Nickelallergie

OA. Dr. Christian Schuster, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, LKH Universitätsklinikum Graz

Nickelallergie: Wie kommt es zur Sensibilisierung? Was muss man meiden?

Nickel ist auch in Lebensmitteln enthalten, reagieren Nickelallergiker auch auf nickelhaltige Lebensmittel?

Die Frage nach dem Nickelgehalt in Lebensmitteln wird sehr kontrovers diskutiert. Es sind einige Fälle von Nickelallergikern, die auf den Nickelgehalt in Lebensmitteln mit hämatogenen Kontaktekzemen (Ekzem-Lokalisationen entfernt vom ursprünlichen Ort der Kontaktreaktion) oder allergischen Sofortreaktionen (Urtikaria) reagieren, beschrieben, aber insgesamt handelt es sich um sehr wenige Fälle.

Es kann bislang nicht schlüssig beantwortet werden, welchen Effekt nickelhaltige Lebensmittel auf Nickelallergiker haben. Dementsprechend sind auch Diäten ein häufig diskutiertes Thema, bei dem es keinen Konsens gibt, außer, dass eine Beeinträchtigung nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.

Im Einzelfall, in sehr schweren Fällen einer Nickelallergie und bei positiver doppelblinder, placebokontrollierter oraler Nickel-Provokationstestung, könnte eine nickelarme Diät in Betracht gezogen werden.

Ich möchte aber davor warnen, alle nickelverdächtigen Lebensmittel aus reiner Vorsicht auszuschließen.

Welche Lebensmittel sind nickelarm bzw. reich an Nickel?

Nickel kommt vornehmlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor – Nickel wird von den Pflanzen über die Erde aufgenommen. Nüsse bzw. Erdnüsse, Walnüsse und Hülsenfrüchte wie  Sojabohnen, weiße Bohnen etc. gelten als besonders nickelreich.

Wie behandelt man die Nickelallergie – durch Meidung?

Genau, Meidung ist das Wichtigste bei der Nickelallergie. Ist das Kontaktekzem bereits da, ist deshalb der wichtigste Schritt, den Auslöser zu eruieren. Kann man den Auslöser benennen, kann man ihn auch meiden. Zur Behandlung bestehender Ekzeme greift man auf topische Steroide in Kombination mit pflegenden Produkten zurück.

Um das relevante Allergen herauszufinden, nutzt man den Epikutantest, der standardmäßig auch das Nickelallergen enthält. Allerdings möchte ich an dieser Stelle vor den sogenannten "prophetischen Epikutantests" warnen. Damit sind die Testungen gemeint, die ohne wirklichen Anlass vorgenommen werden, einfach nur weil man wissen will, ob eine Sensibilisierung vorliegt. Was viele nicht wissen:

1.    Man kann sich in selten Fällen auch durch einen Test sensibilisieren!
2.    Der Test gibt immer nur Auskunft über die aktuell vorhandene Sensibilisierung, zukünftige  
       Sensibilisierungen sind nicht ausgeschlossen!

Aus diesen Gründen befürworten wir Screeningtests oder Berufseingangstests für mögliche Kontaktallergien nicht.

Herr Dr. Schuster, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Quellen:

1)    Schnuch A1, Geier J, Lessmann H, Arnold R, Uter W., Surveillance of contact allergies: methods and results of the Information Network of Departments of Dermatology (IVDK), Allergy. 2012 Jul; 67(7):847-57. doi: 10.1111/j.1398-9995.2012.02834.x. Epub 2012 May 7

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