Nussallergie Erdnussallergie erlaubt verboten Umgang

Dr. Yvonne Braun, Diplom-Oecotrophologin, Ernährungsberaterin/DGE und Ernährungsfachkraft Allergologie (DAAB) dazu, was bei einer Nussallergie oder einer Erdnussallergie erlaubt ist und wie der richtige Umgang mit diesen Allergien aussieht!

Nussallergie - Erdnussallergie - was ist erlaubt? Richtiger Umgang! - Wie verträglich sind Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Sesam für Nussallergiker?

Wie verträglich sind Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Sesam für Nussallergiker?

Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sesam aber auch Kokosnüsse, Pinienkerne oder Kürbiskerne gehören weder zu den „Nüssen“ noch zu den Hülsenfrüchten und sollten daher auch nicht pauschal von Nussallergikern oder Erdnussallergikern gemieden werden. Das Meiden ist nur notwendig, wenn auch eine Allergie vorliegt.

Nüsse sind eine wertvolle Quelle für hochwertige Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Nussallergikern, die möglicherweise noch gegen mehrere Nüsse allergisch reagieren, fehlt diese Quelle. Hier können Sesam, Sonnenblumenkerne und Leinsamen eine nützliche Alternative sein.


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Wie sollte man bei Soja und Hülsenfrüchten agieren, wenn man Schalenfrüchte nicht verträgt?

Soja und Hülsenfrüchte sind grundsätzlich für den Nussallergiker kein Problem, sofern keine zusätzliche Allergie vorliegt.

Vertragen auch Erdnussallergiker Hülsenfrüchte?

Bei Erdnussallergikern sieht die Sache etwas anders aus: die Erdnuss gehört zu den Hülsenfrüchten, genau wie die Sojabohne, andere Bohnenarten, Linsen, Erbsen und Kichererbsen. Daher besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass es auch zu Kreuzreaktionen mit anderen Hülsenfrüchten kommen kann. Vor allem, wenn eine primäre Sensibilisierung gegen das Speicherprotein der Erdnuss vorliegt, ist eine ausführliche Diagnostik unbedingt notwendig. Pauschal kann keine Aussage über die Verträglichkeit von anderen Hülsenfrüchten getroffen werden. Jedoch sollten diese nicht aus Angst einfach weggelassen werden. Hier ist die Zusammenarbeit mit einem Allergologen und der Ernährungstherapeutin wichtig, damit vertragene Hülsenfrüchte auch weiterhin verzehrt werden. Je mehr Lebensmittel man aus dem Speiseplan eliminiert, desto stärker schränkt sich die Lebensqualität der betroffenen Familien ein.

Wie sieht es aus mit den immer beliebter werdenden Sprossen?

Sprossen und Keimlinge sind auskeimende Samen von Pflanzen. Sie sind reich an Eiweiß, Vitaminen, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Trotzdem sollte man beachten, dass Sprossen zum Wachsen hauptsächlich Wärme und Feuchtigkeit benötigen, was auch für Bakterien und Schimmelpilze optimale Wachstumsbedingungen sind. Der Verzehr von rohen Sprossen erfordert ein hohes Maß an Küchenhygiene. So genannte Risikogruppen, z.B. Kinder, Schwangere, Menschen mit geschwächter Immunabwehr, sollten Sprossen nur nach ausreichendem Erhitzen verzehren.

Am weitesten verbreitet sind Sprossen aus Hülsenfrüchten, z.B. Soja- oder Mungobohnensprossen. Hier gilt für den Erdnussallergiker wieder, dass eine pauschale Aussage über die Verträglichkeit auf Grund von möglichen Kreuzreaktionen nicht getätigt werden kann. Es gibt aber auch Sprossen von anderen botanischen Pflanzenarten, z.B. Kohlrabi, Radieschen, Kresse, Weizen, Roggen, Rotklee. Diese Sorten sind für den Erdnussallergiker kein Problem.

Frau Dr. Braun, herzlichen Dank für dieses Interview!

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