Allergene in Kosmetikprodukten

Prof. Dr. med. Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) an der Universität Göttingen

Kontaktallergie: Wo verstecken sich die Allergene in Kosmetikprodukten?

Besteht die Gefahr der Sensibilisierung bei potenten Allergenen für alle Menschen oder sind allergisch vorbelastete Menschen stärker gefährdet?

Ob man als Allergiker auf ein potentes Allergen mit einer Sensibilisierung reagiert, hängt von der Vorerkrankung ab - z.B. sind Menschen, die an den klassischen atopischen Erkrankungen, wie Heuschnupfen, Allergischem Asthma und Neurodermitis leiden, nicht außergewöhnlich gefährdet, Kontaktallergien zu entwickeln.

Bestehen aber bei einem Menschen bereits andere Kontaktallergien, z.B. eine Nickelallergie hervorgerufen durch Piercings und dazu eine Duftstoffallergie, erworben durch Kosmetikprodukte, besteht nach unseren Untersuchungen für diese Menschen auch in jüngeren Jahren bereits ein erhöhtes Risiko, leichter auf zusätzliche Allergene Sensibilisierungen zu entwickeln.

Spielt auch das Alter bei der Entwicklung von Kontaktallergien eine Rolle?

Ja, denn je älter man wird, desto mehr steigt das Risiko für Sensibilisierungen. Über die Jahre hatte man ja vielfältige Kontakte zu potenziellen Allergenen. Deshalb findet man bei älteren Menschen häufig die sogenannten Polysensibilisierungen, d.h. Sensibilisierungen auf mehrere Allergene.

Sie hatten auch die Matrix bzw. Salbengrundlagen als Auslöser von Sensibilisierungen erwähnt….

Bei den Salbengrundlagen, den Trägerstoffen, können Lanolin bzw. Wollwachsalkohole Sensibilisierungen auslösen. Allerdings kommt dies nicht sehr häufig vor und spielt daher keine große Rolle bei den Kontaktallergien.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.