Allergien im Friseurberuf

Prof. Dr. med. Swen Malte John, Leiter des Fachgebietes Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie der Universität Osnabrück

Allergien im Friseurberuf: Risiken minimieren durch sinnvolle Prävention!

Wie genau sieht die Allergiediagnostik bei allergiegefährdeten Friseuren aus?

Hierfür nutzt man den sogenannten Läppchentest, denn mit dem üblichen IgE-Test lassen sich diese Sensibilisierungen nicht nachweisen.

Für den Läppchentest klebt man die verdächtigen Substanzen auf die Haut auf, in der Regel nimmt man dafür den Rücken. Nach 24 oder 48 und auch 72 Stunden und mehr wird der Arzt dann ablesen, wie die Haut auf diese Substanzen reagiert. Der Läppchentest ist ein sehr alter Test und für den Patienten etwas mühsam, aber es ist der aussagekräftigste Test.

Was können Berufseinsteiger im Friseurberuf tun, damit sich keine Allergie entwickelt?

Wir versuchen das Thema Prävention im Friseurbereich auch auf europäischer Ebene voranzubringen und haben hier mit Unterstützung der EU gute Fortschritte gemacht.

Wir wollen dafür sorgen, dass Auszubildende im Friseurgewerbe so früh wie möglich mit Informationen versorgt werden, wie sie sich am besten vor Allergien schützen können. Dazu haben wir in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern im Friseurgewerbe eine Homepage in sieben Sprachen geschaffen, die die EU finanziert hat, www.safehair.eu. Dafür haben wir mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmerassoziationen in ganz Europa zusammengearbeitet.

Die Plattform enthält Lernspiele und viele Möglichkeiten, sich der Thematik spielerisch zu nähern. Gleichzeitig bietet Safehair Lösungen für den Alltag im Friseurgeschäft, z.B. Kommunikationstipps für den Fall, dass sich die Kunden über die Handschuhe wundern. So wollen wir erreichen, dass es bei Friseuren gar nicht erst zu Hauterkrankungen kommt. Für die jungen Auszubildenden im Friseurgewerbe soll Hautschutz eine Selbstverständlichkeit werden und in Österreich wird sogar schon die Ausbildung mit Hilfe von Safehair durchgeführt.   

Welche Maßnahmen helfen Friseuren mit Allergien bei der Vermeidung des Allergenkontaktes?

Neben den besprochenen Maßnahmen in Bezug auf den Umgang mit den Handschuhen, gibt es bei Safehair eine gute Zusammenfassung der Maßnahmen für einen systematischen Hautschutz, der auf den drei Säulen Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege basiert.

Dazu gehört z.B. auch  der Gebrauch von Einmalhandtüchern, denn auch über gebrauchte Handtücher kann es zu Allergenkontakt kommen, und das häufige Eincremen der Hände, Regenerationszeiten für die beanspruchte Haut etc.

Außerdem ist es wichtig, dass all diese Dinge auch gut erreichbar sind, dafür hat Safehair einen Griffel entwickelt, der z.B. auch die Hautschutzcreme enthält. Im European Framework Agreement in Hairdressing haben die Friseurverbände praktische und einfach umzusetzende Schutzmaßnahmen beschrieben. 

Ist es also atopisch vorbelasteten Menschen zu empfehlen, eine Friseurlehre zu beginnen?

Sehr viele Menschen haben eine empfindliche Haut und viele Menschen mit empfindlicher Haut arbeiten im Friseurgewerbe und übrigens auch im Gesundheitswesen. Man kann deshalb ja nicht all diesen Menschen abraten, als Friseur oder im Gesundheitsbereich zu arbeiten. Wichtig ist, dass von Anfang an ein guter Hautschutz stattfindet und dann können auch Atopiker im Friseurgewerbe gesund und erfolgreich sein!

Herr Prof. John, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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