Umfruchten Fruchtillusion Verbraucherzentrale

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

Umfruchten? Fruchtillusion? Wieviel Frucht ist in der Fruchtschnitte?

Einkaufen sollte schnell gehen und beim Griff ins Regal orientieren sich deshalb viele an den bunten Bildern auf den Produkten. Ob jedoch „drin“ ist, was vermeintlich „drauf“ steht, weiß der Verbraucher nicht, der sich allein am Etikett orientiert - insbesondere wenn es um Früchte geht. MeinAllergiePortal sprach mit Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg e.V. über Umfruchten, Fruchtillusion und darüber, was Verbraucher beachten sollten.

Herr Valet, was versteht man unter Umfruchten? Wofür wird es eingesetzt und seit wann?

Salopp ausgedrückt spricht man von Umfruchten, wenn es darum geht eine bestimmte Frucht durch Aromastoffe in eine ganz andere Frucht zu verwandeln, sozusagen als „fliegender Fruchtwechsel“!

Neben dem Umfruchten stellen wir aber auch sogenannte „Fruchtillusionen“ fest.

Was sind denn „Fruchtillusionen“?

Wir nennen es Fruchtillusionen, wenn auf dem Produkt bestimmte Früchte abgebildet sind und auf der kleingedruckten Zutatenliste finden sich dann auf einmal zusätzlich ganz andere Früchte. Meist haben diese anderen Früchte prozentual einen höheren Anteil. Sie sind preislich wesentlich günstiger als das abgebildete Obst und werden deshalb als „Füllfrüchte“ verwendet. Die abgebildeten Früchte hingegen sind manchmal nur in sehr geringen Mengen in den Produkten enthalten.

Was sind denn typische Beispiele für die Fruchtillusion?

Beim Müsli z.B. wird oft nicht deutlich, dass Rosinen enthalten sind bzw. in welcher Menge. Auf den Produktbildern spielen sie oft eine untergeordnete Rolle oder werden als Weinbeeren dargestellt, aber tatsächlich haben Sultaninen häufig einen hohen Anteil am Produkt. Auch getrocknete Datteln oder Äpfel werden oft als Füllfrüchte für Müsli verwendet, da sie günstiger sind als andere Früchte.  

In Fruchtschnitten oder Fruchtriegeln werden ebenfalls häufig Rosinen, Äpfel und Datteln eingesetzt. Diese werden dann mit Fruchtsaftkonzentraten aromatisiert und gefärbt, z.B. mit Brombeersaftkonzentrat.

Auch bei Vielfruchtsäften oder –nektaren und Frucht-Milch-Erzeugnissen, z.B. mit Molke oder Buttermilch, entsteht beim Blick auf das Etikett oft der Eindruck, es seien Früchte enthalten, die tatsächlich nur in geringen Mengen enthalten sind. Sehr beliebt sind Abbildungen von Mangos oder Maracuja, tatsächlich ist der Hauptbestandteil oft Orangen- oder Apfelsaft. Auch hier geht es ganz klar darum, Rohstoffkosten zu sparen.

Angesprochen auf das Thema Fruchtillusion geben die Hersteller oft an, dass sie den Verbraucher durch die bildliche Darstellung in erster Linie über die Geschmacksrichtung des Produktes informieren wollen und nicht zwangsläufig über die Zutaten. Wir halten dies aber für eine Ausrede, denn der Geschmack kann bei einer ganzen Reihe von Produkten gar nicht von den abgebildeten Früchten kommen. Dafür ist ihr Anteil an den Zutaten viel zu gering. Letztendlich muss man häufig mit natürlichen Aromen nachhelfen, damit der gewünschte Geschmack überhaupt erzielt werden kann.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.