Pestizide Obst Gemüse

Regina Aschmann von der Verbraucherzentrale Bremen

Pestizide in Obst und Gemüse: Was ist drin? Wieviel? Wie meiden?

Gibt es Unterschiede bei den eingesetzten Pestiziden, je nachdem ob das Obst und Gemüse in Deutschland, in der EU, in der Schweiz oder in anderen Ländern angebaut wird?

Ja, es gibt Unterschiede – sogar innerhalb der EU. In den südeuropäischen Ländern herrschen andere Wachstumsbedingungen als bei uns oder in noch nördlicheren Ländern. Die EU hat dies bei der Gesetzgebung zum Einsatz von Pestiziden berücksichtigt. Wichtig ist jedoch, dass die Zulassung, Anwendung und die Gehalte an Pestizidrückständen EU-weit geregelt sind.

Zwischen der Schweiz und der EU gibt es in vielen Bereichen bilaterale Abkommen, so auch beim Pflanzenschutz. Das heißt, die Situation in der Schweiz ist mit der in der EU vergleichbar.

Aus anderen Drittstaaten können jedoch hoch belastete Lebensmittel wie zum Beispiel frische Kräuter aus den Palästinensischen Autonomiegebieten, aus der Türkei, Thailand oder Kambodscha in unseren Geschäften landen. Da es für Kräuter – im Gegensatz zu den meisten anderen Obst- und Gemüsearten – keine verpflichtenden Herkunftsangaben gibt, ist die Bevorzugung heimischer Kräuter nicht so einfach, es sei denn, der Hersteller ist bekannt.

Untersuchungen belegen immer wieder, dass Lebensmittel aus Drittstaaten deutlich höher belastet sein können als in der EU.

Wie hoch ist der Anteil an Pestiziden noch, wenn Obst und Gemüse auf dem Teller des Verbrauchers landen? Hilft Schälen und Waschen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Gründliches Waschen hilft – aber nur bei den Rückständen, die sich außen befinden. Ein weiterer Faktor ist die jeweilige Empfindlichkeit: Weintrauben oder Äpfel lassen sich gut durch kräftiges Reiben zwischen den Händen unter heißem Wasser abwaschen. Bei Erdbeeren oder Salatblättern wird es schon schwieriger. Schälen sollte man Äpfel und Birnen möglichst nicht – direkt unter der Schale befinden sich die meisten Inhaltsstoffe. Obwohl die Schalen von Apfelsinen und Bananen nicht verzehrt werden, sollten sie – so merkwürdig es auch klingt- vor dem Schälen gründlich gewaschen werden.  Dadurch wird verhindert, dass Rückstände von den Händen auf das Fruchtfleisch gelangen.

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