Histaminintoleranz-Diagnose - sinnvolle Tests

Dr. Kai Wiemer zur Histaminintoleranz-Diagnose: Welche Tests sind sinnvoll und welche nicht?

Histaminintoleranz-Diagnose: Welche Tests sind sinnvoll, welche nicht?

Es werden auch Stuhltests zur Diagnose der Histaminintoleranz angeboten…

Stuhltests sind nicht sinnvoll, insbesondere wenn sie als Selbsttests im Internet angeboten werden. Meiner Kenntnis nach gibt es aktuell keine Stuhltest, der zur Diagnose von Histaminintoleranz wissenschaftlich anerkannt ist.

Generell benötigt man sehr viel Erfahrung, um anhand von Stuhltests eine treffende Diagnose zu stellen. Außerdem spielen auch hier der korrekte Testablauf und die Überwachung der Durchführung eine große Rolle in Bezug auf die Verlässlichkeit der Diagnose.

Wie diagnostizieren Sie eine Histaminintoleranz?

Häufig spricht die Klinik für eine Histaminintoleranz. Wenn die Patienten über die für eine Histaminintoleranz typischen Beschwerden berichten, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Verzehren histaminreicher Speisen stehen, ist dies viel aussagekräftiger, als ein Test.

Sehr hilfreich für die Diagnose einer Histaminintoleranz ist das Führen von Ernährungs- und Symptomtagebüchern über drei bis vier Wochen, das auch der Leitlinie entspricht.1) Erleichtert wird dies durch die Smartphones, mit deren Hilfe man auch unterwegs das Tagebuch führen kann. Auch ein Foto vom Essen als Gedächtnisstütze zu machen, ist ein guter Tipp.

Wichtig ist, dass beim Führen des Ernährungs- und Symptomtagebuches auch alle Medikamente einbezogen werden, die der Patient einnimmt, bzw. auch Nahrungsergänzungsmittel und Naturheilmittel oder „Hausmittelchen“, die häufig beim Arztbesuch unerwähnt bleiben. Auch der Menstruationszyklus und Stresssituationen sollten im Tagebuch vermerkt werden. So kann man sehr gut „herauskitzeln“, wann es zu welchen Symptomen kommt und wodurch.   
Mehren sich aufgrund des Ernährungs- und Symptomtagebuches die Hinweise auf eine Histaminintoleranz, würde eine Ernährungsumstellung folgen. Dabei sollten sich die Patienten mindestens drei Wochen komplett histaminarm oder sogar histaminfrei ernähren.  

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