nickelfrei.de

Tobias Kemper von nickelfrei.de

Nickelfrei.de – das Gesundheitsportal für Nickelallergiker

Die Nickelallergie gehört zu den häufigen Kontaktallergien, aber Informationen dazu findet man im Internet nicht allzu häufig. Mit nickelfrei.de - dem Gesundheitsportal für Nickelallergiker - gibt es jedoch ein umfangreiches Informationsangebot für Nickelallergiker.  Wie das genau aussieht und wie nickelfrei.de sich für Nickelallergiker einsetzt, erfuhr MeinAllergiePortal von Tobias Kemper.

Herr Kemper, Nickelfrei.de bietet jede Menge Informationen, was interessiert Ihre Leser am meisten?

Die Interessen unserer Leser sind äußerst vielseitig. Neben allgemeinen Informationen über Ursachen, Symptome und Therapie interessiert die Betroffenen natürlich der tägliche Umgang mit der eigenen Allergie. Insbesondere nickelarme Ernährungskonzepte sind gefragt, hier erreichen uns wöchentlich Anfragen.

Aber auch die Suche nach nickelfreien Gebrauchsgegenständen wie Schmuck oder Kosmetik sowie allergiebedingte Berufseinschränkungen beschäftigen unsere Leser sehr.

Eines Ihrer Ziele ist der Verbraucherschutz und Sie erwähnen auf Nickelfrei.de, „den von der Industrie häufig fälschlichen Gebrauch des Begriffs ‚nickelfrei‘“. Inwiefern wird der Begriff „nickelfrei“ falsch genutzt?

Insbesondere Schmuck und Accessoires werden auf der Produktverpackung häufig als nickelfrei oder antiallergen beworben. Für Allergiker stellen derartige Kennzeichnungen ein nicht unwesentliches Kaufargument dar. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch häufig um werbewirksame aber haltlose Versprechungen.

Wie zahlreiche Stichproben belegen, bedeutet „nickelfrei“ nicht gleich „frei von Nickel“. Oftmals trifft dies lediglich auf die Oberflächenbeschichtung zu. Nutzt sich diese mit zunehmender Tragedauer ab, können Nickelionen ungehindert entweichen. Nicht selten handelt es sich jedoch auch schlichtweg um Falschaussagen.

Als ebenso fragwürdig ist der Verweis „nickelgetestet“ zu bewerten – eine undefinierte Aussage, die keinerlei Auskunft über den tatsächlichen Nickelgehalt liefert. Die Anbieter sollten sich jedoch dessen bewusst sein, dass eine derart fälschliche Kennzeichnung einer gesundheitsgefährdenden Irreführung gleicht – denn die bloße Einhaltung gesetzlicher Vorgaben rechtfertigt es nicht, nickelhaltige Produkte als nickelfrei zu deklarieren.


Sie schreiben auch, „dass es ihr Ziel ist, dagegen vorzugehen“. Erzählen Sie uns mehr darüber?

Wie bereits erwähnt, hat unser Team wiederholt Testkäufe scheinbar nickelfreier Produkte getätigt und diese im Labor untersuchen lassen. Konnte in den Stichproben Nickel nachgewiesen werden, haben wir Anbieter und Hersteller mit den Ergebnissen konfrontiert.

Unsere Kritik stieß generell auf offenes Gehör – sicherlich auch, um rechtliche Schritte zu umgehen. In der Folge wurden nickelfrei-Schriftzüge geschwärzt und verschwanden schließlich gänzlich von den Produktverpackungen.

Was wünschen Sie sich vom Gesetzgeber?

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind in Form von Nickeldirektive, REACH- und Bedarfsgegenständeverordnung prinzipiell gegeben, jedoch mangelt es hier an einer verlässlichen Kontrolle der Umsetzung. Dies betrifft insbesondere Importwaren aus Fernost. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, einen zuverlässigen Verbraucherschutz zu gewährleisten.

Wie geht es weiter mit Nickelfrei.de?

Als führendes Informationsangebot zum Thema Nickelallergie möchten wir unseren Lesern auch zukünftig eine umfassende informative Ergänzung zur ärztlichen Betreuung bieten. Neben einer unabhängigen Aufklärungsarbeit verfolgen wir das Ziel, als Interessenvertretung das Verständnis für die Probleme von Nickelallergikern in der Gesellschaft zu verbessern.

Darüber hinaus sind wir an einer engeren Zusammenarbeit mit Krankenkassen sowie der Politik interessiert und werden auch weiterhin gegen den fälschlichen Gebrauch des Begriffs „nickelfrei“ aktiv vorgehen.

Herr Kemper, herzlichen Dank für das Interview!

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