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Allergie Haselnuss Kinder

Birgit Ahrens zum Thema: Allergie auf Haselnuss bei Kindern - gefährlich oder harmlos?

Allergie auf Haselnuss bei Kindern: Gefährlich oder harmlos?

Allergie auf Haselnuss – nimmt die Prävalent zu?

Es gibt nur wenige Studien speziell zur Haselnuss. Jedoch zeigen beispielhaft Studien, die auf der Isle of Wight (UK) zu Nahrungsmittelallergien allgemein durchgeführt wurden, dass die Prävalenz von Allergien auf Baumnüsse und Erdnuss über die letzten dreißig Jahre zugenommen hat. Auch im klinischen Alltag macht man die Beobachtung, dass die Anzahl der Kinder, die eine Haselnussallergie entwickeln, in den letzten Jahren zunimmt. „Zunehmend sehen wir im klinischen Alltag bei Kindern Allergien gegen Haselnuss und auch gegen Cashew, Erdnuss, Pistazie und Walnuss“ betonte R. Ahrens.

Haselnuss – die Allergene

Die Haselnuss enthält eine Vielzahl von Komponenten, die allergische Reaktionen auslösen können. Besonders hervorzuheben sind die Speicherproteine 11s Albumin (Cor a 9), 7s Globulin (Cor a 11) und 2s Albumin (Cor a 14). Sie sind hitzestabil, so dass auch Aufstriche aus gerösteten Haselnüssen allergische Symptome auslösen können.

Hinzu kommen das Oleosin Cor a 12 und das Profilin Cor a 2. Als sogenannte „Pathogenesis-related Proteins“ werden die Bet v 1-Homologen PR-10 (Cor a 1), die den Allergenen der Birke ähneln, und PR-14 nsLTS (Cor a 8) bezeichnet.

Allergie auf Haselnuss – wie sicher ist die Diagnose?

Eine Sensibilisierung gegen Haselnuss wird meist im Hauttest festgestellt. Dies heißt jedoch nicht, dass es sich um eine primäre Haselnussallergie handelt. Auch bei der Messung des spezifischen IgE gegen Haselnuss im Blut stellt sich die Frage, wie aussagekräftig der Wert in Bezug auf die Frage ist, ob eine primäre Haselnussallergie vorliegt. „Letztendlich bringt erst eine kontrollierte orale Provokation mit Haselnuss die Antwort auf die Frage, ob eine Haselnussallergie vorliegt oder nicht“ erläuterte Dr. Birgit Ahrens.

Primäre oder sekundäre Haselnussallergie – gibt es einen Marker?

Um sich der Frage zu nähern, wie man auch ohne eine orale Provokation ermitteln könnte, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Haselnussallergie handelt, wurde eine Studie an 143 Kindern vorgestellt. Die untersuchten Kinder wiesen ein erhöhtes  spezifisches IgE auf Haselnuss im Blut auf und hatten sowohl Asthma als auch Neurodermitis. Anhand von Untersuchungen mit der molekularen Allergiediagnostik zeigte sich, dass ein hohes spezifisches IgE bei Cor a 14 eine prognostische Aussage zur Haselnussallergie ermöglicht. Bei den Kindern mit einem hohen Cor a 14-Wert von 48kU/l bestand  eine 90prozentige Wahrscheinlichkeit, dass das Kind bei einer oralen Provokation systemisch auf Haselnuss reagiert. „Dieser Cut-off bzw. Schwellenwert kann bei der Entscheidung helfen, ob eine orale Provokation sinnvoll ist oder nicht. Doch im Zweifelsfall bleibt die orale Nahrungsmittelprovokation weiterhin der Goldstandard für die Diagnosesicherung“ so Dr. Ahrens.

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