Trockene Haut allergisches Hautekzem

Univ.-Prof. Dr. med. Natalija Novak, Leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Bonn zum Unterschied zwischen trockener Haut und allergischem Hautekzem!

Trockene Haut? Allergisches Hautekzem? Was ist der Unterschied?

Allergische Kontaktekzeme sind also an jeder Körperstelle möglich?

Das Kontaktekzem kann an jeder Körperstelle auftreten. Typischerweise findet man es an den Stellen des Körpers, die mit dem Kontaktallergen in Berührung kommen. Deshalb lassen sich aus der Lokalisation auch Hinweise auf das auslösende Kontaktallergen ableiten. Z.B. kann  sich eine Allergie auf Gummi an Körperstellen zeigen, an denen gummihaltige Bündchen der Unterwäsche mit der Haut in Berührung kommt oder eine Nickelallergie an der Stelle, an der ein Hosenknopf oder nickelhaltiger Schmuck die Haut berührt.

Häufig, oft bei beruflicher Exposition oder aufgrund von Hobbies, sind die Hände betroffen, seltener die Ellenbogen. Auch Inhaltsstoffe aus Textilien oder Schuhen wie Farbstoffe, Duftstoffe oder Gerbstoffe können ein Kontaktekzem verursachen. Im Gesichtsbereich sind oft Inhaltsstoffe von Kosmetika die Auslöser von Ekzemen.

Wie gehen Sie bei der Diagnose von Hautekzemen vor?

Vermutet man ein allergisches Kontaktekzem, ist die Diagnose nicht leicht. Die Voraussetzung für eine exakte Diagnose sind die möglichst genauen Beobachtungen des Patienten. Je besser dieser beschreiben kann, wann und in welchem Zusammenhang das Hautekzem auftritt und je genauer er beobachtet hat, welche Veränderungen dem vorausgingen, desto größer die Chance, das auslösende Allergen zu identifizieren.

Es gibt eine Art Hitliste der Kontaktallergene, die ständig aktualisiert wird und gewisse Standardsubstanzen enthält, die zunächst im Block getestet werden. Besteht darüber hinaus der Verdacht auf weitere Substanzen als Auslöser des Kontaktekzems, gibt es definierte Testreihen, auch für verschiedene Berufsgruppen.

Grundsätzlich sind die Beobachtungen des Patienten auch bei der Frage, ob es sich nur um sehr trockene Haut oder doch um ein Ekzem handelt, von größter Wichtigkeit, denn eine frühzeitige Behandlung mit einer Basistherapie ermöglicht es oft, auf eine Kortisonbehandlung zu verzichten.

Andere Formen der Ekzeme, auch die mit inneren Erkrankungen einhergehenden, müssen ausgeschlossen werden.

Wie genau testet man bei Verdacht auf Kontaktekzem auf die verdächtigen Allergene?

Um Kontaktallergene zu identifizieren, nutzt man den Epikutantest. Dafür werden kleine Pflaster auf den Rücken des Patienten aufgeklebt, bei denen Allergene in die Trägersubstanz Vaseline eingebracht wurden. Diese Pflaster verbleiben dann zwei  bis drei Tage und wenn eine Allergie auf eines der getesteten Allergene besteht, entwickelt sich im Testareal ein Ekzem, das eine Sensibilisierung nachweist.

Ist das Allergen über die Standardtests nicht nachweisbar, muss man versuchen, Substanzen zu finden, die ebenfalls als Allergen in Frage kommen. Dafür gilt es zunächst, die in Frage kommenden Allergenquellen einzugrenzen und deren Inhaltsstoffe zu ermitteln. Handelt es sich z.B. um ein Haarfärbemittel, ist es oft nicht so leicht, dies herauszufinden. Sind die Substanzen bekannt, muss man abklären, ob diese getestet werden dürfen und wie dies erfolgen soll, damit eine verlässliche Aussage möglich wird. So spielt es z.B. eine Rolle, in welchem Verdünnungsgrad eine Substanz für einen Epikutantest eingesetzt werden kann, denn viele Substanzen wirken in hoher Konzentration irritativ, ohne dass zwangsläufig eine Allergie bestehen muss.

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