Fruktosemalabsorption Ursachen

Dr. Yvonne Braun zum Thema: Fruktosemalabsorption - was sind die Ursachen?

Fruktosemalabsorption: Was sind die Ursachen?

Bei einer Fruktosemalabsorption kann der Verzehr von Fruktose bzw. Fruchtzucker Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Die Betroffenen können dann zum Beispiel unter Bauchschmerzen, Krämpfen, Meteorismus und Durchfällen leiden. Wie kommt es zu einer Fruktosemalabsorption? Im Interview mit MeinAllergiePortal nimmt Dr. Yvonne Braun, Diplom-Oecotrophologin, Ernährungsberaterin/DGE und Ernährungsfachkraft Allergologie (DAAB) zu den Ursachen der Fruktosemalabsorption Stellung.

Frau Dr. Braun, was passiert bei einer Fruktosemalabsorption?

Bei der Fruktosemalabsorption kann die Fruktose, die im Körper aufgenommen wird, im Darm nicht in ausreichender Menge absorbiert werden. Die Fruktose flutet dann in größeren Mengen im Darm an, gelangt in tiefere Darmabschnitte und löst hier die bekannten Symptome aus.

Wie häufig ist die Fruktosemalabsorption?

Würden alle Erwachsenen in Deutschland mit dem H2-Atemtest auf Fruktosemalabsorption getestet werden, so würde man bei einem Drittel der Bevölkerung positive Ergebnisse erhalten. Von dieser Untergruppe reagiert aber nur ein weiteres Drittel wirklich mit Symptomen auf den Verzehr von Fruktose.
Diese Diskrepanz macht deutlich, dass ein positiver Test nicht unbedingt mit Beschwerden einhergehen muss. Vielmehr müssen die Ergebnisse eines diagnostischen Tests tatsächlich auch durch Symptome bestätigt werden, die nach dem Verzehr der entsprechenden Nahrungsmittel auftreten. Erst dann kann die Diagnose Fruktosemalabsorption gestellt werden.

Gilt diese Diskrepanz zwischen positivem Test auf Fruktosemalabsorption und Auftreten von Symptomen auch für Kinder?

Vor allem Kleinkinder reagieren auf zu viel Fruktose, bei fast zwei von drei Kleinkindern ist dies der Fall. Das liegt jedoch nicht daran, dass so viele Kinder von einer Fruktosemalabsorption betroffen sind. Vielmehr ist der Grund, dass der kleine Darm bei kleinen Kindern noch nicht richtig ausgereift ist, das Transportsystem noch nicht richtig funktioniert und dass die Kinder eben noch nicht so viel Fruktose vertragen.

Was passiert bei der Fruktosemalabsorption im Körper?

Im Darm wird die Fruktose über ein bestimmtes Transportersystem aus dem Darm in den Körper transportiert. Zusätzlich zu diesem Transportersystem wird die Fruktose noch über passive Diffusion aufgenommen. Das heißt, dass die Aufnahme von Fruktose vom Darm in den Körper sehr langsam vonstattengeht.

Abhängig von der individuellen Konstitution des Darmes, hat jeder Mensch eine individuelle Aufnahmegrenze von Fruktose. Bei der Fruktosemalabsorption ist diese durch die Transporterfunktion, und damit die Aufnahme von Fruktose aus dem Dünndarm, eingeschränkt. Daher flutet die aufgenommene Fruktose zu einem höheren Teil in den Darm an und gelangt dann in weitere untere Darmabschnitte. Hier wird die Fruktose dann von Bakterien verarbeitet bzw. verstoffwechselt und dadurch kommt es dann zu den bekannten Symptomen.

Ist die Fruktosemalabsorption eine singuläre Erkrankung oder handelt es sich eher um ein Folgeerkrankung, die aufgrund anderer Erkrankungen auftritt?

Die Fruktosemalabsorption kann eine primäre Erkrankung sein, die durch ein verlangsamtes Transportersystem ausgelöst wird. Sie kann aber auch sekundär als Folge von anderen Erkrankungen auftreten.

Welche Erkrankungen können zu einer Fruktosemalabsorption führen?

Meist tritt die Fruktosemalabsorption aufgrund von Schädigungen der Darmschleimhaut auf. Dies kann zum Beispiel durch eine Zöliakie oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED), wie, unter anderem, Morbus Crohn, der Fall sein. Aber auch die Einnahme von Medikamenten und ein erhöhter Alkoholkonsum können die Darmschleimhaut schädigen und eine Fruktosemalabsorption nach sich ziehen.

Frau Dr. Braun, herzlichen Dank für dieses Interview!

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