Allergien Unverträglichkeitsreaktionen Hüftprothese

Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE)

Allergien, Unverträglichkeits-Reaktionen: Ein Risiko bei Hüftprothesen?

Was kann man tun, wenn sich nach Einsatz der Hüftprothese eine Unverträglichkeit zeigt, muss die Prothese ersetzt werden?

Wichtig ist zunächst einmal, die Diagnose „Unverträglichkeit“ zu sichern. Hierzu ist in aller Regel eine Gewebeprobe nötig, denn die Allergie zeigt eine spezifische Zellkonstellation in der feingeweblichen Untersuchung. Dazu kommt, dass bei einem erneuten Auftreten von Beschwerden nach so einem kurzen Intervall auch immer ein begründeter Verdacht auf einen Infekt besteht, der klinisch und radiologisch ähnlich ablaufen kann. Die feingewebliche Untersuchung ist somit in aller Regel in der Lage hier eine Differenzierung herbeizuführen.

Ist die Diagnose gesichert muss ein Austausch der Prothese durchgeführt werden, da natürlich das auslösende Allergen beseitigt werden muss um eine erneute gut funktionierende Prothese zu erhalten und weiterem Knochenabbau vorzubeugen.

Welche Maßnahmen sollten vor dem Einsatz der Hüftprothese getroffen werden, um Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen auszuschließen?

Eine sorgfältige Befragung auf Allergien - insbesondere die Frage nach Reaktionen auf Modeschmuck - ist die erste Maßnahme. Nur bei bestehenden Metallallergien und multiplen anderen Allergien sollte eine hautärztliche Vorstellung und Testung auf Knochenzementbestandteile erfolgen. Bei bestehenden Allergien käme ein zementfreies Titanimplantat in Frage, welches mittlerweile in allen Altersklassen eingesetzt werden kann.

Letztendlich ist aber definitiv nicht erwiesen, dass ein Patient, welcher mit der Haut allergisch auf Metalle reagiert, dies auch tut, wenn sich dieses Metall im Körper befindet. Wesentlich ist die Aufklärung diesbezüglich.

Herr Prof. Heller, herzlichen Dank für dieses Interview!

Metalle Knochenzemente
Nickelsulphat Methylmethacrylat
Kobaltchlorid Hydroxy -Ethyl- Methacrylat
Chromtrichlorid Benzoylperoxid
Quelle: Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE).  

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