Allergien im Friseurberuf

Prof. Dr. med. Swen Malte John, Leiter des Fachgebietes Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie der Universität Osnabrück

Allergien im Friseurberuf: Risiken minimieren durch sinnvolle Prävention!

Gibt es heute im Friseurberuf andere Allergene als früher, abgesehen von der sauren Dauerwelle bzw. dem Glycerylmonothioglykolat?

In Bezug auf die saure Dauerwelle haben wir sicher einen großen Fortschritt erreicht – früher war jeder zweite getestete Friseur auf Glycerylmonothioglykolat sensibilisiert. Seitdem das Glycerylmonothioglykolat jedoch aus den Friseursalons verbannt wurde,  besteht das Problem glücklicherweise nicht mehr.

In Bezug auf die Oxidationshaarfarben haben wir eine besondere Situation: Haarfarbenbestandteile wie das Paraphenylendiamin, die nicht nur allergen sind, sondern potenziell auch in der Lage sind, Krebs zu erregen, dürften eigentlich bei kosmetischen Präparationen nicht verwendet werden. Kosmetika dürfen keine schädigenden Anteile enthalten. Es gibt aber keinen Ersatzstoff für das Paraphenylendiamin und nur deshalb ist es in der EU-Verordnung als Ausnahmeregelung immer noch erlaubt, dass Kosmetikprodukte bis zu 2 Prozent Paraphenylendiamin enthalten. Es gibt sogar Studien, nach denen es das Blasenkrebsrisiko erhöht, wenn man sich ab dem 20. Lebensjahr alle vier Wochen die Haare färbt. Man sucht zurzeit nach Ersatzstoffen, aber noch gibt es keine Lösung für das Problem.

Welche Allergien können im Friseurberuf auftreten?

Die allergischen Symptome bei Friseuren treten da auf, wo der Kontakt mit dem Allergen erfolgt. Das ist üblicherweise die Haut der Hände.
Die häufigsten Hauterkrankungen bei Friseuren sind aber nicht allergische Kontaktekzeme, sondern irritative Kontaktekzeme, d.h. Abnutzungsekzeme. Das bedeutet, das Regenerationspotenzial der Haut wird im Friseurberuf oft durch die ständige Feuchtigkeit und den Umgang mit Seifen überfordert. Diese irritativen Kontaktekzeme bieten dann aber häufig die Basis für Allergien, denn durch die vorgeschädigte Haut entwickeln sich Allergien sehr viel leichter.

Wie sehen die Symptome bei irritativen Kontaktekzemen und allergischen Kontaktekzemen aus, kann man sie unterscheiden?

Mögliche Symptome können in beiden Fällen eine Entzündung der Haut und Symptome wie Rötung, Schuppung und Bläschen sein. Hinzukommen können Juckreiz, Brennen, Nässen oder Einrisse. Es gibt zwar Hinweise, die mehr für das eine oder das andere sprechen könnten, aber letztlich benötigt man für die Diagnose eine sehr gründliche allergologische Diagnostik.

Bei der Diagnostik ist es wichtig, dass man alle infrage kommenden Stoffe sorgfältig bei der Testung erfasst. Gegen die Substanz, die man nicht testet, kann man auch keine Allergie feststellen. Diese Substanzen sind relativ gut charakterisiert, aber wenn eine bestimmte Substanz in Verdacht ist, kann die Testung auch mit einer Probe dieser Substanz erfolgen.

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