Fruktose Fruktosemalabsorption Fruktoseintoleranz

Prof. Dr. med. Martin Storr, Gastroenterologe am Gesundheitszentrum Starnberger See (MVZ) zur Entstehung von Fruktosemalabsorption und zu viel Fruktose im Essen!

Zu viel Fruktose im Essen? Wie kommt es zu Fruktosemalabsorption?

Welche Rolle spielt die moderne Ernährung bei der Fruktosemalabsorption?

Medizinisch gibt es hier zwei Begriffe die verwendet werden können, zum einen Fruktosemalabsorption, zum anderen intestinale Fruktoseintoleranz.

Fruktose-Bauchschmerzen kann sich jeder von uns regelrecht „anessen“.

Nehmen wir nochmals den Apfel als Beispiel: Jeder von uns verträgt einen viertel Apfel, bei einem halben Apfel werden von 100 Menschen schon 3 Probleme bekommen, bei einem ganzen Apfel  bekommen von 100 Menschen bereits 10 Bauchschmerzen, bei 2 Äpfeln werden schon 30 von 100 Menschen von Symptomen berichten und bei 5 Äpfeln wird es vermutlich bei 90 Prozent der Menschen zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen.

Das bedeutet, je mehr Fruktose man isst, desto wahrscheinlicher ist es, dass man Bauchbeschwerden und sogar Durchfall bekommt. Es gibt einen Schwellenwert für die Aufnahmekapazität von Fruktose, der individuell sehr variabel, im groben Durchschnitt aber zwischen 20 und 50 g Fruktose pro Tag liegt. Alles, was darüber hinausgeht, kann im Einzelfall problematisch werden.

Bei zu viel Fruktose bekommen also auch gesunde Menschen Bauchprobleme?

Ich habe einmal im Selbstversuch getestet, ob es wirklich möglich ist, sich, obwohl man nicht zu Verdauungsbeschwerden neigt, in eine Fruktosemalabsorption „hineinzuessen“. Dafür habe ich innerhalb einer Stunde eine halbe Wassermelone zusammen mit Honig gegessen. In den folgenden 24 Stunden hatte ich Bauchschmerzen wie noch nie zuvor. Das heißt, ein „zu viel“ an Fruktose vertragen auch gesunde Menschen nicht.

Kommt man denn mit der modernen Ernährung auf über 20 g Fruktose?

Auf mehr als 20 g Fruktose kommt man sehr schnell, z.B. mit einer Portion Honig beim Frühstück. Auch mit einem Smoothie, das aus zwei Orangen und einer Nektarine besteht, hat man diese Schwelle schon überschritten. Das heißt, wenn man sich so ernährt, wie dies heutzutage als gesund gilt, kann man den Fruktose-Schwellenwert leicht überschreiten. Ernährt man sich hingegen ausgewogen, besteht ein geringeres Risiko, mehr als 20 g Fruktose aufzunehmen.

Wenn  man auch noch industriell gefertigte Lebensmittel zu sich nimmt, kommen zusätzlich die sogenannten Fruktose-Störquellen hinzu.

Wie viel Fruktose ist denn in Fertigprodukten enthalten?

Industriell gefertigte Lebensmittel enthalten sehr oft große Mengen an Fruktose, die oftmals gar nicht als Fruktose gekennzeichnet sind. Stattdessen findet man auf den Zutatenlisten Bezeichnungen wie Invertzucker, Malzzucker, Maissirup, HFS (engl. high fructose syrup), HFCS (engl. high fructose corn syrup) etc., alles Zutaten, hinter denen sich Fruktose verbirgt.

Heißt das, allein durch eine ausgewogene Ernährung und den Verzicht auf Fertigprodukte lässt sich eine Fruktosemalabsorption regulieren?

Vielen Patienten gelingt es, ihre Beschwerden durch eine konsequente Ernährungsumstellung in den Griff zu bekommen.

Unter der aktiven Hilfe eines Ernährungsberaters oder zumindest eines fachlich fundierten Ernährungs-Symptom-Tagebuchs, bekommt man ein gutes Gefühl dafür,  wo der eigene Fruktose-Schwellenwert liegt. Man weiß dann so ungefähr, wie viel Fruktose man in einer Mahlzeit noch gut verträgt. Wenn man dann die Fruktose-Störquellen im Blick behält, und einige Tricks anwendet, die die Fruktose besser verträglich machen, kann man  Bauchbeschwerden sehr gut vermeiden.     

Eine Fruktosemalabsorption wird übrigens durch einen H2 –Atemtest nachgewiesen, andere Methoden sind nicht geeignet.

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