Handekzem Gesundheitsberufe

Dr. med. Richard Brans, Oberarzt am Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück zu Handekzemen in Gesundheitsberufen!

Handekzem in Gesundheitsberufen: Symptome, Therapie, Schutz

An welchen Stellen der Hand kann es bei in Gesundheitsberufen tätigen Menschen zu einem Handekzem kommen?

Ein Handekzem kann an verschiedenen Stellen der Hand auftreten. Dies hängt unter anderem auch von der Ursache des Handekzems ab. Bei einigen sind vorwiegend die Handinnenseiten betroffen, während andere stärkere Hautveränderungen an den Hand- und Fingerrücken aufweisen. Teilweise bestehen Hautveränderungen auch nur an den Fingerkuppen oder Fingerzwischenräumen.

Handekzeme können auch mit Entzündungen des Nagelbettes einhergehen, die zu Veränderungen an den Fingernägeln, sogenannten Ekzemnägeln, führen. Häufig finden sich auch Ekzeme an den Handgelenken.

Kann sich ein Handekzem auch auf andere Körperstellen ausbreiten?

Eine Ausbreitung von Handekzemen auf andere Körperstellen ist selten, kann jedoch bei allergischen Kontaktekzemen in Form eines sogenannten Streuphänomens auftreten.

Sollten auch andere Hautstellen Hautbelastungen ausgesetzt sein, kann es natürlich parallel zu einem Handekzem auch zu einem Kontaktekzeme an anderen Hautarealen kommen z. B. an den Unterarmen, Füßen und im  Gesicht.

Wie kommt es bei in Gesundheitsberufen Tätigen zu Handekzemen und welche Faktoren wirken begünstigend?

Handekzeme sind im Wesentlichen durch drei Ursachen bedingt:

1) irritativ

2) allergisch

3) atopisch.

Häufig handelt es sich auch um Kombinationen der verschiedenen Ursachen.

Hautreizungen führen zu irritativen Kontaktekzemen. Bei chronischen Einwirkungen spricht man in diesem Zusammenhang auch von sogenannten Abnutzungsekzemen. Auslöser hierfür ist insbesondere Feuchtarbeit, also Umgang mit Wasser oder wässrigen Substanzen, häufiges Händewaschen oder Schwitzen beim Tragen von Schutzhandschuhen. Hierdurch wird die Haut entfettet und dadurch die Hautbarriere beeinträchtigt. Dies ist die häufigste Ursache für beruflich bedingte Handekzeme in Gesundheitsberufen.

Auch der Kontakt zu hautreizenden Stoffen wie Säuren oder Laugen (z. B. Reinigungsmitteln), kann zu irritativen Kontaktekzemen an den Händen führen.

Wie bereits erwähnt, werden hingegen allergische Kontaktekzeme durch Kontaktallergien verursacht. Wichtige Allergene in Gesundheitsberufen stellen hierbei Gummiinhaltsstoffe, Desinfektionsmittel, Duft- und Konservierungsmittel dar. Im Vergleich zu den irritativen Kontaktekzemen treten allergische Kontaktekzeme in Gesundheitsberufen jedoch seltener auf.

Atopische Handekzeme sind eine Variante der atopischen Dermatitis, das Synonym lautet „Neurodermitis“, und sind daher schicksalhaft bedingt. Eine Veranlagung hierzu wird in der Regel vererbt. Die atopische Dermatitis geht mit einer erhöhten Entzündungsbereitschaft der Haut einher. Daher können Ekzeme an den Händen auch ohne erkennbare äußere Ursache auftreten,  z. B. auch bei Stress.

Die bei der atopischen Dermatitis typischerweise beeinträchtigte Hautbarriere begünstigt jedoch auch Hautirritationen durch hautreizende Stoffe und damit die Entstehung von irritativen Kontaktekzemen. Daher stellt die atopische Dermatitis einen Risikofaktor für beruflich bedingte Handekzeme in Gesundheitsberufen dar. Ob und in welcher Form die atopische Dermatitis auch die Entstehung von Kontaktallergien beeinflusst, ist derzeit noch unklar.

Auch andere Faktoren können die Entstehung von Handekzemen fördern. Hierzu zählen z. B. eine erhöhte Schwitzneigung an den Händen oder andere anlagebedingte Risikofaktoren. Auch Zigarettenkonsum kann sich ungünstig auswirken. So konnten wir in einer großen prospektiven Multicenterstudie zeigen, dass beruflich bedingte Handekzeme bei Rauchern schwerer und hartnäckiger verlaufen als bei Nichtrauchern. Durch den Zigarettenkonsum werden möglicherweise Hautentzündungen gefördert und Heilungsprozesse verlangsamt.   

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