Allergie Tattoos Tätowierungen

Dr. rer. nat. Steffen Schubert, Informationsverbund Dermatologischer Kliniken - IVDK e.V. am Institut an der Universitätsmedizin Göttingen zu Allergien auf Tätowierungen!

Allergie durch Tattoos bzw. Tätowierungen: Ursachen, Symptome, Risiken

In welchem zeitlichen Abstand zur Tätowierung treten die allergischen Symptome auf?

Symptome treten entweder innerhalb der ersten 3 Tage auf, z.B. bei bereits bestehender Nickel-Sensibilisierung, wenn das Metall in ausreichender Menge in der Tätowiertinte enthalten ist. Aber auch Wochen, Monate oder Jahre nach dem Stechen des Tattoos, da z.B. Pigment- „Allergene“ erst in der Haut gebildet werden müssen und dies kann unterschiedlich lang dauern.

Kommt es in der Regel schon beim ersten Tattoo zu einer allergischen Reaktion, oder kann man auch allergisch reagieren, obwohl man bereits Tätowierungen hat?

Man kann sich durch das erste Tattoo sensibilisieren, aber auch durch jedes Weitere. Es kommt auf die Inhaltsstoffe an.
Man kann sich auch durch andere Kontaktstoffe, z.B. Makeup, Piercing oder Leder sensibilisieren und reagiert dann auf das neue Tattoo, welches ebenso entsprechende Allergene enthält.

Eine Tätowierung schützt in keinem Fall davor, dass man allergisch reagiert, man wird durch (mehrmaliges) Tätowieren nicht immunisiert.

Sie erwähnten die „normale Wundheilung“, wie unterscheidet sich eine allergische Reaktion auf eine Tätowierung von der „normalen“ Hautreaktion?

Der normale Wundheilungsprozess dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen. Wenn es währenddessen oder danach zu Ausschlägen oder „Erhebungen“ des Tattoo-Areales kommt, dann kann eine allergische Reaktion vorliegen. Es kann aber auch immer zu den bereits erwähnten nicht allergischen Hautreaktionen kommen.

Gibt es, abgesehen von der Tätowier-Tinte und den Latexhandschuhen des Tätowierers, noch andere Allergenquellen bei Tattoos?

Viele Stoffe, welche in Verdacht stehen, relevante Allergene zu sein, direkt in Tätowiertinten enthalten. Dazu gehören Pigmente oder Farbstoffe, Bindemittel wie Polyethylenglykol, Propylenglykol, Akrylate und Schellack, aber auch Verunreinigungen, wie z.B. Nickel, Kobalt, Chromat, und Zusatzstoffe, d.h. Konservierungsmittel, oder Oberflächen-Coatings von Pigment-Partikeln (z.B. Aluminium bei TiO2). Dabei weiß man, dass diese Stoffe eingesetzt werden und sie eine gewisse allergologische Potenz haben; untersucht oder bestätigt wurde der Einfluss eher selten.

Allergene können aber auch in der, oft durch den Tätowierer empfohlenen, „Wundheilungs-Creme“ enthalten sein. Empfohlen werden alle möglichen Produkte, da hat sicher jeder Tätowierer seine Präferenzen. Auch über Wechselwirkungen zwischen Pigmenten und Cremes wurde schon berichtet.

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