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Histaminunverträglichkeit Histaminintoleranz

Dipl.-Oecotroph. Silke Kothe zum Thema Histaminunverträglichkeit: Was macht sie schwierig?

Histaminunverträglichkeit: Was macht sie schwierig?

Die Histaminunverträglichkeit oder Histaminintoleranz wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert. Für die Betroffenen ist das eine schwierige Situation, und viele sind verunsichert. Im Vorfeld der 18. AGAS/AGNES-Jahrestagung, einer Fachkreise-Veranstaltung, die am 27. Februar 2021 online stattfinden wird, sprach MeinAllergiePortal mit Dipl.-Oecotroph. Silke Kothe, Elbe Klinikum Buxtehude, darüber, was die Histaminunverträglichkeit so schwierig macht.

Frau Kothe, warum wird die Histaminunverträglichkeit oft so kontrovers diskutiert?

Der Grund dafür, dass die Histaminunverträglichkeit so kontrovers diskutiert wird, ist, dass es  immer noch keine wissenschaftlich gesicherte Diagnose gibt. Die Beschwerden der Betroffenen sind objektiv nicht zu eruieren, das heißt festzustellen. Das bedeutet, sie beruhen auf subjektiven Erfahrungen! Somit hat hier jeder Betroffene seine „eigene“ Wahrheit!

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Worauf sollte man im Hinblick auf die Diagnose achten, auch bzgl. möglicher Differenzialdiagnosen?

Man sollte bei der Diagnose „Histaminunverträglichkeit“ nicht auf „Mr. Google“ vertrauen und von sich aus lange Lebensmittel-Verbotslisten in den Alltag integrieren. Vielmehr sollte man sich in fachärztliche Hände begeben. Das bedeutet, man sollte fachärztlichen Rat im Bereich Gastroenterologie oder Allergologie suchen, zum Ausschluss grundlegender Erkrankungen. Ferner können fachlich versierte Ernährungstherapeuten hier gut unterstützen!

Viele fragen sich, was man bei einer Histaminunverträglichkeit essen kann und was nicht. Was ist hierbei wichtig? Gibt es Risiken?

Wenn man eine Histaminunverträglichkeit nur vermutet und es daraufhin zu einer Speiseplaneinschränkung kommt, kann eine Mangelernährung entstehen, die Nährstoffversorgung ist nicht mehr gewährleistet. Somit wird das bestehende Problem nur noch verschlimmert. Viele sind dann verzweifelt und wissen nicht mehr, was sie überhaupt noch zu sich nehmen können. Dadurch werden der Alltag und auch die sozialen Kontakte negativ beeinflusst. Dabei sind die Unverträglichkeiten meistens auf nur einige Lebensmittel beschränkt und individuell sehr verschieden, so dass Pauschalempfehlungen hier nicht geeignet sind. Das gilt auch für die Histaminunverträglichkeit.

Was empfehlen Sie Menschen, die glauben, an einer Histaminunverträglichkeit zu leiden?

Wenn man die Befürchtung hat, an einer Histaminunverträglichkeit zu leiden, sollte man sich in die genannten fachärztlichen Hände begeben und danach eine Ernährungstherapie bei einer spezialisierten Ernährungsfachkraft durchführen. Auf keinen Fall sollte man eigenständig pauschale Auslassdiäten durchführen!

Frau Kothe, herzlichen Dank für dieses Interview!

Dieses Interview erfolgte ohne finanzielles Entgelt für den Referenten/die Referentin.