Säuren Basen Ernährung Gesundheit

Dipl. Ökotrophologin Silke von Küster, Fit von Küster Ernährungsberatung Wiesbaden zu Säuren und Basen und wie eine basenbildende Ernährung die Gesundheit beeinflusst!

Säuren? Basen? Wie beeinflusst eine basenbildende Ernährung die Gesundheit?

„Basische Ernährung, davon haben Viele schon gehört, aber was genau dahintersteckt ist dann doch nicht Jedem bekannt. Was bedeutet es, sich basisch zu ernähren? Welche Nahrungsmittel sind basenbildend und welch säurebildend? MeinAllergiePortal sprach mit Dipl. Ökotrophologin Silke von Küster, Fit von Küster Ernährungsberatung Wiesbaden über Säuren und Basen und wie eine basenbildende Ernährung die Gesundheit beeinflusst.

Frau von Küster, welche Konsequenzen kann es haben, wenn man sich „zu sauer“ ernährt?

Das Problem bei einer zu säureorientierten Ernährung ist, dass  der Körper die überschüssigen Säuren zunächst im Gewebe deponiert und dann versucht, diese durch Basen „abzupuffern“. „Basen“ sind jedoch immer Mineralstoffe. Stehen die Mineralstoffe nicht in ausreichendem Maße  in der Nahrung zur Verfügung, wird auf körpereigene Mineralstoffe zurückgegriffen. Damit greift der Körper die Mineralstoffdepots an, die ja eine wichtige Funktion haben und dann im Stoffwechsel fehlen.  

Kann man sich auch „zu basisch“ ernähren?

Zu basisch, d.h. zu mineralstoffreich, ernähren kann man sich eigentlich nicht. Bestehen allerdings Nierenprobleme sollte man nicht zu viel Kalium und Phosphat zu sich nehmen.  

Wie würde die richtige Balance zwischen basischer und saurer Ernährung aussehen?

Die richtige Balance zwischen basischer und saurer Ernährung wäre 80 Prozent basenbildende und 20 Prozent säurebildende Lebensmittel. Als basenbildend gelten vor allem pflanzliche Nahrungsmittel, d.h. Obst und Gemüse, auch Trockenfrüchte. Wenn man sich eine Ernährungspyramide vor Augen hält, bedeutet dies, dass die Basis der Pyramide aus pflanzlichen besteht und nur die äußerste Spitze aus tierischen Nahrungsmitteln bestehen sollte.

Woran merkt man ein Ungleichgewicht zwischen säurebildender und basenbildender Ernährung?

Durch Übersäuerung hervorgerufene Symptome sind oft unspezifisch und auch individuell verschieden. Man kann sich z.B. „schlapp“ und allgemein nicht so leistungsfähig fühlen, wenn der Körper übersäuert ist. Auch zu Konzentrationsschwäche und Infektanfälligkeit kann es kommen. Muskelkrämpfe können ebenfalls ein Zeichen dafür sein, dass man sich nicht basisch genug ernährt. Oft wird dann Magnesium empfohlen, aber im Grunde genommen handelt es sich eher um einen allgemeinen Mineralstoffmangel. Auch der Muskelkater ist ein typisches Symptom für eine Übersäuerung der Muskulatur. Ich selbst habe z.B. die Erfahrung gemacht, dass ich deutlich besser schlafe, wenn ich konsequent einmal in der Woche einen Basentag einlege.

Hinzu kommt, dass eine zu saure Ernährung Erkrankungen wie Osteoporose begünstigen kann, weil dann eventuell nicht genug Kalzium mit der Nahrung aufgenommen wird. Auch die Anfälligkeit für Karien oder Parodontose kann steigen.

Spielt auch die Zubereitung eine Rolle, bzw. wie kann man seinen Speiseplan alltagstauglich optimieren?

Vor allem „wie“ man isst spielt eine Rolle. Wenn man schnell und hektisch isst, kann dies auch eine stärkere Säurebildung zur Folge haben, denn dann muss der Körper mehr Verdauungssäuren produzieren. Auch unregelmäßiges Essen fördert die Säurebildung. Deshalb ist es nicht empfehlenswert, den ganzen Tag über kaum etwas zu sich zu nehmen und abends dann extrem große Portionen.

Besser ist es, regelmäßig und geruhsam zu essen und vor allem gut zu Kauen, denn das unterstützt die Basenbildung.

Und welche Nahrungsmittel sind säurebildend?

Zu den säurebildenden Nahrungsmitteln gehören Weißmehl und Weißmehlprodukte, obwohl es sich um pflanzliche Nahrungsmittel handelt. Auch alle tierischen Nahrungsmittel wie Fleisch, Wurst, Eier, Milchprodukte, die einzige Ausnahme ist Sahne, zuckerhaltige Nahrungsmittel , Kaffee und schwarzer Tee sind säurebildend.

Basenbildend sind hingegen alle pflanzlichen Öle und Mandeln, während Erdnüsse und auch alle anderen Hülsenfrüchte säurebildend sind.

Sind „saure“ Nahrungsmittel auch säurebildend?

Säuerliche Nahrungsmittel, wie Sauerkraut, eingelegte Gurken, Essig, Zitronen oder saure Früchte sind nicht säurebildend, sondern organische Säuren, die der Körper anders verstoffwechselt.  Bei der Frage, ob ein Nahrungsmittel säure- oder basenbildend ist, geht es weniger darum, ob das betreffende Nahrungsmittel sauer ist oder nicht, sondern ob es im Körper säurebildend oder basenbildend agiert. Säuerliche bzw. eingelegte Nahrungsmittel sind sogar basenbildend.

Was sollte man ansonsten bei der basenbildenden Ernährung beachten?

Wie gesagt wäre die ideale Proportion zwischen basenbildenden und säurebildenden Nahrungsmitteln 80 zu 20. Zu beachten ist hierbei, dass auch Kaffee, schwarzer Tee und alkoholische Getränke  zu den Säurebildern gehören. Zusammen mit Käse, Quark und Ei ergibt sich daraus schon ein erheblicher Anteil an säurebildender Kost, selbst wenn man wenig Fleisch und Wurst verzehrt.

Ich empfehle meinen Patienten deshalb nicht, sich grundsätzlich rein basisch zu ernähren, denn dann müsste man doch auf viele sehr leckere Speisen verzichten. Vielmehr empfehle ich, entweder eine einwöchige Basenkur durchzuführen oder einen Basentag pro Woche einzuplanen. Ich praktiziere dies ja auch selbst und finde, dass man dies sehr gut einplanen kann.

Es gibt ja auch basische Nahrungsergänzungsmittel, wie sind diese zu bewerten?

Basische Nahrungsergänzungsmittel kann man sehr gut in die normale Ernährung einbinden, d.h. an Tagen an denen man sich nicht basisch ernährt - gut geeignet sind z.B. Heilerde oder Kräutertees.

Auch basische Bäder sind empfehlenswert, denn über die Haut werden Basen gut ausgenommen. Sehr einfach zu handhaben ist z.B. ein basisches Fußbad, bei dem das Wasser bis kurz unterhalb des Knies reichen sollte. Basische Bäder helfen übrigens auch sehr gut bei Muskelkater, diese Erfahrung habe ich selbst nach einer sehr anstrengenden Radtour gemacht.

Frau von Küster, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.