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Dr. Yvonne Braun, Diplom-Oecotrophologin und Ernährungsberaterin/DGE in München zum Reisen mit Nussallergie!

Nussallergie - Erdnussallergie: Was ist im Urlaub zu beachten?

Was ist aus Ihrer Sicht besser bei Nussallergie, der Urlaub in einem Hotel mit Buffet oder ein Appartement, das das Selbstkochen ermöglicht?

Ein Appartement mit Selbstkochen ist natürlich optimal, vor allem für Personen mit einer hochgradigen Symptomatik. Man kann sich selber wie daheim nussfrei versorgen. Aber als Mama möchte ich auch gerne einmal Urlaub haben und nicht jeden Tag kochen und spülen müssen. Daher fahren wir in ein Hotel und das funktioniert auch.


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Zu den Hotels: Sprechen Sie Hotels im Vorfeld auf das Thema Nussallergie an, oder tatsächlich erst vor Ort? In Hotels gibt es häufig Themenbuffets und mittlerweile kocht man ja auch häufiger mit Nüssen, z.B. in der indischen oder afrikanischen Küche. Wie gehen Sie damit um?

Ich spreche die Nussallergie tatsächlich erst vor Ort an. Außer bei  unserem letzten Urlaub haben wir damit immer gute Erfahrungen gemacht. Bei den Themenbuffets, die wir bisher mitgemacht haben, wurde auch nicht auffällig mit mehr Nüssen gekocht, als bei den anderen Buffets. Ansonsten ist es eben so, wie bei einem „normalen“ Buffet: Die Gerichte, von denen ich durch Fragen oder schriftliche Informationen weiß, dass keine Nüsse enthalten sind, esse ich, alles, bei dem  ich mir unsicher bin, lasse ich weg. Am Buffet im Hotel ist es genau wie bei der Selbstbedienungstheke im Rasthof: Steht hinter, vor oder neben dem Gericht, das ich essen möchte, ein Gericht mit Nüssen, weiß ich nicht, ob ein anderer Gast aus Versehen eine Nuss in mein Gericht gekleckert hat. Im Zweifel würde ich mich von dem Gericht nur dann bedienen, wenn es gerade frisch aufgefüllt wurde.

Auch im Urlaub braucht man oftmals eine Zwischenmahlzeit. Nehmen Sie diese Snacks von zuhause mit oder kaufen Sie vor Ort, und wenn ja, nach welchen Kriterien?
Hier kommt es auf die  Zwischenmahlzeiten an. Obst und Gemüse kaufe ich natürlich frisch am Urlaubsort. Auch Joghurt als Zwischenmahlzeit kann man am Urlaubsort problemlos kaufen. Dafür muss man aber in der jeweiligen Landessprache das Wort für „Nüsse, Schalenfrüchte, etc.“ aufgeschrieben haben und auf die Zutatenliste schauen.

Zwei Dinge finde ich im Urlaubsland als Zwischenmahlzeit kritisch: Süßes Gebäck und Eis aus der Eisdiele. Daher nehme ich Kekse für eine Zwischenmahlzeit lieber von zu Hause mit. Kuchen, Kekse oder Teilchen würde ich beim Bäcker oder an Imbissständen im Urlaub nicht kaufen. Eis kaufe ich im Urlaubsland nur in abgepackter Form. Hier ist mir die Gefahr der Kontamination zu groß. Das ist natürlich gerade für Kinder schwer im Urlaub. Meine Tochter toleriert es zum Glück, da sie weiß, dass sie zu Hause wieder ein Eis in der Eisdiele unseres Vertrauens bekommt.

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Sie berichten in Ihrem Blog, dass Sie im Vorfeld der Reise die Namen der Nüsse, die für Ihre Tochter relevant sind, in der Landessprache notieren. Ist das Personal in der Regel grundsätzlich informiert, dass es Nussallergien gibt?

Es ist eigentlich genauso wie in Deutschland: Jeder weiß, dass es Nussallergien gibt und jeder kennt auch jemanden, der eine Nussallergie hat. Das eigentliche Problem ist, dass das Personal oft nicht weiß, was wirklich in den Gerichten enthalten ist und keine genauen Angaben machen kann. Dann lassen wir die Gerichte weg, unsere Tochter darf sie dann nicht essen. In unserem letzten Hotel hatten wir auch den Fall, dass Speisen einfach falsch ausgewiesen waren. Das ist natürlich blöd und nicht unbedingt förderlich für einen erholsamen Urlaub. Es gibt aber auch tolle Hotels, in denen man wirklich detaillierte Auskünfte bekommt - zum Teil vom Koch selbst.

Was raten Sie grundsätzlich zum Thema „Urlaub trotz Nussallergie“? Gibt es einen Fehler, den man auf keinen Fall machen sollte?

Ich finde, der größte Fehler ist, wenn man vor lauter Anspannung, dass etwas passieren könnte, seinen Urlaub nicht genießt. Man kann sich wirklich gut auf den Urlaub vorbereiten. Natürlich sollte man gleichzeitig seine Notfallmedikation bzw. die Notfallmedikation des Kindes gut kennen, falls doch etwas passiert. Aber zu Hause ist man auch unterwegs, macht Ausflüge, geht ab und zu essen und führt ein weitgehend normales Leben.

Frau Dr. Braun, herzlichen Dank für dieses Interview!

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