Globus Angebot Allergiker

Dr. Horst Lang, Leiter der Qualitätssicherung der Globus SB-Warenhaus Holding in St. Wendel

Glutenfrei und laktosefrei einkaufen bei Globus

Sie haben bei Globus den Schwerpunkt Ihres Angebotes auf Gluten und Laktose gesetzt. Wie sieht es bei anderen Allergenen bzw. unverträglichen Stoffen aus?

Da gibt es eine große Zahl von Unverträglichkeiten wie z.B. Jodunverträglichkeit, Phosphatunverträglichkeit oder die Unverträglichkeit von Glutamat. Allerdings sind hier jeweils nur kleine Gruppen betroffen und es ist deshalb sehr schwierig, dies bei großen Produktionseinheiten zu berücksichtigen.

Als wir vor über 10 Jahren begonnen haben, uns mit dem Thema zu beschäftigen, ging es ausschließlich um Gluten und Laktose. Von Fruktose war im Zusammenhang mit Unverträglichkeitsreaktionen damals überhaupt nicht die Rede, im Gegenteil, man hat Fruktose als Ersatz für Glukose noch empfohlen.  

Ähnlich war es beim Jod. Von staatlicher Seite wurden die Lebensmittelhersteller dazu aufgefordert, Lebensmittel mit Jod anzureichern, z.B. das Jodsalz. Darüber hinaus gab es hierzu Ernährungsempfehlungen. Grund dafür war unter anderem die Strahlungsbelastung, aber auch die Kropfgefahr. Der Verbraucher geht dann natürlich davon aus, dass er auf die Jodversorgung ein besonderes Augenmerk richten muss und die Industrie registriert eine wachsende Nachfrage, der sie auch nachkommt. Heute findet auf Grund der mit Jod angereicherten Lebensmittel eine Überversorgung statt, es kommt zu Sensibilisierungen und es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Menschen, die auf Jod unverträglich reagieren. Wir reagieren darauf, indem wir bei unseren Eigenprodukten auf jodiertes Salz verzichten.

An sechs Standorten bietet Globus eigene glutenfreie Backstuben. Haben Sie Ausbaupläne?

Hier liegt das Problem in den Räumlichkeiten. Wenn wir Bäckereien bauen, müssen wir uns die Frage stellen, ob wir uns eine glutenfreie Backproduktion platztechnisch leisten können. Wir benötigen dafür einen separaten Raum mit separaten Produktionslinien, die nicht in Verbindung mit der üblichen Backproduktion stehen darf. Auch die Mitarbeiter müssen zuerst im „glutenfreien“ Bereich arbeiten können und dürfen erst dann in den anderen Backbereich wechseln, damit es nicht zu Kontaminationen kommt.

Hinzu kommt, dass das Absatzgebiet groß genug sein muss, damit auch eine ausreichend große Personenzahl mit Bedarf an glutenfreien Produkten erreicht werden kann. Dafür ist es auch wichtig, dass die Märkte eine sehr gute, zentrale und leicht erreichbare Lage haben. Diese Entscheidung muss je nach Standort individuell getroffen werden.

Wie sehen Ihre zukünftigen Pläne für Globus aus?

Wir glauben, dass wir für die von Allergien und Unverträglichkeiten Betroffenen ein wichtiger Ansprechpartner sind und werden diese Themen auch in Zukunft immer berücksichtigen. Allergenfreie Produkte sind ein wichtiger Bestandteil unserer Sortimentspflege und wir haben immer ein offenes Ohr für Produzenten, gerne auch aus dem Ausland, die uns aktuelle, gute und moderne Produkte anbieten. Außerdem werden wir auch weiterhin Schulungen zu diesen Themen durchführen und unter der Rubrik „Bewusst leben“ auf unserer Website interessante Themen für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten anbieten. Auch im Globus Kundenmagazin mio gehen wir immer wieder auf das Thema Allergene ein, bzw. arbeiten an saisonale Sortimente, z.B. zu Weihnachten.

Herr Dr. Lang, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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