Mikrobiom Allergie Umwelt

Prof. Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann

Allergie und Umwelt: Einflussfaktoren und die Rolle des Mikrobioms

Gibt es auch Erkenntnisse zur Therapie bestehender Allergien?

Es gibt auch Untersuchungen, in denen man versucht, Patienten mit bereits bestehenden allergischen Erkrankungen zu therapieren, was allerdings ausgesprochen schwierig ist. Deshalb liegt der Fokus der Studien meist auf der primären Prävention, d.h. auf der Vermeidung der Allergieentstehung.

Gibt es einen Unterschied zwischen Faktoren, die die Entstehung von Allergien begünstigen und Faktoren die das Fortbestehen von Allergien begünstigen?

Faktoren, die das Fortbestehen von Allergien beeinflussen, sind virale Infektionen zu nennen, die man sicherlich auch als Umweltfaktor zählen kann. Virale Infekte können allergisches Asthma und allergische Rhinitis verschlimmern.

Dies gilt übrigens auch für die bereits erwähnten Dieselrußpartikel. Auch sie haben bei bestehender Allergie einen aggravierenden Einfluss, was man am Mausmodell ganz klar nachweisen konnte. Das bedeutet: Die aktuell genutzten Dieselrußpartikel haben noch keine optimale Filterwirkung in Bezug auf die Schadstoffe.

Ihre Forschungstätigkeit bei CK-CARE konzentriert sich insbesondere auf das Mikrobiom der Haut als einer der relevanten Umweltfaktoren, welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen?

Das Mikrobiom der Haut ist extrem komplex, denn, anders als beim Darm, steht hier nicht so viel Untersuchungsmaterial zur Verfügung. Man kann lediglich einen Abstrich der Haut machen, um anhand dieses Materials Untersuchungen durchzuführen.

Nichtsdestotrotz wissen wir, dass das Mikrobiom der Haut ähnlich komplex und divers ist, wie das Mikrobiom des Darms. Studien einer amerikanischen Arbeitsgruppe zum Zusammenhang zwischen dem Mikrobiom der Haut und Neurodermitis haben gezeigt, dass sich das Mikrobiom der Haut Tage vor dem Auftreten des eigentlichen Ekzems verändert.2) Das bedeutet, dass hier durchaus kausale Zusammenhänge bestehen könnten.

In unseren Studien bei ck-care untersuchen wir das Mikrobiom der Haut an klar charakterisierten Patienten. Im Mittelpunkt steht dabei die Kommunikation der Mikroben mit den Epithelzellen der Haut, d.h. wie Mikrobiom und Hautzellen interagieren bzw. wie die Signalübertragung erfolgt. Unser Ziel ist es, unterschiedliche Arten des atopischen Ekzems durch das Mikrobiom der Haut zu differenzieren. So könnte man aus der Zusammensetzung des Mikrobioms Rückschlüsse auf die wahrscheinlich auftretende Ekzem-Form schließen.

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Darüber hinaus erwarten wir Erkenntnisse über die Morphologie, d.h. „Form“ oder „Gestalt“ der Neurodermitis, denn es gibt sehr viele unterschiedliche Formen des atopischen Ekzems. Das bezieht sich sowohl auf das Aussehen der Läsionen, als auch darauf, wo sich die Läsionen befinden. So gibt es z.B. flächige Formen der Neurodermitis, pruriginöse Formen mit stecknadelgroßen Papeln etc. und zurzeit ist es noch nicht geklärt, wie und warum es zu diesen unterschiedlichen Ausprägungen des atopischen Ekzems kommt.

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