Keine Allergie-News verpassen!

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Sie wollen stets zu Allergien und Intoleranzen informiert werden? Abonnieren Sie kostenlos unseren MeinAllergiePortal-Newsletter!

 

x

Fruktosemalabsorption Einkaufen

Karin Hofele, Diplom-Ökotrophologin aus Stuttgart zum Thema Einkaufen mit Fruktosemalabsorption: Was ist zu beachten?

Fruktosemalabsorption was ist beim Einkaufen zu beachten?

Mit der Diagnose Fruktosemalabsorption stehen die Betroffenen vor der Herausforderung, Fruktose zu meiden bzw. zu reduzieren. Leichter gesagt als getan, denn bei Fertigprodukten steht nicht immer ausdrücklich „Fruktose“ auf der Zutatenliste, auch wenn sie enthalten ist. Zudem fällt es vielen auch bei unverarbeiteten Nahrungsmitteln schwer, fruktosearme und fruktosereiche Produkte auseinanderzuhalten. MeinAllergiePortal sprach mit Karin Hofele, Diplom-Ökotrophologin aus Stuttgart darüber, was bei Fruktosemalabsorption beim Einkaufen zu beachten ist.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Karin Hofele

Frau Hofele, nicht immer steht „Fruktose“ drauf, wenn Fruktose drin ist, was sollte man beachten, wenn man eine Fruktosemalabsorption hat?

Am einfachsten wäre es natürlich, keine süßen oder gesüßten Produkte zu kaufen und alles selbst zu machen. Wenn man Süßigkeiten, gesüßte Milchprodukte, Riegel usw. kauft, sollte man die Zutatenliste sehr genau lesen. Neben Fruktose oder Fruchtzucker finden sich auf den Etiketten der Lebensmittel auch folgende Süßungsmittel, die Fruktose enthalten oder zum Teil aus Fruktose bestehen: Fruktose-Sirup, Fruktose-Glukose-Sirup oder Glukose-Fruktose-Sirup. Da steckt die Fruktose schon im Namen und ist deshalb leicht erkennbar.

Die Fruktose erkennt man also nicht immer auf den ersten Blick?

Schwieriger ist das Erkennen der Fruktose bei folgenden Zutaten: Apfelsaftkonzentrat, Apfelsaftextrakt, Mangosaftkonzentrat oder ähnliches.
Immer wenn der Begriff „Konzentrat“ auf der Zutatenliste auftaucht, sollte man wachsam sein, vor allem wenn dies in Verbindung mit einer Obstsorte genannt wird. Wenn es sich um ein Fruchtkonzentrat handelt, ist immer Fruktose enthalten. Auch in Oligofruktose bzw. Oligofructose steckt Fruchtzucker.

In welchen Lebensmitteln können ansonsten noch fruktosehaltige Zutaten enthalten sein?

Für Menschen mit Frukose-Malabsorption sind auch Trockenfrüchte wie beispielsweise Rosinen, getrocknete Pflaumen, getrocknete Aprikosen usw. nicht geeignet. Vor allem Müsli- oder Proteinriegel werden häufig mit Trockenfrüchten gesüßt. In Trockenfrüchten steckt zum einen Fruktose, zum anderen noch Sorbit, und Sorbit wird vom Körper in Fruktose umgewandelt und ist deshalb ungeeignet.

Auch im normalen Haushaltszucker (Saccharose) ist Fruktose enthalten. Jedes Molekül Saccharose besteht zu einem Teil aus Fruktose und zu einem Teil aus Glukose, also Traubenzucker. Der normale Zucker wird zumindest in kleinen Mengen von den meisten Betroffenen vertragen.

Gibt es Nahrungsmittel, die besonders viel Fruktose enthalten?

Neben den bekannten fruktosereichen Obstsorten wie Äpfeln, Birnen, Trauben und daraus gewonnenen Säften oder Smoothies finden sich in Müslis, Müsli- oder Proteinriegeln häufig viel Fruktose.

Gibt es so etwas wie besonders „tückische“ weil unerwartete Fruktosefallen?

In die Kategorie „Fruktosefalle“ gehören z.B. Smoothies, die vorgeben, dass viel Gemüse drin ist, dabei bestehen sie hauptsächlich aus Obst. Ebenso Proteinriegel, die mit Apfelsaftkonzentrat gesüßt sind. Pikante Produkte (Grillsaucen, Krautsalat, Tomatensuppe, Heringssalat), die teilweise bis zu 20 Prozent Zucker - davon häufig ein großer Teil Fruchtzucker – enthalten, zählen ebenfalls zu den „tückischen Fruktosefallen“.

Bei welchen Produkten kann man bei Fruktosemalabsorption unbesorgt zugreifen?

Unbesorgt zugreifen kann man zum Beispiel bei natürlichen unverarbeiteten Produkten wie gesäuerten und ungesüßten Milchprodukten (Naturjoghurt, Quark, Sauerrahm) bei Gemüse, Kartoffeln, Vollkorngetreide, Nüssen und Ölen, Hülsenfrüchten, Tofu, Käse, Eiern, Fisch oder Fleisch.

Frau Hofele, herzlichen Dank für dieses Interview!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.