Fruktosemalabsorption Sorbit Erythrit Birkenblütenzucker

Dr. Yvonne Braun zum Thema: Fruktosemalabsorption - Sorbit, Erythrit, Birkenblütenzucker und Co.!

Fruktosemalabsorption: Sorbit, Erythrit, Birkenblütenzucker?

Patienten mit Fruktosemalabsorption sollen Fruchtzucker meiden, sind aber von der Vielfalt der „Zuckerarten“ auf die sie achten sollen, oft regelrecht „erschlagen“  Hinzu kommen die sogenannten Zuckeralkohole, bei denen ebenfalls nicht immer auf den ersten Blick klar ist, ob sie verträglich sind, wenn man Fruchtzucker nicht verträgt. Im Interview mit MeinAllergiePortal bringt Dr. Yvonne Braun, Diplom-Oecotrophologin, Ernährungsberaterin/DGE und Ernährungsfachkraft Allergologie (DAAB) Licht ins Dunkel. Es geht um Sorbit, Erythrit, Birkenblütenzucker und Co..

Frau Dr. Braun, was genau verbirgt sich hinter Sorbit, Mannit, Erythrit und Xylit?

Sorbit, Mannit, Erythrit und Xylit gehören zu den Zuckeralkoholen (Polyolen). Sie schmecken süß, lassen aber den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen. Daher werden sie von der Lebensmittelindustrie gerne in light- oder Diätprodukten eingesetzt.

Wie sollten Patienten mit Fruktosemalabsorption mit den Polyolen bzw. Zuckeralkoholen umgehen?

In der ersten (Karenz-) Phase der Fruktosemalabsorption sollten auch Polyole gemieden werden. Die Krux an der Sache ist nämlich, dass Polyole das Transportsystem von Fruktose aus dem Darm hemmen. Da das Transportsystem bei Patienten mit Fruktosemalabsorption grundsätzlich langsam arbeitet, sollte es nicht weiter gehemmt werden.

In der Theorie wäre es natürlich möglich, dass ein Mensch mit Fruktosemalabsorption Zuckeralkohole verzehrt, wenn er absolut keine Fruktose aufnimmt. Jedoch ist dies in der Praxis nahezu unmöglich, da Fruktose kaum komplett vermieden werden kann. Daher gilt für den Anfang: Polyole zu meiden und in der zweiten (Test-) Phase herauszufinden, wie viele Zuckeralkohole individuell vertragen werden. Hierbei sieht man in der Praxis, dass Xylit und Erythrit von den Zuckeralkoholen am besten verträglich sind.

Wie sieht es mit Zuckerersatzstoffen bzw. Süßstoffen aus, sind sie bei Fruktosemalabsorption verträglich?

Süßstoffe, wie z.B. Stevia, Saccharin, Aspartam, etc. sind in Bezug auf die Verträglichkeit bei Fruktosemalabsorption geeignet.

Jedoch sollten Süßstoffe aus gesundheitlichen Gründen nicht in zu hohen Mengen aufgenommen werden, z.B. weil der Süßstoff bei  Adipösen den Heißhunger nach Süßigkeiten noch weiter anregt. Das ist absolut nicht zielführend. Daher rate ich von dem Ersatz von Zucker durch Süßstoff ab. Besser ist es, auf andere Süßungsmittel umzusteigen und sich den Süßgeschmack ein wenig abzutrainieren.

Außerdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass Süßstoffe in höheren Mengen abführend wirken. Dies ist wiederum nicht förderlich für die Darmgesundheit, die auch bei der Fruktosemalabsorption eine große Rolle spielt.

Welche Zucker sind denn bei Fruktosemalabsorption wirklich empfehlenswert?

Sehr gut kann bereits während der Karenzphase mit Traubenzucker, Glukosesirup, Malzzucker, Reissirup oder Milchzucker gesüßt werden.

Kokosblütensirup ist ein relativ neues Süßungsmittel und ist ähnlich zu beurteilen, wie der Haushaltszucker: Da er nicht frei von Fruktose ist, wird er in der Karenzphase gemieden. Die individuelle Verträglichkeit kann aber in der Testphase ermittelt werden.

Frau Dr. Braun, herzlichen Dank für dieses Interview!

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