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Allergisches Kontaktekzem

Frau Prof. Margitta Worm zum Thema: allergisches Kontaktekzem - Berufskrankheit bei Musikern?

Allergisches Kontaktekzem: Berufskrankheit bei Musikern?

Frau Prof. Worm, wie häufig kommt es bei Berufsmusikern zu einem allergischen Kontaktekzem?

Hierzu gibt es nicht so viele Studien, aber in einer Untersuchung1) aus unserem Hause an über 200.000 getesteten Personen hatten 236 Berufsmusiker eine Kontaktdermatitis - das entspricht 8 Prozent. Eine häufige Erkrankung ist die Kontaktdermatitis bei Berufsmusikern also nicht. Aber: Der sehr intensive Kontakt mit einem Musikinstrument, egal ob aus beruflichen Gründen oder als Hobby, kann durchaus zu Hautirritationen, Infektionen oder eben Allergien führen.

Bei welchen Instrumenten kann es bei Musikern zu einem allergischen Kontaktekzem kommen?

Allergische Kontaktekzeme sind bei allen Instrumenten möglich, entweder durch das Instrument selbst, durch Zubehör oder durch Pflegemittel.

Bei der Violine oder Bratsche kann es an der Halsregion zu Irritationen kommen, zum Beispiel durch den Kinnhalter oder die verwendeten Pflegemittel. Bei Zupfinstrumenten wie Gitarre oder Harfe findet man das allergische Kontaktekzem an den Händen. Musiker, die Blasinstrumente aus Blech oder Holz spielen, können durch Bestandteile des Metalls und die Feuchtigkeit Lippenekzeme entwickeln. Bei Holzblasinstrumenten sind Bestandteile der Lackierung, wie zum Beispiel Kolophonium, häufig die Ursache von Kontaktekzemen. Auch Duftstoffe oder Konservierungsstoffe können allergische Reaktionen auslösen. Das Holz selbst ist nur in Einzelfällen verantwortlich für ein allergisches Kontaktekzem, zum Beispiel Palisander.

Wer ist gefährdet ein allergisches Kontaktekzem zu entwickeln?

Menschen mit einer gestörten Hautbarriere, zum Beispiel aufgrund von Neurodermitis, können ein erhöhtes Risiko haben, ein allergisches Kontaktekzem zu bekommen. Ebenso tragen Menschen mit empfindlicher, trockener und schuppender Haut ein höheres Risiko, oder Menschen, die stark Schwitzen. Durch die Feuchtigkeit können Allergene leichter die Hautbarriere durchdringen.

Sollten diese Risikogruppen sich vorab testen lassen, wenn sie Berufsmusiker oder Hobbymusiker sind?

Präventive Allergietests sind nicht ratsam, weil man durch den Hauttest Sensibilisierungen auslösen kann.

Wie lässt sich testen, ob ein Musikinstrument die Ursache eines allergischen Ekzems ist?

Beim Allergietest auf ein allergisches Kontaktekzem werden dem Patienten Pflaster auf den Rücken geklebt, die unterschiedliche Testallergenextrakte enthalten und nach drei Tagen wird die Hautreaktion überprüft. Zeigen sich Rötungen, Papeln oder Bläschen ist der Test für das betreffende Allergen positiv.

Sollte ein Musiker mit vermutlich allergischen Hautreaktionen ein selteneres Instrument spielen, ist es auch möglich, dieses patienteneigene Instrument zu testen. Allerdings hat dies den Nachteil, dass man dabei das Instrument beschädigen muss. Alternativ kann der Hersteller des Instrumentes kontaktiert und nach den Bestandteilen befragt werden oder der Patient kann ein anderes Instrument ausprobieren um zu sehen, ob sich die Symptome verbessern.

Fällt der Test negativ aus, beginnt die klassische allergologische Detektivarbeit. Dann gilt es herauszufinden, ob die Ursachen der Hauterscheinungen tatsächlich allergisch bedingt sind, oder durch mechanische Reize hervorgerufen wurden.

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Welche Maßnahmen ergreift man, wenn der Test positiv ausgefallen ist und das Instrument als Ursache für die Kontaktdermatitis identifiziert ist?

Bei den Geigern könnte man zum Beispiel den Kinnhalter austauschen. Bei anderen Instrumenten ließe sich der direkte Hautkontakt mit dem Instrument durch ein Tuch vermeiden. In anderen Fällen hilft es, die für das Instrument verwendeten Pflegemittel auszutauschen.

Es ist wichtig, die entsprechenden Allergietestungen vorzunehmen, damit das auslösende Allergen gemieden werden kann. Unterbleibt dann der Kontakt, bilden sich allergische Kontaktekzeme innerhalb von ca. ein bis zwei Wochen zurück.

Allerdings sollte das Allergen nicht allein beim Instrument vermieden werden. Duftstoffe und Konservierungsmittel kommen auch in Körperpflegemitteln, Kosmetika und Putz- und Waschmitteln vor. Das Baumharz Kolophonium, das zur Lackierung von Holzinstrumenten eingesetzt wird, findet man auch in Papier.

Frau Prof. Worm, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

Quellen:

1) Kraft M, Schubert S, Geier J, Worm M; IVDK1, Contact dermatitis and sensitization in professional musicians, Contact Dermatitis 2019 May;80(5):273-278. doi: 10.1111/cod.13191. Epub 2019 Jan 14 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30499108)

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