Trockene Haut allergisches Hautekzem

Univ.-Prof. Dr. med. Natalija Novak, Leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Bonn zum Unterschied zwischen trockener Haut und allergischem Hautekzem!

Trockene Haut? Allergisches Hautekzem? Was ist der Unterschied?

Wie sieht die Therapie beim Hautekzem aus?

Die Voraussetzung für eine effiziente Therapie ist die genaue Ermittlung des Allergens und die dementsprechende Meidung. Kann man das auslösende Allergen nicht identifizieren oder ist eine Allergenmeidung nicht möglich, gibt es verschiedene Behandlungsstrategien.

Mit symptomatischen Therapien mit z.B. Antihistaminika behandelt man den Juckreiz. Lokal antientzündlich behandelt man mit kortisonhaltigen Externa, d.h. Cremes. Bei ausgeprägten, chronischen Ekzemen kann auch eine kurzzeitig systemische Kortisontherapie erfolgen. Auch UV-Therapien kann man zur Behandlung von Hautekzemen einsetzen.

Darüber hinaus erhalten Patienten mit chronischen beruflich bedingen Handekzemen eine Schulung, bei der sie lernen, wie sie im Alltag die natürliche Hautbarriere schonen bzw. stärken können.

Und was empfehlen Sie Ihren Patienten, die lediglich unter trockener Haut leiden?

Patienten mit trockener Haut empfehlen wir bestimmte Hautpflegeprodukte, die frei an Zusatz- und Duftstoffen sind und regelmäßige Pflegestrategien, die den Wasserverlust der Haut oder bestimmte fehlende Bestandteile, wie z.B. Fette, ausgleichen sollen. Zudem muss neben äußeren Faktoren die zur Hauttrockenheit führen, unter Umständen auch nach innere Faktoren die Hauttrockenheit auslösen oder verstärken können gesucht werden. Es gibt unterschiedliche Substanzen, die die Haut- und Hautbarriere stärken und die natürliche Fett-und Feuchtigkeitsregulation der Haut unterstützen bzw. wieder herstellen. Zudem gibt es unterschiedliche Grundlagen, z.B. eher fetthaltige oder eher feuchtigkeitshaltige. Diese Grundlagen werden von den Patienten sehr unterschiedlich wahrgenommen. Deshalb ist es bei der Wahl des richtigen Pflegeproduktes sehr wichtig, die individuellen Vorlieben des Patienten zu beachten und gemeinsam mit dem Patienten ein Pflegeprodukt zu finden, dass dieser als angenehm empfindet. Nur wenn ein Pflegeprodukt als positiv empfunden wird, wird der Patient es auch mehrmals täglich anwenden.  

Auch die Körperpflegeprodukte, die zum Händewaschen, Duschen oder Baden benutzt werden, sollte man mit dem Patienten besprechen, wenn die Haut sehr trocken ist. Viele Produkte verändern den pH-Wert der Haut so negativ, dass die Symptome verstärkt werden. Deshalb raten wir mittlerweile zu möglichst neutralen, duftstofffreien Waschsyndets und eher zum Duschen als zum Baden, weil Baden die Haut deutlich stärker austrocknet. Es gibt auch die Möglichkeit, bei Wannenbädern rückfettende Öle zu verwenden, die eine Film auf der Haut bilden, der dann aber auch nicht zu heftig wegfrottiert werden darf.  

Frau Prof. Novak, herzlichen Dank für dieses Interview!

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