Mikrobiom mikrobiomgerechte Ernährung

Prof. W. Florian Fricke, Nutrigenomics Institute of Biological Chemistry and Nutrition an der Universität Hohenheim zu mikrobiomgerechter Ernährung!

Darmbakterien: Was weiß man über eine Mikrobiom-gerechte Ernährung?

Die Mikrobiom-Forschung ist spannend. Insbesondere das Mikrobiom des Darms steht im Zentrum vieler Forschungsaktivitäten. Man vermutet Zusammenhänge zwischen den Darmbakterien und einer Vielzahl von Erkrankungen, unter anderem Allergien und Adipositas. Beeinflusst wird das Mikrobiom unter anderem durch die Ernährung. Die Frage danach, wie eine Mikrobiom-gerechte Ernährung aussieht, liegt also nahe. MeinAllergiePortal sprach deshalb mit Prof. W. Florian Fricke, Nutrigenomics Institute of Biological Chemistry and Nutrition an der Universität Hohenheim.

Herr Prof. Fricke, welche Erkenntnisse hat man bisher über eine Mikrobiom-gerechte Ernährung gewinnen können?

Viele Fragen zum Mikrobiom sind aktuell noch ungeklärt. So ist es nicht eindeutig geklärt, wie ein „vorteilhaftes“ oder „nachteiliges“ Mikrobiom genau aussieht. Dementsprechend lässt sich im Moment auch nicht mit Sicherheit sagen, welche Ernährung sich positiv oder negativ auf das Mikrobiom auswirkt. Es gibt jedoch, vorwiegend in Form von assoziativen Studien, Hinweise darauf, dass sich ein Mikrobiom entsprechend bestimmter Ernährungsgewohnheiten jeweils anders darstellt. Die kausalen Zusammenhänge sind jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Inwiefern kann man überhaupt von einer Mikrobiom-gerechten Ernährung sprechen?

Streng wissenschaftlich kann man nicht behaupten, dass es eine Mikrobiom-gerechte Ernährung gibt, aber es gibt, wie gesagt, Hinweise. Deshalb ist es schon sinnvoll, im Hinblick auf seine Ernährungsgewohnheiten zu beachten, dass man damit das Mikrobiom beeinflussen kann.

So gibt es Studien, die gezeigt haben, dass eine vorwiegend auf Fast Food basierende Ernährung, d.h. eine fett-, kohlenhydratreiche Kost und Zucker in prozessierter Form, die Mikroorganismen- und Bakterienvielfalt innerhalb des Mikrobioms reduziert. Über eine auf Fett und Kohlenhydrate reduzierte Ernährung gewinnen die darauf spezialisierten Organismen die Überhand und verdrängen andere Mitglieder des Mikrobioms.

Eine Analogie: Anstelle eines komplexen Biotops, in etwa vergleichbar mit einem hochdiversen Mischwald, haben wir dann eine Monokultur, die möglicherweise empfindlicher auf Stressfaktoren reagiert. Diese reduzierte Diversität wiederum ist mit negativen Effekten verbunden.

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