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Nussfreies Schulhasu Gabler Zürich

Judith Benz, Schulleiterin des Schulhauses Gabler in Zürich

Nussallergie: "Nüsse verboten" beim nussfreien Schulhaus Gabler!

Die Nussallergie gehört zu den schwersten Nahrungsmittelallergien. Bei den Betroffenen kann es bereits durch Verzehr, durch Hautkontakt oder durch das Einatmen des Allergens schon bei kleinsten Mengen zu heftigen allergischen Reaktionen kommen. Auslöser sind Nüsse bzw. Schalenfrüchte, gegen die Allergien bestehen und die schwere allergische Reaktionen auslösen können. Schlimmstenfalls kann es sogar zum anaphylaktischen Schock, einer allergischen Reaktion mit Kreislaufzusammenbruch und womöglich Herzstillstand kommen. Für Menschen mit Nussallergie ist es deshalb lebenswichtig, den Kontakt zum Allergen "Nuss" zu vermeiden. Eine "nussfreie" Umgebung lässt sich im häuslichen Umfeld noch umsetzen, aber was passiert, wenn das Kind in die Schule kommt? Nüsse sind allgegenwärtig und die Gefahr für nussallergische Kinder, mit dem Allergen in Kontakt zu kommen ist enorm. Judith Benz, Schulleiterin des Schulhauses Gabler in Zürich, ging das Thema "Nussallergie in der Schule" besonnen und pragmatisch an und ermöglicht Kindern mit Nussallergie den Besuch ihrer Schule. Mit MeinAllergiePortal sprach sie über ihr nussfreies Schulhaus Gabler, in dem Nüsse verboten sind.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Judith Benz

Frau Benz, seit wann ist das Schulhaus Gabler "nussfrei" und wie kam es dazu?

Zum ersten Mal kam ich mit dem Thema "Nussallergie" durch die Mutter eines unserer Kinder in Berührung, das eingeschult werden sollte. Das Kind war stark allergisch auf mehrere Nusssorten, genau gesagt auf Pistazien, Cashewnüsse, Baumnüsse und Erdnüsse. Das Kind reagierte aber nicht nur auf den Verzehr dieser Nüsse mit schweren allergischen Reaktionen, sondern bereits auf die Inhalation kleinster Nuss-Partikel. Für das Kind war es daher sehr wichtig, dass auch die Schule absolut „nussfrei“ ist und mir war sofort klar: Damit dieses Kind in die Schule kann, braucht es eine pragmatische Lösung!

Wie sind Sie dabei vorgegangen, Ihre Schule "nussfrei" zu machen?

Es war uns von Anfang an wichtig, vor dem Entscheid möglichst alle Beteiligten mit ins Boot zu holen. Die Mutter des betroffenen Kindes hat zunächst unseren Elternrat besucht und das Problem vorgestellt bzw. den Wunsch geäußert, dass das Schulhaus Gabler zukünftig "nussfrei" sein sollte. Danach informierte ich unsere Lehrpersonen, die den Entscheid stark mittragen mussten und zum Schluss gab der Schulpräsident sein Einverständnis. Damit stand unser Entscheid fest. Mit einem Newsletter informierten wir dann die Eltern.

Wie haben die Beteiligten Ihr Anliegen einer "nussfreien" Schule aufgenommen?

Alles in allem war die Umsetzung einfacher als gedacht und ich war überrascht, wie positiv die Idee aufgenommen wurde. Viele hatten sich wohl in die Situation der Mutter versetzt und deshalb waren die Reaktionen durchwegs positiv.

Natürlich haben uns zu Beginn manche Eltern gefragt: Warum müssen sich alle nach einem Kind richten? Als wir dann aber erklärt haben, dass für dieses Kind die kleinste Spur von Nüssen einen anaphylaktischen Schock auslösen kann, wuchs das Verständnis. Seit drei Jahren aber ist die nussfreie Schule einfach normal und etabliert.

Wie machen Sie darüber hinaus im Alltag darauf aufmerksam, dass das Schulhaus Gabler "nussfrei" ist und wie verhindern Sie, dass das Nussverbot vergessen wird? Es kommen ja in jedem Schuljahr neue Schüler hinzu...

Zu Beginn eines Schuljahres informieren an Elternabenden und mit dem Newsletter. Auch hängen an den Eingangstüren der Schule Plakate, welche über das Nussverbot informieren.

Im Moment besuchen zwei Kinder mit Nussallergie die Schule Gabler.

Welche Empfehlungen geben Sie anderen Schulen, die Kindern mit einer Nussallergie ebenfalls einen weitgehend gefahrlosen Schulbesuch ermöglichen wollen?

Die erste Entscheidung muss die Schulleitung für sich alleine fällen. Das Nussverbot kann nur einführen, wer selber davon wirklich überzeugt ist. Anschliessend ist es wichtig, alle Beteiligten gut zu informieren und abzuschätzen, ob sie ein Nussverbot mittragen werden. Ist dies der Fall, ist die eigentliche Einführung des Verbots nicht mehr schwierig, die Kinder machen ohne weiteres mit.

Die Beteiligten tragen keine Verantwortung für den Fall, dass doch einmal Nüsse in die Schule mitgebracht werden und es zu einer allergischen Reaktion kommt. Diese Tatsache entlastet und hilft, für das Verbot eine genügend breite Akzeptanz zu finden.

Frau Benz, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.