Zuckerunverträglichkeit Laktoseintoleranz Fruktosemalabsorption Laktose Fruktose

Prof. Dr. Dr. Anja Bosy-Westphal zum Thema: Zuckerunverträglichkeit: Wenn man Laktose und Fruktose nicht verträgt!

Zuckerunverträglichkeit: Fruktosemalabsorption, Laktoseintoleranz

Fruktosemalabsorption – eine zunehmende Diagnose

Bei der Fruktosemalabsorpion geht man von einer Prävalenz von 15 bis 25 Prozent aus, wobei sie im Norden häufiger auftritt als in Südeuropa, im Süden ist dagegen die Laktoseintoleranz häufiger. Insgesamt scheint die Anzahl der Menschen mit der Diagnose Fruktosemalabsorption seit den 80er Jahren zu steigen. „Dafür wird der zunehmend hohe Zuckergehalt bzw. Fruktosegehalt in Fertigprodukten verantwortlich gemacht“, so Prof. Bosy-Westphal. Insbesondere HFCS-55, ein sehr preiswerter, in den USA häufig verwendeter Maissirup, der zu 55 Prozent aus Fruktose und zu 45 Prozent aus Glukose besteht, könnte bei der Zunahme der Fruktosemalabsorption eine Rolle spielen.

Die Diagnose der Fruktosemalabsorpion erfolgt über einen H2-Atemtest, allerdings kommt es bei 20 Prozent der Patienten zu einem negativen Testergebnis, obwohl eine Fruktosemalabsorption vorliegt. Umgekehrt kann es auch ohne klinische Symptome zu einem positiven Ergebnis des Atemtests kommen.

Fruktose – wo versteckt sie sich?

Die Fruktose auf ein individuell verträgliches Maß zu reduzieren, ist das Therapieziel bei Fruktosemalabsorption. Dabei gilt ein gleiches Mengenverhältnis von Fruktose zu Glukose als verträglicher, weil sich dadurch die Fruktoseresorption verbessert.

Nahrungsmittel mit hohem Fruktosegehalt bzw. bei denen die Fruktose überwiegt, sollten die Patienten meiden. Dazu gehören:

  • Äpfel
  • Apfelsaft
  • Agavensirup
  • Birnen
  • Wassermelonen
  • Cantaloupe-Melonen
  • Weintrauben
  • Aprikosen
  • Datteln
  • Feigen
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
  • Rosinen
  • Honig
  • Fruktosesirup

Fruktosemalabsorption – was beeinflusst die Erkrankung?

Es gibt viele Einflussfaktoren auf die Fruktosemalabsorption. Zu einer Abnahme der Toleranz kann es durch Alkoholkonsum, Sorbit, Fruktose in flüssiger Form und fettarme Kost kommen. Grund ist die rasche Magenentleerung in den Darm, die zu einer schnellen Anflutung von Fruktose im Dünndarm führt.

Umgekehrt lässt sich die Toleranz gegenüber Fruktose durch gleichzeitige Aufnahme von gleichen Mengen an Glukose erhöhen, aber auch durch fett- und eiweißreiche Mahlzeiten, die den Verdauungsprozess verlangsamen. Möglicherweise kann auch die Modulation der Darmflora zu einer Steigerung der Fruktosetoleranz beitragen, zumindest für Kinder bis zum Alter von zehn Jahren konnten das Studien nachweisen.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.