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Allergie Waschmittel Reinigungsmittel Allergene

Marcus Gast vom Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau zu Wasch- und Reinigungsmitteln und wie man Allergene vermeidet!

Wasch- und Reinigungsmittel: Wie vermeidet man Allergene?

Unter den Inhaltsstoffen von Wasch- und Reinigungsmitteln gibt es diverse Stoffe, die Allergien auslösen können. Insbesondere für Menschen mit bestehenden Kontaktallergien ist es für die richtige Produktwahl deshalb entscheidend zu wissen, welche Allergene in diesen Produkten enthalten sein können. MeinAllergiePortal sprach mit Marcus Gast vom Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau über Wasch- und Reinigungsmittel und wie man Allergene vermeidet.

Herr Gast, welche Allergene können in Textilwaschmitteln vorkommen?

In Textilwaschmitteln findet man Allergene üblicherweise in Form von Konservierungsmitteln, die jedoch vorranging in Flüssigwaschmitteln enthalten sind. Außerdem sind in allen Waschmitteln, sofern es sich nicht um spezielle Allergikerprodukte handelt, Duftstoffe enthalten und Duftstoffe sind häufig allergen.

Heißt das, für Textilwaschmittel in Pulverform braucht man keine Konservierungsmittel, weil es sich ja um ein trockenes Produkt handelt?

Bakterien und Pilze brauchen zum Wachstum Wasser. Da dies in Pulverwaschmitteln nicht enthalten ist, kann es dort nicht zur Ansiedlung von Pilzen und Bakterien kommen und folglich benötigt man auch keine Konservierungsmittel. Zwar könnten auch in Pulverwaschmittel geringe Mengen an Konservierungsstoffen über die Rohstoffe eingetragen werden, aber im Verhältnis zu den Mengen an Konservierungsstoffen in Flüssigwaschmitteln ist dies deutlich weniger.

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Und welche Allergene findet man in Reinigungsmitteln zum Putzen?

Bei Putzmitteln sehen wir fast ausschließlich Flüssigprodukte, die stets konserviert sind. Sowohl diese Konservierungsstoffe, als auch die Duftstoffe können Allergien auslösen.

Welche Risiken stellen diese Allergene für gesunde Menschen dar?

In der Regel erwirbt man eine Allergie auf Wasch- und Reinigungsmittel nicht über diese Produkte, sondern über Kosmetika. Hat man sich eine Allergie erworben, reagiert man dann auch auf die Inhaltsstoffe der Wasch- und Reinigungsmittel.

Die Allergie entsteht deshalb über Kosmetikprodukte, weil diese nach dem Auftragen permanent auf der Haut bleiben, d.h. der Allergenkontakt ist bei Kosmetikprodukten wesentlich intensiver und damit wächst das Risiko, eine Allergie zu entwickeln. Durch Konservierungsstoffe wie z. B. Isothiazolinone kommt es zu sehr vielen Allergien. Aber auch bei den Duftstoffen gibt es zahlreiche Allergene wie z.B. Limonen, die aus diesem Grund in Kosmetika bereits gekennzeichnet werden müssen.

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Sind Allergiker stärker gefährdet, auch auf Wasch- und Reinigungsmittel allergisch zu reagieren?

Allergiker sollten grundsätzlich bei der Verwendung von Wasch- und Reinigungsmitteln einen direkten Hautkontakt vermeiden. Gerade bei der Verwendung von Reinigern sollten immer vorsorglich Handschuhe getragen werden.

Ebenso sollten Allergiker bei der Handwäsche Handschuhe tragen. Dies dient nicht nur dem Schutz vor Allergenen sondern auch dem allgemeinen Schutz der Haut. Bei der Wäsche mit der Waschmaschine kommt man aufgrund der Dosierungshilfen ja nicht unmittelbar mit den Waschmitteln in Kontakt.

Auf Weichspüler und stark duftende Produkte sollte man besser verzichten. Es gibt zahlreiche duftstofffreie Produkte, zwar nicht in jedem Supermarkt, aber im Internet.

Gibt es Empfehlungen zur Vermeidung von Allergenkontakt beim Waschen?

Grundsätzlich sind beim Waschen mit der Waschmaschine die letzten Spülgänge immer Spülgänge mit klarem Wasser. Dadurch sollen Rückstände von Waschmitteln aus der Wäsche entfernt werden. Je nach Modell lassen sich aber bei vielen Waschmaschinen noch zusätzliche Spülgänge auswählen. Für den Nicht-Allergiker reichen die üblichen zwei bis drei Spülgänge mit klarem Wasser zumeist aus. Für Allergiker empfiehlt es sich jedoch, einen zusätzlichen Klarspülgang zu programmieren, um das Ausspülen von Rückständen des Waschmittels zu verbessern.

Weiter sollte man wissen, dass es bei duftstoffhaltigen Waschmitteln auch durch die Wärme beim Bügeln zu einer verstärkten Freisetzung von Duftstoffen kommen kann. Diese können dann beim Bügeln vermehrt eingeatmet werden und bei Allergikern Beschwerden verursachen. Allergiker können dieses Problem vermeiden, indem sie ein duftstofffreies Waschmittel verwenden.

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Kann man sich auf die „frei von“-Angaben auf Wasch- und Reinigungsmitteln wirklich verlassen, oder heißt dies lediglich frei von deklarationspflichtigen Duftstoffen oder Konservierungsmittel?

