hierbei handelt es sich lediglich um eine Säuerung durch Milchsäure. Diese ist frei von Milcheiweißen.

Auch in Fertigprodukten kann Kuhmilch enthalten sein. Bei welchen Produkten muss man damit rechnen, dass Kuhmilch enthalten ist?

Milch kann in allen möglichen Fertigprodukten verarbeitet worden sein. Manchmal hört man das schon am Produktnamen, z.B. beim Milchreis. Auf der Zutatenliste sollte man jedoch nicht nur nach „Milch“ suchen, sondern auch nach all den bereits erwähnten Milchprodukten. Auch wenn Butter zugesetzt wurde, kann dies für Kuhmilchallergiker problematisch sein.

Handelt es sich um ein verpacktes Produkt, ist ein Blick auf die Zutatenliste unerlässlich. Bei loser Ware, z.B. beim Bäcker, muss man nach den Allergenangaben fragen. In vielen Fällen würde man nicht erwarten, dass Milch zu den Zutaten gehört, oft wird in Fertigprodukten jedoch Milchpulver verarbeitet, z.B. bei Fertigsalaten.

Hinzu kommt, dass Milch sich unter verschiedenen Bezeichnungen „versteckt“, wie z.B. Molke, Molkenprotein, Molkeneiweiß, Molkenpulver, Kasein, Kaseinate etc. und dass Milchbestandteile zuweilen auch in Produkten vorkommen, bei denen man nicht damit rechnet.

Bei welchen theoretisch milchfreien Fertigprodukten sollten Kuhmilchallergiker vorsichtig sein?

Molke ist in vielen Erfrischungsgetränken und Limonaden enthalten, was man auch nicht unbedingt vermuten würde. Auch Nuss-Nougat-Creme, Wiener Würstchen, Leberwurst und Feinkostsalate, also typische beliebte Fertigprodukte, können Milch enthalten. Bei einer Kuhmilchallergie sollte man deshalb immer sicher gehen und die Zutatenliste genau durchlesen. Milch und deren Bestandteile gehören zu den deklarationspflichtigen Allergenen und müssen extra gekennzeichnet werden

Am sichersten ist es jedoch immer, wenn man möglichst selten Fertigprodukte konsumiert. Patienten, bzw. Familien mit kuhmilchallergischen Kindern, die selbst kochen, haben deutlich seltener Probleme. Es kommt so einfach seltener zu allergischen Reaktionen, weil eine deutlich bessere Kontrolle über das Allergen besteht. Deshalb unterstütze ich meine Patienten auch sehr gerne mit „milchfreien“ Rezepten.

Frau Meier, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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