Allergisches Kontaktekzem Kind Kontaktallergie

Prof. Dr. Regina Fölster-Holst, Dermatologie, Venerologie und Allergologie Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Kontaktallergie: Wie zeigt sich ein allergisches Kontaktekzem beim Kind?

Und an welchen Stellen des Körpers kann es bei Kindern zu allergischen Kontaktekzemen kommen?

Zu allergischen Kontaktekzemen kann es bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen, überall dort kommen, wo ein Allergenkontakt möglich ist.

Bei der Nickelallergie kann ein allergisches Kontaktekzem bei Kindern dort entstehen, wo nickelhaltige Reißverschlüsse oder Knöpfe direkten Hautkontakt haben. Auch Schmuck kann Nickel enthalten, d.h. an den Ohrläppchen, da wo eine Halskette, Armbänder oder Fingerringe die Haut berühren, kann sich ein allergisches Kontaktekzem zeigen.

Farbstoffe sind häufig in Kinderkleidung enthalten und dementsprechend treten allergische  Kontaktekzeme da auf, wo das Kleidungsstück die Kinderhaut berührt.

Bei den Duftstoffen, die in Seifen oder Cremes enthalten sein können, sind häufig Genitalbereich und Achseln der Kinder von allergischen Kontaktekzemen betroffen. Aber auch an Gesicht, Hals und Händen kann es durch Duftstoffe zu allergischen Kontaktekzemen bei Kindern kommen.  

Gummi ist in unterschiedlichen Kleidungsstücken, z.B. Strümpfen, Handschuhen etc. und Schuhen verarbeitet.  Dementsprechend haben Kinder mit einer Gummiallergie häufig allergische Kontaktekzeme an den Füßen, Beinen oder Händen. Im Säuglingsalter kommen die Windeln als Quelle in Frage.

An welchen Symptomen erkennt man beim Kind ein allergisches Kontaktekzem?

Das allergische Kontaktekzem durchläuft oft mehrere Stadien. Häufig bemerken die Eltern zunächst eine Rötung oder Schwellung an der Stelle, an der die Haut mit dem Allergen in Kontakt gekommen ist. Es folgen stark juckende Bläschen, die ineinander übergehen und sich zu größeren Blasen zusammenschließen können. Das Platzen der Blasen und Bläschen ist mit Nässen und Krustenbildungen verbunden. In dieser Phase ist das Risiko einer Impetiginisierung mit dem Bakterium Staphylococcus aureus erhöht.

Im Gegensatz zum toxischen Kontaktekzem ist ein allergisches Kontaktekzem unscharf begrenzt und kann sich über die eigentliche Kontaktstelle mit dem Allergen hinaus ausdehnen.

Wie erfolgt die Diagnose beim Kontaktekzem beim Kind?

Das allergische Kontaktekzem tritt ja in der Regel da auf, wo das Allergen die Haut berührt. Die Stelle, an der sich das Kontaktekzem befindet, kann daher bereits ein guter Hinweis auf das auslösende Allergen sein. Wertvolle Hinweise ergeben sich auch aus der Anamnese zu individuellen Lebensumständen des Kindes, wie z.B. Sportarten oder Hobbies, bei denen es zum Allergenkontakt kommen könnte.

Mit einem Hauttest, dem so genannte Epikutantest, werden dann unterschiedliche Kontaktallergene auf mögliche Sensibilisierungen geprüft. In Verbindung mit der entsprechenden Anamnese wird die Diagnose eines allergischen Kontaktekzems bei positivem Epikutantest gestellt. Damit ist das auslösende Allergen identifiziert.

Welche Therapie empfehlen Sie beim kindlichen Kontaktekzem?

Allergenkarenz, d.h. die Meidung jeglichen Kontaktes mit dem Allergen, ist die wichtigste Maßnahme. Allerdings ist das bei einigen ubiquitär vorkommenden Allergenen wie beispielsweise Nickel nur zum Teil möglich. Zur Behandlung stehen kortisonhaltige Cremes zur Verfügung, die antientzündlich wirken, schnell zur Besserung führen und bei kurzem Einsatz kein Risiko darstellen. Weiter ist eine gute Hautpflege ein wichtiges Element bei der Behandlung. Dies kann zur Einsparung kortisonhaltiger Cremes führen.

Frau Prof. Fölster-Holst, herzlichen Dank für dieses Interview!

Quellen:

1) Regina Fölster Holst, Kontaktekzeme, Allergien bei Kindern und Jugendlichen: Grundlagen und klinische Praxis, herausgegeben von Klimek Ludger, Pfaar Oliver, Rietschel Ernst, Schattauer Verlag 2014

2) Clayton TH, Wilkinson SM, Rawcliffe C, Pollock B, Clark SM. Br J Dermatol, Allergic contact dermatitis in children: should pattern of dermatitis determine referral? A retrospective study of 500 children tested between 1995 and 2004 in one U.K. centre, Br J Dermatol 2006 Jan;154(1):114-7

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