Pestizide Obst Gemüse

Regina Aschmann von der Verbraucherzentrale Bremen

Pestizide in Obst und Gemüse: Was ist drin? Wieviel? Wie meiden?

Pestizide dienen beim Anbau von Obst und Gemüse unterschiedlichen Zwecken.  Meist geht es darum, die Pflanzen vor Insekten zu schützen, aber auch Pilzbefall und Unkräuter werden u.a. mit Pestiziden bekämpft. Bei vielen Verbrauchern hinterlässt dies ein ungutes Gefühl. Obst und Gemüse gelten als gesund, aber wie „gesund“ sind Pestizide? Welche Pestizide werden eingesetzt und in welcher Konzentration? Verbleiben die Pestizide in Ost und Gemüse, oder kann man sie abwaschen? Besteht eine Gesundheitsgefahr für Verbraucher und Umwelt? MeinAllergiePortal sprach mit Regina Aschmann von der Verbraucherzentrale Bremen über den Einsatz von Pestiziden in Obst und Gemüse.

Frau Aschmann, welches sind die häufigsten Pestizide, die beim Anbau von Obst und Gemüse eingesetzt werden?

Pestizide werden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Am häufigsten werden Herbizide gegen Unkräuter eingesetzt, an zweiter Stelle folgen Fungizide gegen Pilzerkrankungen und an dritter Stelle Insektizide gegen tierische Schädlinge.

Wann im Anbauprozess werden Pestizide beim Obst- und Gemüseanbau eingesetzt?

Zu welchem Zeitpunkt Pestizide im Verlauf einer Pflanzenkultur ausgebracht werden, ist sehr unterschiedlich. Das hängt vor allem von der Kulturart, von der Witterung und vom Grad des Befalls ab. So kann es beispielsweise für einen Landwirt kostengünstiger sein, einen gewissen Schädlingsbefall zu tolerieren, als zu spritzen. Andererseits können Pilzerkrankungen besonders bei bestimmten Witterungsverhältnissen zu großen Ernteausfällen führen, so dass hier schneller gespritzt wird.  

Welche Gemüsesorten und welche Obstsorten sind am stärksten von Pestiziden betroffen?

Es sind vor allem verschiedene Obstsorten, die stärker belastet sein können, beispielweise Erdbeeren,  Johannisbeeren, Kirschen, Weintrauben, Pfirsiche – und leider auch unser Lieblingsobst Äpfel. Im Gemüsebereich hat sich einiges verbessert. Noch vor wenigen Jahren gehörte Gemüsepaprika zu den „schwarzen Schafen“, aber vor allem Spanien hat dazugelernt und ist sehr viel zurückhaltender beim Einsatz von Pestiziden geworden. Stärker belastet können Blattsalate, wie Rucola, Grüner- oder Feldsalat sein. Frische Kräuter können sogar sehr hohe Pestizidrückstände enthalten. Für Obst und Gemüse gilt: Die Ergebnisse können sich wieder ändern – zum Schlechten oder zum Besseren.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.