Nickelallergie

OA. Dr. Christian Schuster, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, LKH Universitätsklinikum Graz

Nickelallergie: Wie kommt es zur Sensibilisierung? Was muss man meiden?

Wann und warum kommt es dann zur Entstehung eine Nickelallergie?

Wann und warum es plötzlich zu einer Nickelallergie, d.h. einer Kontaktallergie kommt, weiß man nicht genau. Das Risiko einer Kontaktsensibilisierung hängt dabei neben einer individuellen Empfänglichkeit (z.B. Vorschädigung der Hautbarriere durch Entzündung oder Irritation) auch von der Sensibilisierungspotenz des Kontaktallergens sowie der Menge und der Konzentration pro Fläche und Zeit ab.

Im beruflichen Umfeld könnten die Feuchtarbeit oder Oklusionsbedingungen durch Arbeitskleidungunter Umständen eine gegebene Nickelexposition in ihrer Wirkung verstärken.

Wie zeigt sich eine Nickelallergie?

Kontaktallergien wie die Nickelallergie zeigen sich gewöhnlich genau dort, wo der Kontakt zum Allergen beststeht, durch ein sogenanntes Kontaktekzem. Im Allgemeinen nach frühestens vier bis acht Stunden, für gewöhnlich aber nach 24h bis 48h, selten auch später zeigen sich Hautveränderungen im Kontaktareal.   Zusätzlich kann es auch in der Umgebung der Kontaktstelle zu Streuherden kommen.

Grundsätzlich gilt: Je länger der Kontakt zum Allergen besteht, umso schlimmer werden die Symptome der Nickelallergie bzw. der Kontaktallergie. Das klinische Erscheinungsbild nimmt einen stadienhaften Verlauf, wobei sich  ein Ekzem durch eine Rötung und Schwellung der Haut, später Bläschen und Blasen, Erosionen  bemerkbar machen kann. Bei längerem Bestehen kann es zu Schuppung, Rissen und Ausbreitung über das ursprünliche Kontaktareal kommen. Natürlich ist der Juckreiz ein Kardinalsymptom.

Wo kommt Nickel vor und wo versteckt sich das Allergen?

Nickel ist ein sogenanntes ubiquitäres Kontaktallergen, d.h. wir sind mit vielen Dingen umgeben, die Nickel enthalten. Dazu gehören neben dem erwähnten Modeschmuck, den Reißverschlüssen und den Knöpfen auch Uhrenarmbänder und Schlüssel. In seltenen Fällen können auch Brillen und Bestandteile des Handys ein Kontaktekzem auslösen. Spuren von Nickel findet man übrigens u.a. auch im Leitungswasser, Kosmetika, Bleich- und Haarfärbemitteln, Farben, Mineralölprodukten und im Kochgeschirr.

Zu Problemen kommt es aber nur dann, wenn eine ausreichend lange Kontaktzeit gegeben ist und die Nickelfreisetzung ein gewisses Maß übersteigt. Der Nickelgehalt eines Produktes allein ist noch nicht problematisch, ausschlaggebend sind die Freisetzung der Nickelionen und eine ausreichend lange Kontaktzeit. Es gibt nur sehr wenige Fälle hochsensibler Allergiker, bei denen auch kurze Kontaktzeiten zu Symptomen führen können.

Man versucht diese Freisetzung im Zuge von industriellen Produkttests mit synthetischem Schweiß zu ermitteln um die von der EU Direktive vorgeschriebene Freisetzungsgrenze von 0,5 µg pro cm2 pro Woche einzuhalten. Alle Produkte, deren Werte unter dieser Grenze liegen, gelten übrigens als nickelfrei.

Für den Endverbraucher werden die sogenannten Dimethylglioxim-Tests angeboten. Dabei handelt es sich um Screeningtests, bei denen man mit einem mit einer Lösung getränkten Wattestäbchen über den zu prüfenden Gegenstand streicht um das Vorhandensein von Nickel zu ermitteln. Allerdings zeigt dieser Test lediglich an, ob das betreffende Produkt Nickel enthält oder nicht und macht keinerlei Aussage zum Grad der Nickelfreisetzung.

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