Fruktose Fruchtzucker Natürliche Süße

Susanne Büscher zum Thema: Fruktose - Fruchtzucker: Natürliche Süße oder süßes Gift? © Elfriede Liebenow Fotografie

Fruktose - Fruchtzucker: Natürliche Süße oder süßes Gift?

Obst und zum Teil auch Gemüse enthalten Fruchtzucker, auch Fruktose genannt. Die meisten Menschen, die sich mit dem Thema Ernährung beschäftigen, wissen das. Dass Fruchtzucker auch in zahlreichen Fertigprodukten enthalten ist, auch in pikanten Speisen, ist schon weniger bekannt. Noch schwieriger wird es, wenn man Fruktose auf einer Zutatenliste erkennen soll, denn nicht immer steht Fruchtzucker oder Fruktose „drauf“, wenn sie „drin“ sind. MeinAllergiePortal sprach mit Susanne Büscher, Oecotrophologin (B.Sc.) und Ernährungsberaterin/DGE aus Hamburg, darüber, wie man der Fruktose in der Zutatenliste auf die Spur kommt und ob es sich beim Fruchtzucker um natürliche Süße oder süßes Gift handelt.

Frau Büscher, wieso achten immer mehr Menschen auch auf Fruchtzucker in der Ernährung? Fruchtzucker wird doch, anders als andere Zuckerarten, nicht insulinabhängig verstoffwechselt, hebt also auch den Blutzuckerspiegel nicht an.

Wir wissen heute, dass Fruchtzucker noch stärker als Traubenzucker (Glukose) sowohl Entzündungsprozesse als auch eine Insulinresistenz fördert. Deswegen ist dieser Zucker, anders als früher angenommen, auch für Diabetiker nicht förderlich.

Im Zusammenhang mit Fruktose ist auch immer wieder von Adipositas, der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL) und Fettleberhepatitis (NASH) die Rede. Was sollte man hierzu wissen?

Fruchtzucker wird in der Leber verstoffwechselt. Diese baut ihn dann zu Traubenzucker (Glukose) um, wenn dieser gebraucht wird. Steht aber bereits genug Traubenzucker zur Verfügung, wandelt die Leber den Fruchtzucker in Fett um, das sie im eigenen Organ einlagert. So kann es schleichend zu einer Leberverfettung kommen. „Fettleber“ ist mittlerweile eine Diagnose, die nicht nur auf Alkoholkonsum oder starkes Übergewicht zurückzuführen ist, sondern auch auf ein Zuviel an Obst und/oder süßen Nahrungsmitteln – auch bei schlanken Menschen.

Steckt immer eine Fruktosemalabsorption dahinter, wenn Menschen den Eindruck haben, Fruktose nicht zu vertragen?

Patienten kommen am ehesten mit Bauchbeschwerden, das heißt, gastrointestinalen Beschwerden, wie Völlegefühl, Blähungen (Meteorismus) und Durchfällen (Diarrhoen) sowie diffusen Schmerzen in die Beratung. Es gilt dann herauszufinden, ob eine Kohlenhydratverwertungsstörung ursächlich sein kann (Milchzucker, Fruchtzucker etc.). Meist finden wir keine klassische Malabsorption, das heißt eine schlechte Aufnahme des Nährstoffes vom Darm in den Blutkreislauf, sondern schlichtweg ein Zuviel an Fruchtzucker in der Ernährung. Denn der Fruchtzucker kommt ja nicht nur im Obst vor, wie der Name vermuten ließe. Auch unser Haushaltszucker enthält zur Hälfte Fruchtzucker – und auch dessen Verzehrmenge gehört auf den Prüfstand.

Es gibt unzählige Zuckervarianten, welche enthalten Fruchtzucker? Wieviel Fruchtzucker enthalten sie jeweils?

Neben unserem Haushaltszucker (Saccharose) reicht die Auswahl von Rohrzuckern und Kandis über Invertzucker bis hin zum Palmzucker (Kokosblütenzucker). Oftmals werden besondere gesundheitliche Vorteile beworben, dennoch sind sie biochemisch alle eines - Zucker! - und sollten damit so sparsam eingesetzt werden wie ein Gewürz. All diese Zucker enthalten auch Fruchtzucker in unterschiedlichen Anteilen. Einfacher ist es deshalb, die Zucker aufzuzählen, die keinen Fruchtzucker enthalten, wie Traubenzucker (Glucose), Milchzucker (Lactose), Malzzucker (Maltose).

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