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Nahrungsmittelallergien Intoleranzen Metzgereien

Sarah Raker, Gründerin von AllergieSicher, zum Thema: Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen? Was bieten Metzgereien?

Nahrungsmittelallergie u. -intoleranz: Was bieten Metzgereien?

Menschen mit Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen wollen möglichst so essen wie alle anderen auch. Wurst und Fleisch gehören dazu, bergen aber oft auch Risiken. Zwar gilt die Pflicht zur Allergenkennzeichnung auch für lose Ware, aber auf die korrekte Umsetzung kommt es an. Was also haben Metzgereien Menschen mit Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen zu bieten? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Sarah Raker, der Gründerin von AllergieSicher.

Frau Raker, mit welchen Problemen sind Metzgereien im Hinblick auf Kunden mit Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen konfrontiert?

Die Kennzeichnung der 14 Hauptallergene und der Zusatzstoffe ist nicht nur für verpackte Lebensmittel ein Muss, sondern seit Ende 2014 auch Pflicht für die sogenannte „lose Ware“. Lose oder unverpackte Waren sind Lebensmittel, die lose zum Verkauf, etwa an der Ladentheke mit Bedienung, angeboten werden – so wie in Metzgereien.
Allerdings passieren gerade in Unternehmen, die lose Ware anbieten, viele Kennzeichnungsfehler, ganz zum Leidwesen von Menschen mit Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen.

 

Die Allergen-Kennzeichnungspflicht ist also offenbar nicht so leicht umzusetzen…

Metzgereien müssen bei ihrer Kennzeichnung nicht nur detailliert sein, sondern auch genau. Dies bedeutet für sie natürlich einen hohen Mehraufwand.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Metzgereien drei wesentliche Aufgaben haben:

  1. Zunächst muss herausgefunden werden, wo Allergene und Zusatzstoffe eingesetzt werden. Gewürzmischungen, Marinaden, Soßen und Co. sind häufig die Produkte, die Allergene enthalten können.
  2. Kreuzkontaminationen sollten ausgeschlossen werden
  3. Zu guter Letzt ist der Kunde über die in den Waren vorhandenen Allergene zu informieren.

Kommt es zu einer falschen Aussage in schriftlicher oder mündlicher Form, haftet das Unternehmen. Dass dies natürlich bei den Metzgereien Druck erzeugt, ist absolut verständlich.

Wie schätzen Sie den Stellenwert ein, den das Thema „Allergien und Unverträglichkeiten“ bei Metzgereien hat?

Das Allergenmanagement wird für Metzgereien immer wichtiger, denn immer mehr Menschen leiden an Nahrungsmittelallergien oder -intoleranzen. Meine Erfahrungen zeigen, dass rund 20 Prozent der deutschen Metzgereien ein einwandfreies Allergenmanagement praktizieren. Wie wichtig das Thema ist, zeigt die folgende Aussage eines Metzgers:

„Allergene?! Unsere Frikadellen brauchen wir doch nicht kennzeichnen, die machen wir doch selbst! Außerdem ist dort so etwas auch gar nicht drin. Wir verwenden bei der Herstellung ja nur Hack, Ei, Brötchen, Zwiebeln, Salz, Pfeffer und etwas Senf…“

Allergiker hören solche Sätze leider sehr oft!

Was sind die Gründe dafür, dass Metzgereien sich mit einem Angebot für Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder -intoleranzen oft schwertun?

Die Gründe dafür bzw. für eine unzureichende Allergenkennzeichnung könnten die folgenden sein:

  • fehlende Akzeptanz der Metzgerei
  • Art & Größe des Betriebs und deshalb fehlende Kapazitäten
  • fehlendes Infomaterial
  • Verwechslung von „Allergenen“ und „Zusatzstoffen“
  • sprachliche Barrieren
  • geringe Qualifikation
  • Desinteresse der Mitarbeiter

Die Metzgereien sollten aber wissen: Allergiker oder Menschen mit Unverträglichkeiten, die auf bestimmte Nahrungsmittel oder Zutaten verzichten müssen, suchen immer häufiger gezielt nach Möglichkeiten, trotzdem abwechslungsreich zu speisen. Mit einer gezielten Veröffentlichung der verwendeten Allergene und Zutaten ist es möglich, Allergiker als neue Kunden zu gewinnen!

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