Nach den gesetzlichen Bestimmungen für Wasch und Reinigungsmittel müssen Duftstoffe und Konservierungsmittel immer auf der Verpackung angegeben werden, wenn sie im Produkt enthalten sind, auch unabhängig von ihrer Konzentration. Bei den Duftstoffen muss dann erwähnt werden, dass das Produkt Duftstoffe enthält. Bei den Konservierungsmitteln ist auch der Name des Konservierungsmittels anzugeben. Taucht ein bestimmter Konservierungsstoff oder der Begriff Duftstoff in der Produktbeschreibung nicht auf, kann man daher sicher sein, dass er in diesem Produkt auch nicht enthalten ist.

Allergene Duftstoffe müssen zusätzlich namentlich genannt werden, wenn sie eine Konzentration von 0,01 Prozent im Produkt überschreiten. Wenn einer der 26 nach der Detergenzienverordnung kennzeichnungspflichtigen allergenen Duftstoffe nicht in der Deklaration aufgeführt ist, heißt dies allerdings nicht, dass er nicht im Produkt enthalten ist, sondern nur, dass er nicht in einer Konzentration über 0,01 Prozent enthalten ist. Hierdurch weiß man zwar nicht, ob das Produkt allergene Duftstoffe enthält, durch die Deklaration „enthält Duftstoffe“ weiß der Verbraucher jedoch, dass diese im Produkt grundsätzlich vorkommen.

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Zu den Putzmitteln, was ist hier zu beachten, wenn man Allergene vermeiden will?

Bei den Putzmitteln handelt es sich meist um flüssige Produkte. Deshalb gilt hier ganz besonders die Empfehlung, Handschuhe zu tragen, ganz besonders für Allergiker.

Eine weitere wichtige Maßnahme beim Putzen ist es, beim Putzen ausgiebig zu lüften. Ebenso sollte es vermieden werden, Putzmittel-Aerosole, welche beim Einsprühen von Flächen mit Reinigungsmitteln freigesetzt werden, einzuatmen.

Auch wenn man auf die Anwendungstechnik von Reinigungsprodukten achtet, kann man den Allergenkontakt vermeiden. Abzuraten ist z.B. von Reinigungsmitteln in Sprühflaschen, die einen feinen Sprühnebel erzeugen, den man beim Putzen dann einatmen könnte. Zum Fensterputzen sollte man z.B. anstelle eines Glasreinigers als Sprühmittel, einfach Spülmittel in Wasser geben, mit einem Tuch über die Fenster wischen und dann mit einem Abzieher abwischen.

Gibt es Putzmittel, die für Allergiker besonders häufig Probleme bereiten?

Für Allergiker, insbesondere für Asthmatiker, sind Sanitärreiniger häufig problematisch, oft handelt es sich dabei um Produkte in Sprühflaschen. Der Sprühnebel, der oft auch noch saure Bestandteil enthält, kann die Atemwege besonders stark reizen. Auf keinen Fall sollte man den Sprühnebel einatmen. Hier ist das Lüften während des Putzens ganz besonders wichtig.

Ein echter Problemfall ist hier das Reinigen der Duschkabinen von innen. Besser verwendet man bei Asthma Sanitärreiniger in flüssiger Form, die nicht aufgesprüht werden müssen, sondern verdünnt mit einem Tuch angewendet werden.  

Wann sollten Menschen ihre Waschmittel und Putzmittel nach bestimmten Kriterien auswählen?

Allergiker mit einer diagnostizierten Allergie sollten gezielt Produkte aussuchen, die die bei ihnen diagnostizierten Allergene nicht enthalten. Hierzu sollte immer vor dem Kauf das Etikett gelesen werden.

Aber auch dann, wenn kleine Kinder im Haushalt leben, sollte man auf den Einsatz von Produkten, die Duftstoffe oder Konservierungsmittel enthalten, möglichst verzichten. Zusätzlich sollte auf den vorsorgenden Einsatz von Desinfektionsmitteln verzichtet werden.

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Haben sie eine generelle Empfehlung: Was sollte man generell bei Wasch- und Putzmitteln beachten?

Sowohl in Bezug auf das Abwasser als auch für die Haushaltskasse ist es sinnvoll, sich bei Wasch- und Putzmitteln auf wenige Produkte zu beschränken. Bei den Haushaltsreinigern reichen wenige Produkte.

Für alles, was in der Küche anfällt, reichen ein alkalischer Allzweckreiniger, der Fette gut entfernt. Zur Reinigung aller abwaschbaren Oberflächen und des Fußbodens reicht der Allzweckreiniger. Eine Scheuermilch dient zusätzlich der Entfernung von hartnäckigen Verkrustungen.

Zur Reinigung des Badezimmers ist ein Badreiniger auf Säurebasis erforderlich, der Kalk und Kalkseifen löst. Hinzu kommt ein spezieller WC-Reiniger zur Entfernung von Kalk und Urinstein in der Toilette.

Mit einem Handspülmittel kann man nicht nur das Geschirr spülen, sondern auch Fenster, Spiegel und Glasflächen reinigen.    

Empfehlenswert ist es, zur Reinigung geeignete Mikrofasertücher zu verwenden, die die Reinigungswirkung der Produkte unterstützen. Dabei ist darauf zu achten, dass es unterschiedliche Mikrofasertücher für Böden, Möbel und Glasflächen gibt.

Beim Waschen sollte ein für die zu reinigenden Textilien geeignetes Waschmittel zum Einsatz kommen. Für Buntes benötigt man ein Colorwaschmittel. Für Weißwäsche benötigt man ein Vollwaschmittel-Pulver, das mit Bleichmitteln ausgestattet ist. Feinwäsche aus Wolle oder Seide kann man mit einem Wollwaschmittel waschen. Einen Weichspüler benötigt man zum Reinigen der Wäsche nicht.

Herr Gast, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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