Histaminintoleranz Symptome Diagnose Therapie

Prof. Martin Raithel beim DGIM 2018 zu: Histaminintoleranz – Symptome, Diagnose, Therapie!

Histaminintoleranz – Symptome, Diagnose, Therapie

Das Krankheitsbild „Histaminintoleranz“ stand im Zentrum des Vortrags, den Prof. Martin Raithel im Rahmen des 124. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) im April 2018 in Mannheim hielt. Dabei ging er auch auf Symptome, Diagnose und Therapie der Erkrankung ein. Prof. Dr. med. Martin Raithel ist Internist, Gastroenterologe, Allergologe, Gesundheitsökonom (EBS), Ernährungsmediziner (BLAEK) und Chefarzt der Medizinischen Klinik II des Waldkrankenhauses St. Marien in Erlangen. Ko-Autoren sind Thomas und Ralf Rieker, Gastroenterologie, Interventionelle Endoskopie, Malteser Waldkrankenhaus St. Marien in Erlangen.

Histaminintoleranz – die Symptome

Die Symptome einer Histaminintoleranz sind variabel und polysymptomatisch, es handelt sich also bei der Histaminintoleranz um ein Syndrom (HIS; nicht-allergische Hypersensitivität).1) Neben den klassischen Symptomen, wie Kopfschmerzen, Migräne und Flush, kennt man auch, gerade in der Pädiatrie, reizdarmähnliche Beschwerden, Urtikaria, Pruritus, in anderen Disziplinen aber auch Atemwegsprobleme, Fließschnupfen, Herzrhythmusstörungen und Migräne und zentralnervöse Beschwerden etc.. In einer doppelblinden Provokation sind diese Symptome allerdings immer schwer reproduzierbar, wie eine österreichische Studie2) zeigen konnte. Zwar profitierten die Patienten von einer DAO-Substitution signifikant, aber es konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden, wie weit dieser klinische Effekt tatsächlich geht. Das liegt auch daran, dass unter Provokation unterschiedliche Symptome zu unterschiedlichen Zeitpunkten an unterschiedlichen Organen auftraten, unterschiedliche vorausgehende Diäten verwandt wurden und letztlich der Gesamt-Histaminhaushalt nicht immer gleich hohe Histaminkonzentrationen im Blut, Gewebe, Liquor zeigt (z.B. prämenstrueller Histaminanstieg).

Hinzu kommen atypische Symptome, wie zum Beispiel Müdigkeit oder chronische Hypotonie.

Histaminintoleranz – die Auslöser

Typische Nahrungsmittel, die bei Histaminintoleranz Beschwerden auslösen, sind zum Beispiel:

  • Alkoholische Getränke, insbesondere Rotwein
  • Gereifte Lebensmittel wie Käse, Salami, Rohwürste und Sauerkraut
  • Thunfisch, Makrele
  • Nüsse, Schokolade

Medikamente, die den Histaminkatabolismus blockieren, sind zum Beispiel:

  • Azetylcystein
  • Ambroxol
  • Clavulansäure
  • Verapamil

Histaminliberatoren in Nahrungsmitteln sind zum Beispiel:

  • Tomaten
  • Erdbeeren
  • Zitrusfrüchte
  • Spinat
  • Essig
  • Maggi

Histamin – nicht immer oral, sondern auch inhalativ aufgenommen!

Histaminintoleranz ist jedoch nicht allein auf die orale Aufnahme bzw. die Diaminoxidase beschränkt. „Nicht nur das exogen bzw. oral aufgenommene Histamin kann Beschwerden verursachen“, so Prof. Raithel, „auch die inhalative Aufnahme von Histamin kann zu Symptomen führen“. Eine Studie3) konnte zeigen, dass inhalativ aufgenommenes Histamin aus dem Kot von Bettwanzen bei den Patienten zu Schleimhautreizungen und anderen Beschwerden führen kann.

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